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11.06.2018

14:53 Uhr

Cebit 2018

Intel lockt mit künstlicher Welle und Drohnenballett

VonJoachim Hofer

Der US-Konzern stellt auf der Cebit die künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt. Wie Intel den Spagat zwischen Firmen- und Privatkunden schaffen will.

Autonomes Fliegen steht für den US-Konzern auf der Cebit ganz oben auf der Agenda. dpa

Volocopter auf dem Intel-Stand

Autonomes Fliegen steht für den US-Konzern auf der Cebit ganz oben auf der Agenda.

HannoverEin Hightech-Weinberg in der Messehalle – mit dem spektakulären Exponat warb Intel vor zwei Jahren auf der Cebit. Vergangenes Jahr ließ der Chiphersteller Drohnen in den Himmel von Hannover steigen. In dieser Woche lockt der US-Konzern die Gäste mit einer künstlichen Welle im Freigelände. „Die Jahreszeit gibt uns vollkommen neue Möglichkeiten“, sagte Christian Lamprechter, Deutschland-Chef von Intel, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Der Manager ist begeistert vom neuen Termin der Messe und dem veränderten Konzept. „Das ist eine riesige Chance, sich im globalen Kontext zu profilieren,“ betonte Lamprechter; also gegenüber der CES in Las Vegas, dem Mobile World Congress in Barcelona und der Computex in Taipeh. Lamprechter hofft, dass die Cebit durch den Festivalcharakter und die Abendöffnung auch jugendliche Gäste nach Hannover lockt.

Intel wagt mit seinem Auftritt den Spagat zwischen Firmen- und Privatkunden. Die stehende Welle richtet sich an beide Besuchergruppen. Wer mag, der darf dort aufs Surfbrett steigen. Was Intel aber vor allem zeigen will: Der Halbleiterkonzern überträgt hochauflösende Bilder von draußen in Halle, wo die Gäste mit Computerbrillen das Geschehen live mitverfolgen können.

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Auf dem Messestand geht es vor allem um künstliche Intelligenz. Der Technikkonzern zeigt über Computerbrillen, wie mit modernen Algorithmen die Wale geschützt werden können. Mit Hilfe von Drohnen lassen sich die Ausscheidungen der Meeressäuger analysieren und dadurch erkennen, wie es den Tieren geht, wohin sie ziehen und wie sich ihre Umwelt verändert – und das alles in Echtzeit.

„Wir zeigen damit, dass wir in der Lage sind, große Probleme zu lösen“, so Lamprechter. In einer anderen Präsentation geht es darum, mit künstlicher Intelligenz psychisch erkrankten Menschen zu helfen.

Viele neue Aufträge werde Intel in Hannover sicher nicht erhalten, meint Lamprechter. Kontakte zu potenziellen neuen Kunden zu knüpfen sei aber schon wichtig. Letztlich aber zahlt die Cebit vor allem aufs Image ein. „Es geht uns nicht zuletzt darum, die Sichtweise der Menschen auf Intel zu verändern“, so Lamprechter.

Der Unternehmenslenker musste seinem Messepersonal für diese Woche Sonderschichten auferlegen, denn der Höhepunkt eines jeden Tages findet erst um 22 Uhr statt: Dann lässt Intel sein Drohnenballett los, 300 bunt beleuchtete Flugkörper sollen die Gäste begeistern. Die Geräte stammen aus der eigenen Fertigung der Münchener Tochter Ascending Technologies.

Autonomes Fliegen steht bei Intel ganz oben auf der Agenda, schließlich müssen dabei unendlich viele Daten gesammelt, versendet und verarbeitet werden. Und so ist auch am Messestand eine Drohne zu sehen, wenngleich sie nicht abheben wird: der Volocopter des badischen Unternehmens E-Volo, einer Beteiligung von Intel.

Lamprechter ist zuversichtlich, dass die neue Cebit ein Erfolg wird: „Wir verzeichnen eine tolle Resonanz von Partnern und Kunden.“

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