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10.04.2019

14:49

Echtzeitmobilfunk

5G-Auktion knackt die Marke von fünf Milliarden Euro

Von: Christof Kerkmann, Stephan Scheuer

Der Bieterkampf um die 5G-Frequenzen hält unvermindert an. Doch das Verfahren befindet sich in einer kritischen Phase. Besonders Telefónica steht unter Druck.

Die Mobilfunkanbieter liefern sich einen Bieterwettstreit um die begehrten Frequenzen. dpa

5G Echtzeitmobilfunk

Die Mobilfunkanbieter liefern sich einen Bieterwettstreit um die begehrten Frequenzen.

Düsseldorf, WienDie Versteigerung der Frequenzen für den Echtzeitmobilfunk 5G wird für die Mobilfunkunternehmen immer teurer. Am Mittwoch überschritt die Summe der Höchstgebote die Marke von fünf Milliarden Euro, wie aus den von der Bundesnetzagentur veröffentlichen Daten hervorgeht.

In Runde 167 stieg die Summe der Höchstgebote für alle 41 Frequenzblöcke auf 5,003 Milliarden Euro. Die Auktion endet erst, wenn keine Firma mehr Gebote abgibt. Bei der Frequenzvergabe in Mainz treten die etablierten Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Herausforderer United Internet an, um sich die begehrten Frequenzen zu sichern.

Schon jetzt wird die Auktion teurer als die vergangenen beiden Runden der Frequenzvergabe in Deutschland. 2010 hatten die Mobilfunker insgesamt 4,4 Milliarden Euro in 224 Runden für die Frequenzen bezahlt. Im Jahr 2015 hatten die Unternehmen in 181 Runden rund fünf Milliarden Euro geboten.

Zwar liegt die Auktion in diesem Jahr noch weit entfernt von der Rekordversteigerung der UMTS-Frequenzen im Jahr 2000. Damals bezahlten die Firmen in einem drei Wochen dauernden Bieterverfahren am Ende 50,8 Milliarden Euro.

Trotzdem befindet sich das Vergabeverfahren mittlerweile in einer kritischen Phase. Die Ausgaben könnten zu einer gewaltigen Belastung für die Unternehmen werden.

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Beim Netzbetreiber Telefónica steht ein Sparprogramm an, wie das Handelsblatt erfuhr. In der Netzsparte könnten 110 Stellen gestrichen werden, wie aus internen Nachrichten des Unternehmens hervorgeht. Das würde rund zehn Prozent der Beschäftigten in der Sparte entsprechen. Ein Firmensprecher wollte sich auf Anfrage nicht zu der Zahl äußern.

Gespräche mit den Betriebsräten stünden noch aus, sagte der Sprecher. „Weder Art, noch Umfang oder Zeitraum von Veränderungen im Netzbereich der Telefónica Deutschland“ stünden bislang fest. Zuvor hatte das „Manager Magazin“ über die anstehende Kürzung berichtet.

Zudem setzt die Auktion Telefónica besonders unter Druck, argumentierte Ulrich Rathe vom Analysehaus Jefferies. Sollte Herausforderer United Internet als vierter Netzbetreiber aus der Auktion hervorgehen, wäre das ein großes Problem für das Geschäftsmodell von Telefónica in Deutschland. Denn United Internet mietet das Netz von Telefónica für seine eigenen Kunden an. Auf rund 300 Millionen Euro beziffert Rathe die jährlichen Mieteinnahmen. Würde United Internet den Aufbau eines eigenen Netzes vorziehen, fiele dieses Geld weg.

Rathe machte jedoch deutlich, dass nicht klar ist, ob United Internet wirklich ein Netz aufbauen will. „Sie könnten sich zu jedem Zeitpunkt aus der Auktion zurückziehen“, so Rathe.

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Telekom-Chef Timotheus Höttges sagte auf der Technologiekonferenz Hub.Berlin, er müsse mitsteigern. So wolle die Telekom zukunftsfähig bleiben und später 5G-Netze betreiben können. Zugleich kritisierte er die inzwischen erreichte Auktionshöhe. Das Geld fehle letztlich den Kunden, den Bürgern und auch den Netzbetreibern, da es beispielsweise nicht mehr in Funkmasten investiert werden könne.

Das sei vielleicht „nur noch gut für den Finanzminister“. Die Einnahmen aus der Versteigerung fließen letztlich in den Digitalfonds der Bundesregierung. Branchenexperten hatten vorher mit einem Endergebnis zwischen drei und fünf Milliarden Euro gerechnet.

5G soll Datengeschwindigkeiten ermöglichen, die mindestens hundert Mal schneller sind als die der aktuellen 4G-Netze und für sehr niedrige Reaktionszeiten sorgen. Zudem müssen keine Unterbrechungen während der Übertragung befürchtet werden. Das sind Bedingungen, wie sie für künftige Schlüsseltechnologien nötig sind – etwa das autonome Fahren, virtuelle Realität und Industrie 4.0.

Mit Agenturmaterial.

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