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09.09.2019

17:35

Aktivistischer Investor

Hedgefonds Elliott steigt bei AT&T ein – und kritisiert die Konzernstrategie

Von: Katharina Kort

Der Hedgefonds steigt beim US-Telekommunikationsriesen ein – und richtet direkt Forderungen an AT&T. An der Börse kommt das sehr gut an.

Der US-Telekommunikationsriese muss sich nun mit den Forderungen von Elliott beschäftigen. AP

AT&T

Der US-Telekommunikationsriese muss sich nun mit den Forderungen von Elliott beschäftigen.

New York Der New Yorker Hedgefonds Elliott des Milliardärs Paul Singer holt zu einem neuen Schlag aus: Er hat sich für 3,2 Milliarden Dollar bei dem Medien- und Telekommunikationskonzern AT&T eingekauft und dessen Strategie kritisiert. Der Börsenkurs der Aktien sauste daraufhin am Montag in New York mehr als vier Prozent nach oben.

Elliott ist einer der mächtigsten und gefürchtetsten Hedgefonds. Wenn er sich irgendwo einkauft, bleibt meist nichts beim Alten. Elliott hat schon den ehemaligen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld bei Arconic aus dem Amt getrieben und sich bei Telecom Italia die Mehrheit im Verwaltungsrat gesichert. Außerdem hat Singer die kriselnde Buchhandelskette Barnes & Noble und den Fußballverein AC Mailand übernommen.

Der Fonds hält zwar mit seiner Milliardeninvestition nur 1,2 Prozent der AT&T-Aktien. Aber wenn es Singer gelingt, andere Aktionäre zu überzeugen, kann er durchaus seine Interessen durchsetzen, wie die Vergangenheit gezeigt hat. In seinem Brief an AT&T rief der Hedgefonds das Unternehmen auf, sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren und unnötige Unternehmensbereiche abzuspalten.

Die Kritik kommt zu einer Zeit, in der AT&T eigentlich gerade auf Expansion in verschiedene Bereiche setzt. Wie andere Unternehmen hat auch AT&T versucht, vom reinen Telekommunikationskonzern zum Anbieter von Inhalten zu werden. Vor drei Jahren übernahm AT&T den Satellitenanbieter DirecTV für 67 Milliarden Dollar und im vergangenen Jahr auch den Medienriesen Time Warner für 85 Milliarden Dollar. Mit Time Warner gehören AT&T nun auch die Fernsehsender CNN und HBO sowie die Studios von Warner Bros.

Der Hedgefonds macht aus seiner Kritik an dem Megadeal mit Time Warner keinen Hehl. „Obwohl seit der Unterschrift und dem Abschluss fast 600 Tage (und mehr als ein Jahr seitdem) vergangen sind, muss AT&T noch eine klare strategische Begründung liefern, wofür AT&T Time Warner besitzen muss“, schreibt Elliott-Partner Jesse Cohn in dem Brief. Auch den Kauf von DirecTV und die mexikanischen Mobilfunkaktivitäten kritisiert er. Konglomerate gehörten der Vergangenheit an.

Die Hedgefondsmanager versprechen, dass sie den Börsenkurs von AT&T durch Verkäufe und Kostensenkungen um mehr als 50 Prozent erhöhen können. Der Hedgefonds habe Einsparmöglichkeiten von mehr als zehn Milliarden Dollar identifiziert, die Manager forderten aber nur Kostensenkungen von fünf Milliarden Dollar.

Um seine Ziele durchzusetzen, will Elliott bei AT&T auch Kandidaten für den Vorstand empfehlen. Außerdem soll die Rolle von CEO und Chairman getrennt werden – die derzeit von Randall Stephenson in Personalunion ausgefüllt wird.
Trump begrüßt Elliott

Sogar US-Präsident Donald Trump mischte sich bei dem Thema ein. Der erklärte CNN-Kritiker twitterte: „Großartige Nachrichten, dass ein aktivistischer Investor nun bei AT&T involviert ist“. Sein Justizministerium hatte versucht, die Übernahme von Time Warner durch AT&T zu verhindern.

AT&T teilte mit, man freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem Hedgefonds. „Tatsächlich werden viele der genannten Aktionen schon jetzt ausgeführt“, heißt es in der Mitteilung.

Mehr: Das Umsatzwachstum von AT&T fiel zuletzt deutlich geringer aus als von Analysten erwartet. Das lag an schleppenden Geschäften der zugekauften Time Warner.

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