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28.11.2019

14:20

Process-Mining-Spezialist

„Technologie mit einzigartigem Potenzial“: Einhorn Celonis erhält Deutschen Zukunftspreis

Von: Axel Höpner, Christof Kerkmann

Die Software des Vorzeige-Start-ups bildet Geschäftsprozesse digital ab und macht Verbesserungsvorschläge. Für Celonis ist es die zweite gute Nachricht binnen weniger Tage.

Frank-Walter Steinmeier (2.v.l.), Bundespräsident, steht gemeinsam mit den Preisträgern des Deutschen Zukunftspreises, Alexander Rinke (l-r), Martin Klenk und Bastian Nominacher, nach der Verleihung auf der Bühne. dpa

Deutscher Zukunftspreis

Frank-Walter Steinmeier (2.v.l.), Bundespräsident, steht gemeinsam mit den Preisträgern des Deutschen Zukunftspreises, Alexander Rinke (l-r), Martin Klenk und Bastian Nominacher, nach der Verleihung auf der Bühne.

Berlin Die Anerkennung der Investoren hatte Celonis schon gewonnen: Erst vor wenigen Tagen schloss das Vorzeige-Startup eine neue Finanzierungsrunde ab, die die Firma mit 2,5 Milliarden Dollar bewertete. Damit ist Celonis eines der wenigen deutschen Einhörner mit einer Milliardenbewertung.

Einige Tage später hat Celonis nun eine weitere öffentlichkeitswirksame Bestätigung erhalten: Das Unternehmen ist am Mittwochabend von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet worden. Dieser würdigt neue Technologien und Innovationen, „welche die Zukunft maßgeblich gestalten“.

„Das Team hat ein vielseitiges und einfach zu handhabendes digitales Werkzeug geschaffen, mit dem sich unternehmerische Prozesse analysieren, darstellen und effizienter gestalten lassen“, erklärte das Bundespräsidialamt. Die Auszeichnung ist mit 250.000 Euro dotiert, die das Team für die Unterstützung innovativer Projekte verwenden will.

„Wir sind sehr stolz und glücklich, dass das Celonis-Team den Zukunftspreis des Bundespräsidenten gewonnen hat. Unsere Vision ist es, Prozesse und Abläufe auf der ganzen Welt reibungslos zu machen. Wir stehen für Innovationskraft, Wachstum und Unternehmergeist“, sagte Mitgründer Alexander Rinke dem Handelsblatt.

Celonis ist auf das Process Mining spezialisiert: Die Software bildet Geschäftsprozesse in Unternehmen digital ab und macht Verbesserungsvorschläge. So optimiert die Lufthansa mit dem System die Abläufe bei der Landung von Flugzeugen – und verhindert so Verzögerungen. Bei BMW hat die Software geholfen, in einer Lackierstraße den Ausschuss zu verringern.

Kurz: Dank der Prozessanalyse sollen Kunden Einsparpotenziale erkennen, die Kundenzufriedenheit steigern – und in der Summe das Geschäft verbessern können. Die Wachstumsraten liegen nach Angaben des Unternehmens im dreistelligen Bereich, konkrete Geschäftszahlen veröffentlicht es jedoch nicht.

Celonis wird oft mit SAP verglichen

Die Auszeichnung für Celonis sei wohlverdient, sagte Carsten Rudolph, Geschäftsführer des Investorennetzwerkes BayStartup, dem Handelsblatt.. „Die Technologie hat das einzigartige Potenzial, in praktisch allen Industrien Abläufe jeder Art effizienter zu machen.“ Der Zukunftspreis setze damit das richtige Signal.

Der Preis sei eine „großartige Bestätigung für die harte Arbeit der letzten acht Jahre“, sagte auch Co-Chef Alexander Rinke. Zudem sei er ein Beweis, dass auch die breite Öffentlichkeit das Potenzial der Technologie erkenne – „denn dieses geht weit über die reine Verbesserung von Prozessen in Organisationen hinaus und verändert maßgeblich den Alltag eines jeden Einzelnen“.

Die drei Gründer – Mathematiker, Informatiker und Wirtschaftsinformatiker – lernten sich bei einer studentischen Unternehmensberatung kennen, 2011 gründeten sie Celonis als Start-up aus der Technischen Universität München aus. Das Geschäft war vom ersten Tag an profitabel.

Celonis wird oft mit SAP verglichen. Zwar sind die beiden Unternehmen von der Größe her nicht vergleichbar. Doch auch Celonis habe eine Technologie entwickelt, die relevant für praktisch jedes Unternehmen sei, sagte Gründer Nominacher dem Handelsblatt. „Deshalb ist es unsere Vision, langfristig ein großes unabhängiges Technologieunternehmen aufzubauen.“

Bei der jüngsten Finanzierungsrunde hatte Celonis noch einmal 290 Millionen Dollar eingesammelt. Der Erlös soll für den Ausbau des Vertriebs und die Weiterentwicklung der Technologie eingesetzt werden.

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