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02.12.2019

18:30

Führungswechsel

IBM Deutschland verliert Chef: Matthias Hartmann geht zu Techem

Von: Christof Kerkmann

Vom IT-Riesen zum Energiedienstleister: Matthias Hartmann verlässt überraschend IBM Deutschland. Der Manager heuert als neuer Chef bei Techem an.

Der Manager verlässt IBM Deutschland. imago/Jürgen Heinrich

Matthias Hartmann

Der Manager verlässt IBM Deutschland.

Düsseldorf Bei IBM Deutschland steht erneut ein Wechsel an der Spitze an: Matthias Hartmann wird das Unternehmen Anfang 2020 nach zwei Jahren als Chef der Landesgesellschaft wieder verlassen und den Führungsposten bei der Techem-Gruppe übernehmen. Das teilte der Energiedienstleister am Montag mit.

Der Manager sei ein „ausgewiesener Stratege mit umfassender Erfahrung in den Bereichen Technologie und Digitalisierung“, erklärte Andreas Umbach, Aufsichtsratsvorsitzender des Energiedienstleisters. Er bringe alle Voraussetzungen mit, „um zusätzliche Impulse zu setzen und das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln“.

Techem will das Geschäft neu ausrichten: Neben der Messung von Energie- und Wasserverbrauch möchte das Unternehmen mithilfe digitaler Technologien neue Dienstleistungen entwickeln, zum Beispiel um der Wohnungswirtschaft bei der Steigerung der Energieeffizienz zu helfen. Die „Prozesseffizienz in Immobilien“ will der Konzern ebenfalls verbessern.

Hartmann verbrachte in verschiedenen Rollen insgesamt mehr als 25 Jahre bei IBM, zwischenzeitlich leitete er den Marktforscher GfK. Der IT-Konzern bestätigte den Abgang. Einen Nachfolger hat er noch nicht – der werde „zu gegebener Zeit angekündigt werden“, hieß es auf Anfrage. Damit muss das US-Unternehmen die Leitung eines der wichtigsten Märkte neu aufstellen.

In den rund zwei Jahren hat der Noch-Chef von IBM Deutschland die Organisationsstruktur verändert, um verstärkt ganzheitliche Lösungen zu entwickeln, zum Beispiel elektronische Akten für Krankenkassen. Er ließ sich von der Konzernspitze genehmigen, 2.200 Mitarbeiter von außerhalb einzustellen, die neue Technologien beherrschen.

Zudem bemühte sich Hartmann um die Atmosphäre, die nach umfangreichen Stellenstreichungen schlecht war. In Mitarbeiterkreisen war zu hören, dass nach seiner Berufung in einigen Abteilungen wieder Optimismus eingezogen sei. „Gerade in einem sich transformierenden Konzern muss man den Mitarbeitern deutlich sagen, dass sie gut sind“, sagte Hartmann 2018 dem Handelsblatt.

Zu seinen Motiven für den überraschenden Jobwechsel äußerte sich Hartmann nicht. Techem ist mit gut 3.600 Mitarbeitern deutlich kleiner als IBM Deutschland. Allerdings dürfte der Manager dort nach Einschätzung aus Branchenkreisen deutlich mehr Entscheidungsfreiheit haben als bei dem als hierarchisch geltenden US-Konzern.

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