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04.08.2019

17:12

IT-Entwickler

So will der aktivistische Investor ENA von der RIB Software profitieren

Von: Christof Kerkmann, Robert Landgraf

Beim Stuttgarter Bausoftware-Anbieter RIB kauft der Hedgefonds ENA zu und sorgt für Spekulationen. Der Softwareentwickler profitiert vom Immobilienboom.

Die RIB Software SE ist ein Vorreiter im Bauwesen. RIB Group

Software

Die RIB Software SE ist ein Vorreiter im Bauwesen.

Düsseldorf. Frankfurt Selbst in schwierigen Zeiten gibt es Firmen, die gute Nachrichten produzieren. RIB Software gehört dazu: Der Bauboom verhilft dem börsennotierten Konzern aus Stuttgart, der Software für Bauprojekte anbietet, zu einem kräftigen Wachstum. Zuletzt hob er die Prognose fürs laufende Jahr an.

Von dieser Entwicklung will nun ausgerechnet der Investmentfonds ENA Investment Capital profitieren: Er hat seine Position am Softwarehaus deutlich ausgebaut. Inzwischen halte er mutmaßlich rund zehn Prozent der Aktien, sagte RIB-Software-Chef Thomas Wolf dem Handelsblatt.

Der Einstieg könnte für Unruhe sorgen. Unter aktivistischen Investoren werden Hedgefonds verstanden, die sich Minderheitsbeteiligungen an Unternehmen sichern, um Einfluss aufs Management zu nehmen. Ziel ist es, den Wert der Firmen zu steigern und dann wieder auszusteigen.

Gegründet wurde ENA 2013 von dem ehemaligen Eigenhandelschef der Investmentbank Morgan Stanley, George Kounelakis. Der Hedgefonds ist neben dem Aktivisten Elliott auch beim 3D-Druckspezialisten SMS Solutions engagiert.

Die Erhöhung nach dem Einstieg mit gut fünf Prozent Ende April erfolgt in einer Zeit, in der RIB Software Gespräche mit potenziellen Partnern führt, die sich langfristig am Unternehmen beteiligen wollen. Das Softwarehaus baut eine digitale Plattform fürs Bauwesen auf, wie es Uber für den Transport, Adobe fürs Marketing und Amazon für den Handel getan haben.

Der börsennotierte IT-Konzern aus Stuttgart peilt ein stattliches Wachstum an. RIB Group

Thomas Wolf, Chef RIB Software

Der börsennotierte IT-Konzern aus Stuttgart peilt ein stattliches Wachstum an.

Nun stellt sich die Frage: Was will der aktivistische Investor? Das Unternehmen war am Wochenende nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

RIB Software, 1961 als „Recheninstitut im Bauwesen“ gegründet, entwickelt Programme, die Unternehmen beim „durchgängigen digitalen Planen, Bauen und Betreiben“ von Bauten helfen sollen – von der Konstruktionszeichnung über einen virtuellen Projektraum bis zur Instandhaltung, von der Kostenplanung über die Auftragsvergabe bis zur Finanzbuchhaltung.

Dabei setzt das Unternehmen auf die Möglichkeiten der Digitalisierung. So kündigte es im vergangenen Jahr mit Microsoft das Projekt MTWO an, um eine Cloud-Plattform für die Bauwirtschaft zu entwickeln. Diese soll Technologien wie Big Data, Künstliche Intelligenz und Augmented Reality nutzen, um den Bauprozess effizienter zu machen. Erst Freitag gab RIB eine Beteiligung am indischen Softwarespezialisten Winjit bekannt.

Das Unternehmen verfolge einen Fünfjahresplan, erklärte Vorstandschef Thomas Wolf dem Handelsblatt: „Wir wollen eine weltweite Plattform fürs Bauwesen mit zwei Millionen Nutzern aufbauen.“ Jeder soll monatlich 50 Dollar zum Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) beitragen, woraus sich jährlich 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) als Ziel errechnen.

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