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30.04.2019

02:31

Tech-Konzern

Google hängt am Tropf der Werbeeinnahmen – das macht den Konzern angreifbar

Von: Britta Weddeling

Alphabet hat noch immer kein belastbares Geschäft neben der Anzeigenwerbung gefunden. Die Quartalszahlen zeigen, dass das ein Problem für den Tech-Konzern darstellt.

Googles Wachstum im Werbegeschäft verlangsamt sich. Reuters

Google

Googles Wachstum im Werbegeschäft verlangsamt sich.

San Francisco Das Suchmaschinengeschäft ist für Alphabet eine Lizenz zum Gelddrucken. Verlässlich brachten die Anzeigen dem Tech-Konzern Quartal für Quartal Milliardenumsätze ein. Die Google-Mutter rangiert in der Liga der wertvollsten Konzerne der Welt und leistet sich nebenher kostspielige Wetten auf die Zukunft, investiert in Roboterautos, eigene Hardware oder in die Musik- und Film-Streamingplattform Youtube.

Doch nach wie vor hat Alphabet noch immer kein belastbares Geschäft neben Anzeigenwerbung gefunden. Nun rückt die Konkurrenz in Googles Ökosystem vor.

Vor allem Amazon-Chef Jeff Bezos hat große Pläne. Seine Firma startete als Buchhändler, verdient heute am meisten Geld mit vermieteter Cloud und entwickelt sein Geschäftsmodell konsequent weiter – gerade Richtung Werbegeschäft.

Die Einnahmen des nur etwa vier Jahre jüngeren Google hingegen beruhen immer noch auf dem traditionellen Werbegeschäft. Google ist ein Googliath, aber der Riese steht mit dem Fokus auf das Werbegeschäft auf einem Bein. Das macht Alphabet angreifbar.

Wie sehr zeigen die aktuellen Quartalszahlen. Wenn das Werbegeschäft nachlässt, schwächelt der Riese. Alphabets Umsatz lag im ersten Quartal eine Milliarde Dollar unter den Erwartungen.

Das Ergebnis belief sich nur auf 36,34 Milliarden Dollar. Von Refinitiv befragte Analysten hatten auf 37,33 Milliarden Dollar spekuliert. Google legte damit das schwächste Umsatzwachstum seit dem dritten Quartal 2015 vor.

Der Gewinn enttäuschte ebenfalls. Das Nettoeinkommen brach auf 6,6 Milliarden Dollar oder 9,50 Dollar pro Aktie ein. Im Vorjahr lag die Summe noch bei 9,40 Milliarden Dollar oder 13,33 Dollar pro Aktie.

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Teilweise lässt sich das Minus auf das 1,7 Milliarden Dollar hohe Bußgeld zurückführen, zu dem die EU-Kommission Google vergangenen Monat verdonnerte. Google habe seine marktbeherrschende Position bei Online-Werbung missbraucht, so die Behörde anlässlich seiner bereits dritten Strafe gegen den Tech-Konzern.

Doch die Summe fällt für Google weniger ins Gewicht. Es wird laut eMarketer dieses Jahr 103,73 Milliarden Dollar mit digitaler Werbung verdienen.

Weitaus schwerer wirkt, dass sich Googles Wachstum im Werbegeschäft verlangsamt. Der Umsatz mit digitalen Anzeigen legte in den ersten drei Monaten 2019 nur noch um 17 Prozent zu. Im vergleichbaren Vorjahresquartal waren es noch 26 Prozent.

Entsprechend besorgt reagierte die Wall Street auf die Entwicklung. Die Alphabet-Aktie verlor nachbörslich um bis zu sieben Prozent.

Besonders schwer wiegt, dass die Werbe-Konkurrenten Facebook und Twitter diese Woche steigende Umsätze vermeldeten und Amazon vorige Woche sogar einen Rekordgewinn. Google behauptet sich zwar im Geschäft mit digitaler Werbung. Es liegt mit einem weltweiten Anteil von 31,1 Prozent auf Platz 1.

Doch Facebook sichert sich immerhin bereits 20,2 Prozent. Amazon, Neuling im Geschäft mit digitaler Werbung, erreicht aus dem Stand heraus 8,8 Prozent.

Die Ansätze für neue Geschäftsfelder sind da, aber wie sehr sie auf die Erlöse einzahlen, ist unklar. Immer öfter lobt Google-Chef Sundar Pichai in den Analystengesprächen das Wachstum von Youtube. Genaue Zahlen zum Umsatz mag Alphabets Finanzchefin Ruth Porat jedoch nicht nennen. Laut „Wall Street Journal” trägt die Video-Streaming-Plattform 13 Prozent zu den Werbeverkäufen bei.

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Der Handelsriese steigert den Gewinn zum Jahresbeginn deutlich, warnt aber vor zu großer Euphorie. Im laufenden Quartal drohen Rückschläge.

Die Investitionen in autonome Fahrzeuge etwa werden sich langfristig auszahlen, tragen aktuell jedoch noch eher zu den Kosten bei. Laut Finanzchefin Porat entwickelt der Konzern weitere Geschäftsmodelle für die Auto-Einheit Waymo.

Neben der Ursprungsidee mit vermittelten Fahrten will Google die Technologie auch als Lizenz vertreiben, darunter für Lastkraftwagen, Lieferdienste oder den Privatgebrauch. Anfang März gab Waymo bereits bekannt, die Technologie der 3D-Lidar-Sensoren an Warenhäuser oder die Agrarwirtschaft vertreiben zu wollen.

Kommentare (1)

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Herr Wilfried Zekert

30.04.2019, 10:56 Uhr

Im Grunde ist der Kunde von Waren und Dienstleistungen der dumme, weil er die Werbekosten mitbezahlt. Selbst dann und das ist der Witz, wenn er Google's Angebote gar nicht nutzen sollte.

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