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20.05.2022

00:17

WhatsApp Cloud API

Meta baut Geschäftsmodell von WhatsApp um – und öffnet Plattform für Geschäftskunden

Von: Stephan Scheuer

Der Facebook-Konzern unterzieht den Messanger dem größten Umbau seit der Übernahme im Jahr 2014. Neue Produkte für Firmen sollen Geld bringen.

Der Mutterkonzern sucht schon länger nach einem passenden Geschäftsmodell für die App. imago images/onw-images

Der Chat-Messenger Whatsapp

Der Mutterkonzern sucht schon länger nach einem passenden Geschäftsmodell für die App.

San Francisco Der Facebook-Konzern Meta baut acht Jahre nach dem Kauf von WhatsApp das Geschäftsmodell des Messenger-Dienstes grundlegend um. Das Unternehmen habe eine Schnittstelle für Firmenkunden eingerichtet und bietet außerdem kostenpflichtige Premiumdienste für Geschäftskunden an, erklärte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg am Donnerstag. Damit sollen Unternehmen besser mit ihren Kunden interagieren können.

„Ich freue mich, ankündigen zu können, dass wir WhatsApp für jedes Unternehmen jeder Größe auf der ganzen Welt öffnen werden“, sagte Zuckerberg. Über die Schnittstelle WhatsApp Cloud API erhalten Firmen Zugriff auf die Plattform – und können so direkt Nachrichten an Kunden per WhatsApp senden und empfangen. Die Nutzung ist zunächst kostenlos – für Zusatzdienste will das Unternehmen Geld verlangen.

Seit einiger Zeit experimentiert WhatsApp bereits mit einem Zugang zu der Plattform für Unternehmen. Der Einsatz war für viele Unternehmen jedoch technisch aufwendiger. Dieses System verlagert WhatsApp nun in die Cloud, um den Einsatz zu erleichtern und neuen Einkommensquellen zu erschließen.

Unternehmen zahlen aktuell bei WhatsApp für jede versandte Nachricht. Die Preise schwanken je nach Region und Anzahl der gesendeten Nachrichten. Bis Ende letzten Jahres waren Zehntausende Unternehmen auf der nicht-cloudbasierten Version der Firmen-Schnittstelle eingerichtet, darunter Marken wie BMW, Vodafone, Coppel, Sears Mexico, KLM Royal Dutch Airlines, Iberia Airlines und andere.

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    Zuckerberg sagte: „Schon jetzt verbinden sich jede Woche mehr als eine Milliarde Nutzer über unsere Messaging-Dienste mit einem Geschäftskonto. Sie bitten um Hilfe, um Produkte und Dienstleistungen zu finden.“

    WhatsApp gilt als größter Chat-Dienst der Welt. Mehr als zwei Milliarden Menschen auf der Welt nutzen den Dienst monatlich. In Deutschland setzen mehr als 83 Prozent der Internetnutzer den Dienst ein, wie der Analysedienst Datareportal ermittelt hat. Auf dem zweiten Platz der Messenger-Dienste liegt ein weiteres Produkt des Meta-Konzerns: Der Facebook Messanger mit rund 35 Prozent. Der als besonders sicher geltende Messenger Signal liegt hingegen nur bei rund elf Prozent.

    Die Öffnung der Schnittstelle für Nutzer auf der ganzen Welt, sei eine sehr gute Nachricht, sagte der indische Tech-Unternehmer Udit Goenka. Etliche Programmierer berichtete online, dass sie die neue Schnittstelle bereits erfolgreich getestet hätten.

    WhatsApp geht damit einen Schritt, den der chinesische Rivale WeChat bereits vor mehr als zehn Jahren gegangen ist. WeChat-Eigner Tencent hatte seine Plattform für Firmenkunden geöffnet. Heute ist der Dienst ein eigener Online-Kosmos, in dem sich Nutzer online mit Firmen austauschen, aber auch Produkte erwerben und bezahlen können.

    Für die neue Dienstleistung hatte WhatsApp im vergangenen Jahr seine Nutzungsbedingungen geändert. Sorgen, dass damit auch mehr Daten des Chatdienstes mit Facebook geteilt werden sollen, lösten viel Aufregung aus. Der Konzern betonte stets, dass es bei den Anpassungen nur darum gehe, einen Rahmen für die Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren Kunden zu schaffen.

    Der Facebook-Konzern hatte WhatsApp im Jahr 2014 für am Ende rund 22 Milliarden Dollar gekauft. Davor lebte WhatsApp von der Gebühr von einem Dollar pro Jahr, nach der Übernahme tat sich Facebook schwer damit, ein neues Geschäftsmodell für den Dienst zu etablieren.

    Mit Agenturmaterial.

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