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12.08.2019

11:10

Technologie-Konzern

Huawei-Gründer plant „eiserne Armee“ zum Schutz vor den USA

Ren Zhengfei will Chinas größten Technologie-Konzern innerhalb von fünf Jahren neu organisieren. Damit reagiert er auf die Sanktionen aus den USA.

Huawei-Gründer plant „eiserne Armee“ zum Schutz vor den USA Reuters

Ren Zhengfei

Der Huawei-Gründer will sein Unternehmen bis spätestens 2024 reorganisieren.

Düsseldorf Als junger Mann hat Ren Zhengfei jahrelang für die chinesische Volksbefreiungsarmee gearbeitet. Noch heute hat der Gründer des Technologiekonzerns Huawei ein Faible für militaristische Sprache. Der 74-Jährige will sein Unternehmen mit Hilfe einer „eisernen Armee“ gegen einen amerikanischen Angriff absichern. Gleichzeitig beabsichtigt er dadurch, seinen Vorsprung bei der drahtlosen Kommunikation der nächsten Generation zu sichern.

Wichtige strukturelle Veränderungen stehen vor der Tür. Das verkündet Ren in einem internen Memo, welches Bloomberg vorliegt. „Wir müssen eine Überholung unter harten und schwierigen Bedingungen durchführen und eine unbesiegbare eiserne Armee schaffen, die uns helfen kann, den Sieg zu erringen“, schrieb der Unternehmer in dem Brief vom 2. August. „Wir müssen diese Reorganisation unbedingt innerhalb von drei bis fünf Jahren abschließen.“

Damit reagiert der Huawei-Gründer auf die Sanktionen aus den USA. Mitte Mai setzte US-Präsident Donald Trump den chinesischen Technologiekonzern auf eine schwarze Liste. Seither ist es amerikanischen Unternehmen verboten, Geschäftsbeziehungen zu Huawei zu unterhalten. Die US-Sanktionen würden das Überleben des lukrativen Smartphone-Geschäfts gefährden, warnte Ren Zhengfei in seinem Schreiben. Das Konsumgeschäft stehe vor einem „schmerzhaften langen Marsch“, ein möglicher Hinweis auf die historische Geländefahrt der Kommunistischen Partei.

Der Unternehmer hat zuvor von einem „strategischen Rückzug“ aus bestimmten Märkten als Reaktion auf den eskalierenden Konflikt mit den USA gesprochen. Huawei konnte anfangs selbst nicht abschätzen, wie sich Trumps Handelsverbot auf die 190.000 Mitarbeiter weltweit auswirken würde. Doch nun hat das Unternehmen begonnen, Mitarbeiter in den USA zu entlassen, wie das Wall Street Journal berichtet.

Unter dem US-Verbot litt auch das Geschäftsergebnis: Huawei verzeichnete im zweiten Quartal ein langsameres Umsatzwachstum als im ersten Quartal. Besonders betroffen war das Privatkundengeschäft mit Smartphones und Laptops. Am vergangenen Freitag präsentierte das Unternehmen sein hauseigenes Betriebssystem HarmonyOS. Damit könne Huawei das Android-Betriebssystem ersetzen, falls Googles Software für künftige Smartphones des China-Konzerns gesperrt werden sollte. Ren räumte jedoch ein, dass das Unternehmen viel Zeit brauche, um ein eigenes App-Ökosystem aufzubauen.

Mit Blick auf die 5G-Technologie behalte Huawei aber den Vorsprung gegenüber den USA: „Die USA verwenden nicht die modernste 5G-Technologie“, schrieb Ren. „Dies könnte dazu führen, dass sie im Bereich der Künstlichen Intelligenz hinterherhinken.“

Kommentare (1)

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Herr Hans Henseler

12.08.2019, 11:51 Uhr

Die Chinesen werden siegen - die Sanktionen von Trump werden mittelfristig den amerikanischen Unternehmen schaden. Schon jetzt gilt auf dem grossen und noch
schnellwachsenden Markt China der Kauf von Huawei Produkten als patriotisch und
kann damit wenigstens teilweise Verluste auf dem amerikanischen Markt ausgleichen.
In einigen Jahren wird Huawei technologisch vorn liegen.

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