MenüZurück
Wird geladen.

17.06.2019

11:40

Schwarze Liste

Huawei rechnet mit Umsatzminus von 30 Milliarden Dollar wegen US-Sanktionen

Von: Christof Kerkmann

Huawei beziffert erstmals den Schaden durch die US-Sanktionen: Der Umsatz fällt deutlich niedriger aus. Auch Zulieferer rechnen mit massiven Einbußen.

Huawei rechnet nach US-Sanktionen mit Umsatzeinbruch AFP

Huawei-Gründer Ren Zhengfei

Der chinesische Telekommunikationsriese rechnet mit einem Umsatzminus.

DüsseldorfWie schlimm sind die Folgen der Sanktionen der US-amerikanischen Regierung gegen den chinesischen Elektronikhersteller Huawei? Erstmals beziffert der Konzern den Schaden: Der Umsatz in diesem und im nächsten Jahr werde auf rund 100 Milliarden US-Dollar fallen, im der Summe rund 30 Milliarden Dollar unter der Prognose, sagte Firmengründer Huawei-Gründer Ren Zhengfei.

Ab 2021 rechnet er aber wieder mit einer Erholung des Geschäfts. Huawei werde in ein paar Jahren gestärkt aus seinen Schwierigkeiten hervorgehen, erklärte der Unternehmer bei einer Konferenz in der Zentrale in Shenzhen: „Ich denke, wir können auf keinen Fall zu Tode geprügelt werden.“

Besonders das Geschäft mit Verbraucherprodukten leidet. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg bereitet sich der Hersteller darauf vor, dass der Absatz außerhalb von China um 40 bis 60 Prozent sinkt. 2018 verkaufte Huawei 206 Millionen Geräte, rund die Hälfte davon im Ausland.

Huawei stelle daher die Einführung neuer Modelle in Frage, berichtet Bloomberg. Das gelte beispielsweise für das Honor 20, das in Teilen Europas am 21. Juni auf den Markt kommen soll. Falls der Verkauf schleppend laufe, sei denkbar, die Lieferung einzustellen, schreibt die Agentur.

Die Einführung des Mate X mit faltbarem Bildschirm hat das Unternehmen bereits um drei Monate auf September verschoben. Ein Sprecher erklärte gegenüber dem TV-Sender CNBC, dass man Probleme vermeiden wolle – Konkurrent Samsung musste den Verkauf des Galaxy Fold wegen Produktionsschwierigkeiten kurzfristig stoppen. Auch hier dürften die Sanktionen aber eine Rolle spielen.

US-Präsident Donald Trump hatte Huawei im Mai unter Verweis auf Sicherheitsbedenken auf die sogenannte Entity List gesetzt, eine schwarze Liste. US-amerikanische Unternehmen dürfen mit dem chinesischen Konzern seitdem nur unter Auflagen Geschäfte machen, die einem Verkaufsverbot nahe kommen.

Viele wichtige Zulieferer haben Huawei daraufhin die Geschäftsbeziehungen aufgekündigt. Google stellt beispielsweise künftig wichtige Dienste wie den Play Store, Google Maps und Gmail nicht mehr zur Verfügung, Chiphersteller wie Qualcomm und Broadcom stoppen die Lieferung von Prozessoren.

Die Sanktionen treffen nicht nur Huawei hart: Broadcom hat beispielsweise die Umsatzprognose deutlich gesenkt. Mehrere Chiphersteller drängen daher auf die Lockerung der Sanktionen, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider berichtet. Es gehe darum, Schaden für amerikanische Unternehmen abzuwenden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×