Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

21.09.2022

15:08

Telekommunikation

Mobilfunk-Netzbetreiber wollen Hologramm-Telefonate anbieten

Von: Philipp Alvares de Souza Soares

Wie bei Star Trek: Die Kunden von Deutsche Telekom, Vodafone und Co. sollen Videotelefonate künftig in 3D führen können. Doch der Zeitplan des Projekts ist unklar.

Gesprächspartner sollen künftig durch eine 3D-Brille sichtbar werden.

Telefonieren mit Hologramm

Gesprächspartner sollen künftig durch eine 3D-Brille sichtbar werden.

Hamburg Europas große Handynetzbetreiber wollen ihren Kunden sogenannte Hologramm-Telefonate anbieten. Die Deutsche Telekom, die britische Vodafone, Telefónica (O2) aus Spanien und der französische Konzern Orange gaben am Mittwoch bekannt, dazu mit dem Start-up Matsuko zusammenzuarbeiten, das eine entsprechende Software programmiert hat. Den Netzbetreibern geht es um die Entwicklung einer gemeinsamen Plattform zur Übermittlung dreidimensionaler Echtzeit-Abbilder, hieß es.

Unklar blieb, inwiefern das Vorhaben über eine bloße Absichtserklärung hinausgeht. Investitionssummen wurden ebenso wenig genannt wie ein konkreter Zeitplan. Laut einer Telekom-Sprecherin sei das Projekt noch „in einem frühen Stadium“.

Praktisch soll die sogenannte „Holographie“ der Kommunikation der Charaktere in der Science-Fiction-Serie Star Trek ähneln. Die Passagiere des Raumschiffes Enterprise konnten sich darin schon früh mit dreidimensionalen Abbildern ihrer Gesprächspartner unterhalten.

Die Matsuko-Lösung kommt indes etwas sperriger daher: Der Angerufene sieht durch eine Virtual-Reality-Brille (VR-Brille) den dreidimensionalen Oberkörper des Anrufers vor sich, der in die Selfie-Kamera seines Smartphones guckt. Mithilfe der Kameradaten kann das 3D-Hologramm erstellt werden. Ein Hologramm des Angerufenen, der die VR-Brille trägt, kann der Anrufer jedoch nicht sehen. Die Holographie funktioniert also nur in eine Richtung.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Das Projekt solle es ermöglichen, „eine Person virtuell als Hologramm mit verblüffendem Realismus zu sehen“, verspricht Matsuko-Chef Matus Kirchmayer. Bislang ist seine Lösung etwa mit Apples iPhone und iPad sowie den VR-Brillen HoloLens 2 und NReal kompatibel.

    5G soll Hologramm-Telefonate erleichtern

    Der Plan ist, die Hologramm-Daten über die neue Plattform künftig netzübergreifend zu übermitteln. 3D-Anrufe nur auf die eigene Infrastruktur zu beschränken, sei für die Kunden schließlich nicht sinnvoll, heißt es von der Telekom. Unklar blieb, ob Kunden von Nicht-Partnern wie der deutschen 1&1, die gerade ein eigenes Netz aufbaut, dabei dennoch außen vor bleiben.

    Die Telekommunikationsbranche tüftelt schon seit Längerem an Hologramm-Verbindungen, die technisch zwar möglich, aber sehr aufwendig sind. Der neue, ultraschnelle Mobilfunkstandard 5G macht ihre Realisierung dank der mit ihm möglichen hohen Datenraten nun deutlich einfacher.

    Bereits 2018 führte Vodafone in Aldenhoven ein Hologramm-Videogespräch in einem fahrenden Kleinbus vor. Das damalige Projekt beruhte jedoch auf einer anderen Technologie als das jetzige Vorhaben und war visuell nur mäßig überzeugend. Mit dem nun erfolgten Schulterschluss der Branche soll die Technologie auf ein neues Level gehievt und perspektivisch zu einem Alltagsprodukt gemacht werden. In etwa zwei Jahren könnte die Plattform Schätzungen zufolge für Endkunden verfügbar sein.

    Die großen US-Tech-Konzerne wie Google oder Meta arbeiten indes an eigenen VR-Telefonielösungen, die unabhängig von den großen Netzbetreibern funktionieren sollen.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×