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Branchennetzwerke

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Community-Cloud für Landesbanken

FI-TS ist gerade dabei, eine Community-Cloud-Lösung für die deutschen Landesbanken einzuführen. dpa

FI-TS ist gerade dabei, eine Community-Cloud-Lösung für die deutschen Landesbanken einzuführen.

Neutralität ist beim technischen Zuschnitt gefragt. „Steht ein Broker als unabhängiger Dritter in der Mitte, ist das von Vorteil“, sagt René Büst, Senior-Analyst beim Beratungsunternehmen Crisp Research. In der Automobil-Cloud ENX kümmert sich der Trägerverein um das Tagesgeschäft. Neue Unternehmen kommen nur hinzu, wenn ein Mitglied für den Neuling einsteht und ihm bescheinigt, dass er dem Netzwerk nützt. Trotz aller Regeln: In der Gemeinschafts-Cloud bleibt es nicht aus, dass neben technischen auch politische Fragen diskutiert werden: „So ein Konstrukt will erst einmal geführt werden“, sagt Chaar.

Gruppendynamische Herausforderungen sieht auch Walter Kirchmann, Geschäftsführer des Frankfurter IT-Dienstleister FI-TS: „Je mehr Synergien es gibt, desto eher lohnt sich der Austausch für alle. Aber umso schwieriger ist es, sich mit allen Partnern auf das größte Set an Gemeinsamkeiten zu einigen.“ FI-TS ist gerade dabei, eine Community-Cloud-Lösung für die deutschen Landesbanken einzuführen. Die Grundbedingungen stimmen: Wegen der regulatorischen Anforderungen der Finanzaufsicht Bafin an die IT sitzen viele Institute im selben Boot.

Vor- und Nachteile des Cloud Computing

Kosten

Wenn ein Unternehmen seine Kundendatenbank nicht im eigenen Rechenzentrum pflegt, sondern einen Online-Dienst wie Salesforce.com nutzt, spart es sich Investitionen in die Infrastruktur. Die Abrechnung erfolgt außerdem zumeist gestaffelt, zum Beispiel nach Nutzerzahl oder Speicherverbrauch. Geschäftskunden erhoffen sich dadurch Kosteneinsparungen.

Skalierbarkeit

Wer Speicherplatz im Netz mietet, kann flexibel auf die Nachfrage reagieren und den Bedarf unkompliziert und schnell erhöhen oder versenken. Wenn beispielsweise ein Startup rasant wächst, fährt es einfach die Kapazitäten hoch. Somit fallen auch niedrige Fixkosten an.

Einfachheit

Die Installation auf den eigenen Rechnern entfällt. Damit lässt sich ein neues System äußerst schnell einführen. Auch die Updates bereiten keine Probleme mehr, somit sinkt der Administrationsaufwand. Allerdings lassen sich die Cloud-Dienste in der Regel auch nicht so individuell konfigurieren.

Ortsunabhängigkeit

Zur Nutzung der Cloud-Dienste benötigen Mitarbeiter lediglich einen Internetanschluss – unabhängig von ihrem Aufenthaltsort und dem Gerät, das sie nutzen.

Sicherheit

Die Daten-Dienstleister werben damit, dass sie sich intensiver mit der IT-Sicherheit beschäftigen als einzelne Nutzer oder Unternehmen. Allerdings sind die Rechenzentren der Cloud-Anbieter aufgrund der große Datenmenge auch ein attraktives Ziel für Angreifer von Hackern. Auch Geheimdienste zeigen großes Interesse. Zudem ist von außen schwer nachzuvollziehen, ob der Anbieter die Daten ausreichend vor den eigenen Mitarbeitern schützt. Die Auslagerung bedeutet somit einen Kontrollverlust.

Abhängigkeit

Viele Unternehmen sind von ihrem Dienstleister abhängig, weil sie nicht ohne weiteres zu einem anderen Anbieter wechseln können. Das liegt etwa daran, dass sie ihre Systeme aufwendig an die Schnittstellen anpassen müssen. Auch Nutzer haben oft Schwierigkeit, wenn sie mit ihren Daten den Anbieter wechseln wollen. Eine weitere Frage: Was ist, wenn der Betreiber eines Dienstes pleite geht? Erst wenn es Standards gibt, die den Wechsel von einem zum anderen Dienstleister ermöglichen, sinkt die Abhängigkeit.

Trotzdem schreitet das Projekt nur langsam voran: Gemeinsam mit einer ersten Bank hat FI-TS das System entwickelt, eine zweite Bank ist gerade integriert, drei weitere stehen in der Pipeline. „Die Zeitpläne können sehr individuell davon abhängen, wann der Umbau der IT bei einem Unternehmen aufgesetzt wird“, sagt Kirchmann. Die Anforderungen variieren stark. Sichere Zugänge zu gemeinsam genutzten Daten sind das A und O. Berater Büst beschreibt es so: „Die Community-Cloud steht in der Mitte. Sie muss verschiedene Sprachen sprechen und eine gewisse Sicherheit garantieren.“

Dazu zählt zum einen ein verbindlicher Datenstandard innerhalb der Cloud, zum anderen auch die Möglichkeit für die beteiligten Unternehmen, über Schnittstellen ihre eigenen Applikationen anzuschließen. Eine weitere Besonderheit: In der Community-Cloud kooperieren zwar Firmen mit ähnlichen Interessen. Dennoch ist es besser, wenn ihre Nutzungsprofile nicht allzu deckungsgleich sind. Fordern nämlich alle gleichzeitig zusätzliche Kapazitäten aus der Cloud an, muss der Dienstleister die Lastprofile addieren und Kapazitäten bereithalten. So schmelzen die Kostenvorteile, die das Cloud-Computing verspricht. Im Fall der Banken etwa fallen Monats- und Jahresabschlüsse naturgemäß in denselben Zeitraum: „Wir führen intensive Gespräche, um die Lastspitzen zumindest in möglichen Zeitfenstern zu verteilen“, sagt Kirchmann.

Cloud Computing

Mittelständler fallen aus allen Wolken

IT-Dienstleister werben im Mittelstand für einfache und billige Cloud-Lösungen. Doch vielen Mittelständlern fällt es schwer, den richtigen Anbieter zu finden.

An Bedeutung gewinnen könnte die Community-Cloud durch Industrie 4.0, also den Trend, die Produktion stärker zu vernetzen. Da so höhere Anforderungen auf Firmen zukommen, könnte eine Community-Cloud entlang einer Lieferkette Sinn ergeben. „Cloud-Computing übernimmt als Basistechnologie bei der Einführung von Industrie 4.0 eine wichtige Aufgabe“, sagt Josef Glöckl-Frohnholzer, COO des Cloud-Anbieters Zimory. Die Kommunikation entlang einer Wertschöpfungskette stelle eine technologische Herausforderung dar.

Erste Entwicklungen sind bei ENX zu beobachten - durch Car-to-X. Dahinter steckt die intelligente Vernetzung von Fahrzeugen untereinander, mit Verkehrsleitsystemen und anderen Schnittstellen. Dieser Trend dürfte bald für mehr Verkehr in der Auto-Cloud sorgen.

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