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16.06.2019

13:13

Echtzeitmobilfunk

1&1: Dommermuth schließt Fusion mit Telefónica aus

Der United-Internet-Chef reagiert auf die Gerüchte über einen Zusammenschluss mit dem Rivalen Telefónica. Da sei nichts dran, sagt er in einem Interview.

Der Chef von United Internet schließt eine Zusammenarbeit mit Telefónica aus. dpa

Ralph Dommermuth

Der Chef von United Internet schließt eine Zusammenarbeit mit Telefónica aus.

DüsseldorfNach der wochenlangen Auktion um die Sendefrequenzen für die neue Mobilfunk-Generation 5G, beginnt nun das Wettrennen um den Netzausbau. Vor für United Internet und deren Chef Ralph Dommermuth gilt der Ausbau als große Herausforderung.

Während die großen drei Mobilfunkanbieter Telekom, Vodafone und Telefónica bereits Erfahrungen mit dem Netzausbau haben, steht United Internet vor neuen Aufgaben: Das Unternehmen mit Marken wie 1&1 Drillisch mietet bislang die Infrastruktur von anderen Mobilfunkanbietern, vor allem von Telefónica.

Zuletzt gab es darum Gerüchte, dass United Internet einen Zusammenschluss mit Telefónica anstreben könnte. Doch der Firmenchef Dommermuth hat die Gedankenspiele zurückgewiesen. „Da ist nichts dran“, sagte er im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ).

Allerdings schließt er die Zusammenarbeit mit den Konkurrenten nicht völlig aus. „Kooperationen sind die naheliegende Weiterentwicklung des Geschäftsmodells und in vielen fortschrittlichen Ländern längst Standard“, sagte Dommermuth. Es sei viel günstiger, Antennenstandorte gemeinsam zu bauen oder bauen zu lassen und die Kosten fair zu teilen. Dies erhöhe die Ausbaugeschwindigkeit.

Dommermuth ist der Ansicht, dass alle Wettbewerber mit United Internet verhandeln müssten, und zwar mit der Bundesnetzagentur als Schiedsrichter. Auch Telekom-Manager Dirk Wössner beispielsweise sagte dem Handelsblatt: „Wir sind offen für Kooperationen, soweit sie fair sind.“ Das gelte auch für den neuen Wettbewerber 1&1.

Tatsächlich dauert es Jahre, ein Mobilfunknetz aufzubauen, das nur annähernd flächendeckend ist. Deshalb müssen die vier Konzerne einen Weg finden, zusammenzuarbeiten. Zu teuer ist der Netzausbau, zu langwierig die Planung.

In wenig besiedelten Gegenden ist der Netzausbau nicht wirtschaftlich. Wenn die Mobilfunker ihre Infrastruktur teilen, können sie die Kosten für den Ausbau erheblich senken. Telekom-Topmanager Wössner forderte allerdings eine „ausgeglichene Lastenverteilung“ – bei Gesprächen in der Vergangenheit habe man sich oft nicht darauf einigen können. Telefónica-Deutschlandchef Markus Haas sprach sich aber auch für eine engere Zusammenarbeit der Netzbetreiber aus – besonders im ländlichen Raum: „Wir werden unsere Standorte proaktiv anbieten.“

Konkrete Ziele fehlen noch

Der zügige Ausbau sei auch nötig, „da alle im Wettbewerb um leistungsstarke Netze stehen“, betont Wolfgang Sprecher, Analyst vom Bankhaus Lampe. Fachdienste wie P3 aus Aachen oder Opensignal aus London vergleichen die Qualität der Infrastruktur regelmäßig.

Dommermuth wolle keine Versprechungen hinsichtlich des Wettbewerbs machen. Er sagte aber: „Wenn sich alles, was wir hier machen, nicht mittelfristig aus den Markt auswirken würde, hätten sich die drei bestehenden Netzbetreiber nicht so heftig gegen unseren Einstieg wehren müssen.“

Wann die Technologie in großen Teilen des Landes zur Verfügung stehen wird, lässt sich derzeit noch nicht genau sagen. Ein konkretes Ziel nennt immerhin die Deutsche Telekom: Der Dax-Konzern will bis zum Jahr 2025 mindestens 99 Prozent der Bevölkerung und 90 Prozent der Fläche versorgen.

Die fünfte Mobilfunkgeneration, 5G, verspricht ähnlich wie bei der Einführung der Vorgängertechnologie LTE ab dem Jahr 2010 eine deutlich höhere Leistung – die Geschwindigkeit ist höher, es kommt nur zu geringen Verzögerungen bei der Datenübertragung, und der Stromverbrauch fällt niedriger aus.

Dommermuth findet, 5G sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. „Aber 5G alleine schafft noch kein digitales Ökosystem und ohne das werden wir nicht vorne mitspielen.“ Nach mehr als zwölf Wochen war die 5G-Auktion vergangene Woche mit einer Gesamtsumme von 6,55 Milliarden Euro zu Ende gegangen.

Mehr: Nach dem Ende der Versteigerung starten die Telekomkonzerne den 5G-Ausbau. Was der neue Standard den Nutzern bringt – und wie die Tarife aussehen könnten.

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