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21.09.2022

15:30

Telekommunikation

Mobilfunk-Start-up Gigs sammelt Millionen bei prominenten Tech-Investoren ein

Von: Philipp Alvares de Souza Soares

Zwei deutsche Gründer arbeiten an einem Plattformmodell für das Mobilfunkgeschäft. Droht den Telekomriesen nun die Disruption ihres Vertriebs?

Mit dem frischen Geld wollen die Gründer ihr Team vergrößern und die eigene Software weiterentwickeln. Gigs

Gigs Plattform

Mit dem frischen Geld wollen die Gründer ihr Team vergrößern und die eigene Software weiterentwickeln.

Hamburg Bislang sind Mobilfunktarife von populären Drittmarken wie Aldi-Talk kompliziert aufzusetzen und deshalb selten zu finden. Die deutschen Gründer Hermann Frank (35) und Dennis Bauer (31) wollen das mit ihrer Firma Gigs ändern. Doch ihre Vision ist noch größer: Sie arbeiten an einer digitalen Plattform, die den Mobilfunkvertrieb weltweit von den Netzbetreibern lösen würde.

Ein Anbieter wie Aldi-Talk wäre dann etwa nicht mehr exklusiv auf seinen bisherigen Partner Telefónica angewiesen. Neben der Kreation von eigenen Tarifen oder Datenangeboten könnten Unternehmen so etwa auch die Handyverträge ihrer Mitarbeiter verwalten, unabhängig von Telekomriesen wie Vodafone oder AT&T.

Eine Reihe von Investoren gab Gigs dafür nun Wachstumskapital, wie das Handelsblatt vorab erfuhr. Im Rahmen einer Serie-A-Finanzierungsrunde flossen demnach rund 20 Millionen US-Dollar in das Unternehmen mit Standorten in Berlin und San Francisco.

Die Gründer Frank und Bauer konnten prominente Namen aus der Tech-Szene gewinnen: Zu den Geldgebern gehören Gradient Ventures, ein Start-up-Fonds des Digitalkonzerns Google, Dara Khosrowshahi, CEO des Mobilitätsriesen Uber, und Max Tayenthal, Mitgründer der Digitalbank N26.

Zuvor finanzierte sich Gigs, das 2021 Teil des renommierten Start-up-Programms Y-Combinator im Silicon Valley war, vor allem mithilfe von Wandeldarlehen. Mit dem frischen Geld wollen die Gründer ihr Team, das bislang rund 35 Mitarbeiter hat, vergrößern und die eigene Software weiterentwickeln.

Gigs will Telekommunikation zur Dienstleistung machen

Das Selbstbewusstsein und die Ansprüche der Gründer sind hoch. Co-Gründer und CEO Frank vergleicht Gigs mit dem Zahlungsdienstanbieter Stripe oder Amazons Cloud-Tochter AWS. Ähnlich wie diese Vorbilder wollen sie eine neue Dienstleistungskategorie „erschaffen“: Telecom-as-a-Service.

Gigs war 2021 Teil des renommierten Start-up-Programms Y-Combinator im Silicon Valley. Gigs

Gründer Dennis Bauer (links) und Hermann Frank

Gigs war 2021 Teil des renommierten Start-up-Programms Y-Combinator im Silicon Valley.

Gründer Frank sagt: „Wir ermöglichen es Unternehmen, Handy- und Datentarife in ihr eigenes Produktportfolio zu integrieren und weltweit zu verkaufen.“ Sein Partner Bauer, der bei Gigs als President fungiert, beschreibt die Telekombranche als weitgehend „geschlossenes System“, das sie zugänglicher machen wollen.
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Die Zeiten, in denen Unternehmen monatelang mit Netzbetreibern verhandeln mussten, um deren Dienste weiterzuverkaufen, seien vorbei, verspricht er. Mit Gigs wären entsprechende Angebote schneller und günstiger zu schaffen.

In der Tat sind Drittmarkentarife wie Tchibo Mobil oder Sondertarife von Fußballvereinen wie dem FC Bayern heute schon möglich, aber aufwendig umzusetzen und oftmals an einen Netzbetreiber gebunden. Offen bleibt, ob die großen Spieler auf Dauer mit einem Start-up zusammenarbeiten, das ihnen einen Teil ihrer Marge streitig machen will.

Zu den bisherigen Partnern von Gigs gehören Unternehmensangaben zufolge etwa die Telekom-Tochter T-Mobile, der US-amerikanische Telekomriese AT&T oder die spanische Telefónica.

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