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15.04.2019

09:19

Mobilfunkstandard

Diese Netzausbau-Hürden könnten nach der 5G-Auktion auf Deutschland zukommen

Von: Stephan Scheuer

Mit der Auktion ist nur ein Schritt von vielen getan. Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, dass danach weitere Probleme bei der 5G-Etablierung warten.

5G: Nach der Auktion gibt es weitere Netzausbau-Hürden Reuters

A1

In Österreich erhielt der Netzbetreiber A1 Telekom Austria den Zuschlag für die 5G-Frequenzen.

WienAls Thomas Arnoldner in Wien auf die Bühne trat, geriet er ins Schwärmen. „Mit 5G revolutionieren wir unsere Netze“, sagte der Chef von Österreichs größtem Netzbetreiber A1 Telekom Austria. Wie einst das iPhone unser Leben verändert habe, könne nun die Einführung des neuen Mobilfunkstandards neue Möglichkeiten eröffnen.

Der neue Standard reduziere den Energieverbrauch massiv, sagt Arnoldner auf der Digitalmesse 4Gamechangers. So könnte es künftig bei vernetzen Geräten möglich sein, dass nur noch alle paar Jahre eine Batterie getauscht werden müsse. Zudem ließen sich viel mehr Produkte mit dem Netz verbinden.

Arnoldner blickte nach vorne. Denn er konnte sich bereits die ersehnten Frequenzen für 5G sichern. Mitte März ging die Versteigerung in Österreich zu Ende. Mit 188 Millionen Euro erlöste die Auktion zwar etwas mehr, als die Regierung ursprünglich erwartet hatte. Im Vergleich zu Deutschland waren die Frequenzen jedoch sehr preiswert. Und es war auch günstiger als im Nachbarland Schweiz, wo Anfang Februar die Frequenzen für 380 Millionen Franken (rund 335 Millionen Euro) versteigert worden waren.

Nicht nur bei den Auktionen sind die beiden Nachbarländer Deutschland voraus. In beiden Ländern gibt es außerdem eine höhere Dichte an Mobilfunkstandorten als in der Bundesrepublik, was die Umstellung auf die neue Technik erleichtert. Gleichzeitig zeigen die Erfahrungen in den Ländern aber auch drei Probleme, die auch noch auf Deutschland zukommen dürften.

Fehlende Geräte

Netzbetreiber in der Schweiz und Österreich übertrumpfen sich mit Ankündigungen, wer schneller 5G ausrollen wird. In der Schweiz hat der Netzbetreiber Sunrise bekanntgegeben, schon seit Ende März 150 Orte mit 5G zu versorgen.

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In Österreich feierte bereits die Tochter der Deutschen Telekom, T-Mobile Austria, den Start von 5G an 25 Orten. Auf Nachfrage des Handelsblatts, ob man sich Anwendungsbeispiele für 5G von T-Mobile Austria anschauen könne, ruderte ein Unternehmenssprecher jedoch zurück.

Außer den Masten gebe es noch nicht viel zu sehen. Es gebe einen Engpass bei kommerziell verfügbaren Endgeräten. Das schränke die Zahl der Teilnehmer ein. Kritiker werfen T-Mobile Austria deshalb vor, der Start von 5G sei irreführendes Marketing gewesen.

Auswahl der Ausrüster

Zudem offenbart sich bei den Vorreitern in der Schweiz und Österreich eine weitere Herausforderung, die den Netzbetreibern in Deutschland noch bevorstehen könnte: die Auswahl der passenden Ausrüster.

Der chinesische Netzwerkausrüster Huawei gilt bei 5G als führend. Doch die USA erheben Vorwürfe der Gefahr von Cyberspionage gegen Huawei. Die EU hat sich mit dem Thema befasst. In der Schweiz hat Sunrise angekündigt, Huawei für den Ausbau von 5G einzusetzen. Seitdem gibt es kritische Nachfragen von Schweizer Politikern.

In Österreich setzt A1 auf Nokia. T-Mobile Austria hat sich trotz des Starts des 5G-Netzes an den 25 Orten noch nicht offiziell festgelegt, welcher Ausrüster den Zuschlag für den Netzausbau bekommen soll.

Sorgen um Gesundheit

Als drittes Problem der Netzbetreiber wird klar, dass es deutlichen Widerstand aus der Bevölkerung gegen den Ausbau von 5G geben könnte. Auch der Kanton Genf hat den Aufbau von 5G-Antennen am Mittwoch gestoppt. Zuvor war bereits im Nachbarkanton Waadt der Ausbau des 5G-Netzes gestoppt worden.

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Die Abgeordneten haben Sorge, dass die Technik Auswirkungen auf die Gesundheit der Bürger haben könnte. Deswegen wurde zur Bedingung für den Ausbau gemacht, zunächst wissenschaftliche Belege für die Unbedenklichkeit der Technik vorzulegen. Die Angst vor möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung ist nicht neu. Doch durch den Ausbau des künftigen Mobilfunkstandards könnte die alte Debatte auch in Deutschland erneut beginnen.

Die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz, Inge Paulini, versucht bereits zu beschwichtigen. 5G werde zunächst bekannte Frequenzen nutzen, die schon bei den vorherigen Mobilfunkstandards 3G und 4G gut erforscht seien und für die es Grenzwerte gebe. „Unterhalb der Grenzwerte sind keine gesundheitlichen Auswirkungen nachgewiesen“, teilte Paulini mit.

Allerdings räumte Paulini auch ein: „In einigen Jahren werden durch 5G höhere Frequenzen dazukommen, deren Wirkungen noch nicht so gut erforscht sind.“ Sie fordert daher einen „umsichtigen“ 5G-Ausbau in Deutschland. Ihre Behörde werde den Ausbau und mögliche Auswirkungen auf die Bevölkerung genauer untersuchen.

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