Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

28.11.2019

16:57

Telekommunikation

Berlin wartet auf Details zu möglicher Fusion von Telekom und Orange

Von: Stephan Scheuer, Jan Hildebrand

Die Planspiele für einen Zusammenschluss des Bonner Konzerns mit dem französischen Unternehmen stoßen in der Hauptstadt auf großes Interesse.

In Berlin ist bekannt, dass der Telekom-Chef  immer mal wieder auch über einen Zusammenschluss mit Orange nachgedacht haben soll. dpa

Timotheus Höttges

In Berlin ist bekannt, dass der Telekom-Chef immer mal wieder auch über einen Zusammenschluss mit Orange nachgedacht haben soll.

Düsseldorf, Berlin Noch bevor die Fusion der US-Tochter der Deutschen Telekom mit dem Rivalen Sprint vollzogen ist, schaut sich der Konzern nach neuen Übernahmezielen um. Ein Bericht des Handelsblatts über Planspiele für einen Zusammenschluss mit dem französischen Netzbetreiber Orange wurde in der Branche und in Berlin mit großem Interesse aufgefasst.

In Berlin ist zwar bekannt, dass Telekom-Chef Timotheus Höttges immer mal wieder auch über einen Zusammenschluss mit Orange nachgedacht haben soll. Doch konkret darüber gesprochen wurde nach Handelsblatt-Informationen bisher nicht. Auch im Aufsichtsrat soll eine mögliche Fusion bisher kein Thema gewesen sein.

Die Telekom hatte Sorge, dass Berlin als wichtigster Aktionär des Konzerns eine Annäherung an Orange stoppen könnte. Doch entsprechende Signale gab es bislang nicht von der Bundesregierung. Es sei legitim, dass die Telekom alle möglichen Überlegungen zu strategischen Optionen anstelle, hieß es in Berlin.

Bislang gibt es kein pauschales Nein von der Bundesregierung. Das allein ist ein Erfolg für die Telekom-Strategen. Die Entscheider in Berlin warten offenbar konkrete Informationen ab.

Klar ist aber, dass ein Zusammenschluss nicht nur wirtschaftlich passen müsste, sondern dass es auch eine politische Entscheidung wäre. Der französische Staat ist an Orange beteiligt, der Bund an der Telekom.

Grundsätzlich passen die Planspiele der Telekom-Manager aber auch zu Überlegungen der Bundesregierung. So hatte sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in seiner Anfang des Jahres vorgelegten „Nationalen Industriestrategie 2030“ für eine Erleichterung von Unternehmenszusammenschlüssen ausgesprochen, um mehr europäische Champions zu ermöglichen. Später hatte Altmaier mit seinem französischen Amtskollegen Bruno Le Maire ein „deutsch-französisches Manifest für eine europäische Industriepolitik“ vorgestellt.

Altmaier und Le Maire zeigten sich damals überzeugt, dass es europäischer Champions bedürfe, damit diese Unternehmen es mit der zunehmenden Konkurrenz aus China und den USA aufnehmen können.

Sollte es tatsächlich Gespräche zwischen Telekom und Orange geben, könnten aber Widerstände entstehen – etwa bei der Frage nach dem Hauptsitz des Konzern.

Handelsblatt Premium

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×