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21.11.2022

18:32

US-Konzern

Entlassungswelle bei Amazon trifft auch profitable Cloud-Tochter AWS

Von: Stephan Scheuer

Das Cloud-Geschäft ist zum wichtigsten Profitbringer des weltgrößten Onlinehändlers aufgestiegen. Dennoch bleibt es vom Stellenabbau im Konzern offenbar nicht verschont.

Die Cloud-Sparte von Amazon hatte noch im Juli 32.000 Stellen weltweit ausgeschrieben – auch in Deutschland. Reuters

AWS-Logo

Die Cloud-Sparte von Amazon hatte noch im Juli 32.000 Stellen weltweit ausgeschrieben – auch in Deutschland.

San Francisco Die Sparpläne beim US-Unternehmen Amazon nehmen größere Ausmaße an als bislang erwartet. 10.000 Stellen sollen laut übereinstimmenden US-Medienberichten konzernweit in einer ersten Kündigungswelle gestrichen werden. Amazon-CEO Andy Jassy hat zudem weitere Entlassungen für das kommende Jahr angekündigt.

Nach Informationen des Handelsblatts ist auch die lukrative Cloud-Sparte AWS des weltgrößten Onlinehändlers von den Stellenstreichungen und Sparmaßnahmen betroffen. Und das, obwohl das Cloud-Geschäft zum wichtigsten Profitbringer der Firma aufgestiegen ist. Dagegen hatte der Onlinehandel, mit dem Amazon zum Weltkonzern wurde, in den vergangenen Quartalen Verluste geschrieben.

Für AWS sei ein Einstellungsstopp für weite Teile des Bereiches bis mindestens zum ersten Quartal des kommenden Jahres bekannt gegeben worden, hieß es aus dem Umfeld des Unternehmens. Zudem seien Führungskräfte aufgefordert worden, schwache Mitglieder ihrer Teams zu identifizieren.

Innerhalb der Belegschaft wurde vermutet, dass die Konzernführung noch die wichtigste Kundenkonferenz re:Invent, die Ende November in Las Vegas startet, abwarten will, bevor der volle Umfang der Kürzungen kommuniziert wird.

Ein Amazon-Sprecher äußerte sich auf Anfrage nicht zu Kürzungen bei AWS und verwies stattdessen auf ein Statement von Konzernchef Jassy, der im Nachgang zur aktuellen Entlassungswelle weitere Sparmaßnahmen angekündigt hatte. „Es wird zu einem weiteren Abbau von Stellen kommen, da die Führungskräfte weiterhin Anpassungen vornehmen“, sagte Jassy.

Der CEO fügte hinzu: „Diese Entscheidungen werden den betroffenen Mitarbeitern und Organisationen Anfang 2023 mitgeteilt. Wir wissen noch nicht genau, wie viele andere Funktionen betroffen sein werden.“

Setzt beim Personal den Rotstift an. AP

Amazon-CEO Andy Jassy

Setzt beim Personal den Rotstift an.

AWS ist der größte Cloud-Anbieter der Welt. Etliche Großkonzerne in Deutschland setzen auf die Lösungen von Amazon. Die größten Wettbewerber sind Microsoft und Google. Zuletzt hatten die beiden Rivalen ihre Marktanteile im Vergleich zu Amazon leicht steigern können.

Cloud-Geschäft von Amazon schwächelt

Insgesamt hat sich der Cloud-Markt etwas abgeschwächt. Bei der Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen verfehlte AWS die Analystenerwartungen.

Die Sparte wuchs beim Umsatz um 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Analysten waren von drei Prozentpunkten mehr ausgegangen. Amazon deutete an, dass sich die Wachstumsraten im Schlussquartal dieses Jahres weiter verlangsamen dürften.

Amazon hatte in den vergangenen Jahren viele neue Mitarbeiter eingestellt. Allein zwischen 2019 und 2021 verdoppelte der Konzern seine Belegschaft von rund 800.000 auf 1,6 Millionen Beschäftigte. Der größte Teil dieser Jobs entstand in der Logistik.

Doch auch bei AWS wurden viele Stellen geschaffen. Allein Mitte Juli zählte das Jobportal von Amazon 32.000 offene Stellen im Cloud-Bereich, auch in Deutschland, wie eine Auswertung des US-Portals Insider ergab.

Amazon schlüsselt in seinen Quartalsberichten nicht auf, wie viele Beschäftigte in welchem Bereich arbeiten. Wie viele Jobs insgesamt wegfallen könnten, ist noch unklar.

Hinweis: Aufgrund eines Redigatur-Fehlers wurde fälschlicherweise ein Satz eingefügt, nachdem die Quellen für die Handelsblatt-Recherche Mitarbeiter der Personalabteilung von Amazon waren. Das ist falsch. Der Satz wurde entfernt. Richtig ist, dass die Personalabteilung selbst von Stellenstreichungen betroffen war.

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