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17.11.2022

15:14

Corona-Impfung

Stiko: Kinder bis vier Jahre sollten nur bei Vorerkrankungen gegen Corona geimpft werden

Von: Maike Telgheder

Die Ständige Impfkommission gibt keine generelle Empfehlung für die Covid-19-Impfung von Kleinkindern bis vier Jahren. Ältere Kinder sollten aber geimpft werden.

Kleine Kinder von sechs Monaten bis vier Jahren sollten nach Empfehlung der Stiko nur bei Vorerkrankungen gegen Covid-19 geimpft werden. imago images/photothek

Covid-19-Impfung für Kinder

Kleine Kinder von sechs Monaten bis vier Jahren sollten nach Empfehlung der Stiko nur bei Vorerkrankungen gegen Covid-19 geimpft werden.

Frankfurt. Kleinkinder im Alter von sechs Monaten bis vier Jahren sollten nach der am Donnerstag veröffentlichten Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) nur gegen Covid-19 geimpft werden, wenn sie zu Risikogruppen gehören, also Vorerkrankungen haben. Die Empfehlung gilt auch für Frühgeborene bis zum Alter von zwei Jahren.

Die Begrenzung der Impfung auf diese Risikogruppen begründet die Ständige Impfkommission damit, dass die Krankheitslast von Covid-19 in dieser Altersgruppe der Kleinkinder bis vier Jahre generell eher gering ist und es derzeit noch keine ausreichenden Daten zu etwaigen Risiken gibt.

„Wir haben Vertrauen in die Impfstoffe nach den Daten, die wir bisher haben. Und wir erwarten auch keine speziellen Risiken durch eine Covid-19-Impfung in der Altersgruppe der Kinder von sechs Monaten bis vier Jahren, sagte Stiko-Kommissionsmitglied Martin Terhardt im Gespräch mit Journalisten. Die Datenlage der Studien sei aber bisher nicht ausreichend, um unter Abwägung von Nutzen und Risken eine generelle Impfempfehlung aussprechen zu können.

Hinzu komme, dass die ganz kleinen Kinder eine Altersgruppe mit dem am geringsten ausgeprägten Immunsystem seien. Das spezifische Immunsystem würde erst noch ausgebildet. Kinder müssten deshalb mit anderen Augen betrachtet werden, weil sich alles noch verändere, so Terhardt.

Zugleich relativierte die Stiko die Impfempfehlung für alle Kinder, die Kontakt zu Risikopatienten haben. Bisher hatte die Kommission hier für die Fünf- bis Elfjährigen zwei Covid-19-Impfungen empfohlen, wenn sich in ihrem Umfeld enge Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf befinden, die durch eine Impfung selbst nicht sicher geschützt werden können.

Die Datenlage zeige, dass der Schutz vor Infektionen und damit letztlich auch der Schutz vor Weitergabe des Virus zeitlich sehr begrenzt sei, begründete der Vorsitzende der Stiko, Thomas Mertens, die Entscheidung.

Impfempfehlung für Fünf- bis Elfjährige

Generell wird gesunden Fünf- bis Elfjährigen weiterhin eine Covid-19-Impfung mit einem mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer oder Moderna empfohlen. Da mindestens 90 Prozent der Kinder in dieser Altersgruppe bereits eine Coronainfektion hatten, geht die Stiko davon aus, dass mit einer zusätzlichen einmaligen Impfung eine bessere Basisimmunität geschaffen werden kann.

Kinder dieser Altersgruppe mit Vorerkrankungen sollen weiterhin eine Grundimmunisierung mit zwei Impfungen sowie eine Auffrischimpfung erhalten.

Für die Gruppe der kleinen Kinder von sechs Monaten bis vier Jahren kommt in Deutschland derzeit nur der Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer infrage. Er enthält eine niedrigere Konzentration als der Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige (drei statt zehn Mikrogramm pro Dosis) und wird in separaten Mehrdosenbehältnissen bereitgestellt.

Zwar hatte die Europäische Kommission Ende Oktober neben Comirnaty auch den Impfstoff Spikevax von Moderna für Säuglinge und Kleinkinder zugelassen. Die Zulassungserweiterung bezieht sich aber explizit auf eine Formulierung von 0,1 Milligramm pro mg/ml. An Deutschland und auch alle anderen Mitgliedstaaten der EU wurden allerdings nur Dosen von Spikevax in der Dosierung 0,2 Milligramm pro Milliliter ausgeliefert, hatte das BMG kürzlich mitgeteilt.

Kleine Kinder mit Vorerkrankungen im Alter von sechs Monaten bis vier Jahren sollen insgesamt drei Mal geimpft werden, die zweite Impfung sollte zwei Wochen nach der ersten erfolgen und die dritte acht Wochen nach der zweiten. Kindern dieser Altersgruppe, die bereits eine labordiagnostisch bestätigte Sars-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, werden zwei Impfstoffdosen Comirnaty im Intervall von zwölf Wochen nach der Infektion empfohlen.

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