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13.08.2019

09:00

IT-Bündnis

Schaeffler und SAP vereinbaren strategische Partnerschaft

Von: Axel Höpner, Christof Kerkmann

Der Autozulieferer wird Pilot-Partner bei der Einführung von SAP S/4 Hana. Von dem Bündnis sollen beide Seiten profitieren.

Der Software-Konzern kooperiert mit dem Autozulieferer Schaeffler. dpa

SAP

Der Software-Konzern kooperiert mit dem Autozulieferer Schaeffler.

München Ein treuer SAP-Kunde ist der Autozulieferer Schaeffler seit längerem. „Wir sind traditionell ein Unternehmen mit einem hohen SAP-Abdeckungsgrad. Über 90 Prozent laufen heute über unser zentrales SAP-System“, sagte Vorstandschef Klaus Rosenfeld dem Handelsblatt. Nun schließt das fränkische Familienunternehmen eine weitreichende Partnerschaft mit dem Walldorfer Software-Konzern.

Schaeffler wird unter anderem als einer der ersten Autozulieferer SAP S/4 Hana einführen – und soll durch Rückmeldungen helfen, das Programmpaket, mit dem Firmen ihre Geschäftsprozesse steuern, zu verbessern.

In der Vergangenheit hatte der Autozulieferer laut Rosenfeld gerne komplexe, Schaeffler-spezifische Lösungen etabliert. „In Zukunft wollen wir deutlich stärker auf Standardlösungen setzen. Das Motto heißt also: ‚Back to standard‘.“

Rosenfeld ist überzeugt: „Die Umstellung auf SAP S/4 Hana frühzeitig und gesamthaft zu planen und anzugehen, bringt uns gerade mit Blick auf digitale Transformation eindeutige Wettbewerbsvorteile.“ Im Gegenzug bestehe für Unternehmen die Gefahr, zurückzufallen, wenn sie zum Beispiel den Autobauern nicht frühzeitig die richtigen digitalen Schnittstellen zur Verfügung stellen könnten. Wichtig sei es, in der aktuellen Branchenflaute solche Zukunftsinvestitionen nicht hintenanzustellen.

SAP-Deutschlandchef Daniel Holz sieht Vorteile für beide Seiten. „Wir können dem Unternehmen frühzeitig den Zugang zu Innovationen bieten.“, sagte er dem Handelsblatt. Dieses habe dann die Möglichkeit, frühzeitig ein Feedback zu geben und so „die Standardlösungen mit zu formen“. Schaeffler sei einer von maximal einer Handvoll Pilotpartnern in der Zulieferindustrie bei der Einführung von SAP S/4 Hana.

SAP-Deutschlandchef Daniel Holz (links) und Schaeffler-CEO Klaus Rosenfeld bei der Vertragsunterzeichnung. Schaeffler

Kooperation

SAP-Deutschlandchef Daniel Holz (links) und Schaeffler-CEO Klaus Rosenfeld bei der Vertragsunterzeichnung.

Zum Zeitplan sagte Holz: „Wir wollen nach einer gemeinsamen Planungsphase nächstes Jahr mit der Umsetzung bei Schaeffler beginnen.“ Die komplette Umstellung des Konzerns solle dann innerhalb von vier bis fünf Jahren realisiert werden.

S/4 Hana ist ein Programmpaket, mit dem Unternehmen Geschäftsprozesse von der Beschaffung über die Finanzen bis zum Personal steuern können. SAP schneidet die Software auf die Bedürfnisse von 25 Branchen speziell zu, darunter die Automobilindustrie, die beispielsweise auf Funktionen für Ersatzteilmanagement, Lagerverwaltung und Industrie 4.0 zugreifen kann.

Bei der Weiterentwicklung der Software setzt SAP häufig auf Kooperationen mit Pilotkunden. Im aktuellen Fall sollen die Anregungen von Schaeffler in das Produkt einfließen, das anschließend die gesamte Branche nutzen kann. „Co-Innovation“ nennt der IT-Konzern dieses Verfahren. SAP-Manager Holz erklärte, das fränkische Unternehmen habe „herausragende Expertise in der Automobilindustrie“.

Über konkrete Investitionssummen oder mögliche Einsparpotenziale halten sich beide Unternehmen bedeckt. Da Schaeffler sowohl S/4 Hana als auch die Personallösung Success Factors einführt, dürfte es sich aber um ein vergleichsweise großes Projekt handeln.

„Komplexitätsreduktion und Standardisierung sind wesentliche Hebel zur Effizienzsteigerung“, sagte Rosenfeld. „Die Umstellung kostet Geld, bringt aber zugleich Kostenvorteile und macht das Gesamtsystem robuster und flexibler.“

Bei S/4 Hana würden viele Module mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet, sagte Holz. Die KI-Komponente wirke dabei direkt in den beim Kunden im Einsatz befindlichen Modulen. Schaeffler könne hier zum Beispiel Feedback geben zu den Funktionen für die Optimierung der Zulieferkette. „Aufbauend auf einem engen strategischen Austausch des Top-Managements sollen die wichtigsten Handlungsfelder identifiziert und adressiert werden sowie Schnittmengen in der Technologie-Roadmap beider Unternehmen identifiziert werden“, hieß es bei Schaeffler.

Schaeffler macht derzeit wie die gesamte Automobilbranche schwierige Zeiten durch. Die Branchenkonjunktur weltweit schwächt sich ab, gleichzeitig müssen die Unternehmen hohe Investitionen für den Wandel ins Elektromobilitäts-Zeitalter stemmen. Vor diesem Hintergrund musste Schaeffler mehrmals die Prognosen nach unten korrigieren. Zukunftsinitiativen dürften in solchen Zeiten aber nicht „depriorisiert“ werden, meint Rosenfeld.

Mehr: Für Konzernchef Bill McDermott ist S/4 Hana das zentrale Produkt im Portfolio. Die Einführung läuft aber schleppend. SAP baut daher den Bereich um.

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