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28.11.2018

12:39

IT-Sicherheit

Mit bunten Barcodes gegen Fälschungen

Von: Thomas Trösch

Fraunhofer-Forscher haben einen farbigen Barcode entwickelt. Er kann mehr Daten speichern als die Schwarzweiß-Variante und bietet zusätzlich Schutz gegen Fälschungen.

Der JAB-Code kann unterschiedliche Farben und Formen haben. Das erhöht seine Speicherkapazität. (Foto: Fraunhofer SIT)

JAB-Code

Der JAB-Code kann unterschiedliche Farben und Formen haben. Das erhöht seine Speicherkapazität. (Foto: Fraunhofer SIT)

BerlinMit einer Neuentwicklung wollen Forscher des Fraunhofer-Instituts für sichere Informationstechnologie (SIT) Farbe in die schwarz-weiße Welt der Balkencodes bringen. Der farbige JAB-Code, den sie im Auftrag des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickelt haben, kann deutlich mehr Informationen aufnehmen als herkömmliche Barcodes und verspricht zudem mehr Sicherheit.

Tatsächlich ist die Datendichte der heute verwendeten schwarz-weißen Balkencodes eher gering. Oft enthält der Code daher Verweise auf Webseiten oder Datenbanken mit weiteren Informationen. Wollen Nutzer Zugriff auf diese Infos haben, müssen sie den lästigen Umweg über das Internet nehmen.

Der JAB-Code besteht aus beliebig wählbaren Farben und kann unterschiedliche Formen annehmen, was seine Speicherkapazität deutlich erhöht. So hat die von den Entwicklern empfohlene Variante mit acht Farben eine dreimal höhere Datendichte als ein nichtfarbiger Code. Genug, um etwa auf Medikamentenpackungen den gesamten Beipackzettel mit allen Informationen zum Medikament, zur Dosierung sowie möglichen Nebenwirkungen bereitzustellen.

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Eine Karte in ein Lesegerät zu stecken ist fast schon überholt. Längst gibt es neue Methoden zum bargeldlosen Zahlen – sogar per Gesichtserkennung.

Achtfarbige JAB-Codes können von aktuellen Smartphones gut gelesen werden. Für künftige Geräte-Generationen mit besserer Kameratechnik könnten JAB-Codes nach Einschätzung der Forscher sogar bis zu achtmal mehr Informationen bereitstellen als die heutigen Balkencodes. Gleichzeitig arbeiten die Fraunhofer-Experten auch an einem Graustufen-Code, der die hohe Datendichte des JAB-Code auch für monochrome Kameras nutzbar machen soll.

Neben der besseren Datenspeicherung verspricht der JAB-Code auch mehr Sicherheit beim Umgang mit ID-Dokumenten. So kann etwa der Inhalt von Ausweisdokumenten, Geburtsurkunden oder anderen amtlichen Zeugnissen digital signiert und in einem JAB-Code abgebildet werden.

Nachdem dieser mit einem Farbdrucker auf das Dokument gedruckt wurde, lässt sich dessen Echtheit bei Bedarf einfach mit der Kamera eines Smartphones überprüfen. In Kombination mit einem speziellen Chip in der Ware kann der bunte Code aber auch als Sicherheitsbarriere gegen Produktfälschungen und Plagiate von Markenwaren dienen.

Getestet werden kann der bunte Barcode bereits jetzt schon. Das Fraunhofer-Institut hat dafür eine eigene Website eingerichtet.

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