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21.09.2022

08:53

Corona-Pandemie

Neue Omikron-Impfstoffe kommen: Wer sich jetzt mit welchem Vakzin impfen lassen könnte

Von: Jürgen Klöckner

Bald ist auch der BA.5-Impfstoff in den Praxen erhältlich. Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung angepasst. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur neuen Impfkampagne.

Corona-Impfstoff IMAGO/Sylvio Dittrich

Covid-Impfdosen

Vom Hersteller Moderna sollten in der ersten Woche zunächst 1,65 Millionen Dosen und in der zweiten Woche 2,38 Millionen Dosen BA.1-Impfstoff kommen.

Berlin Wenn spätestens in der kommenden Woche auch der an die BA.4/BA.5-Variante angepasste Corona-Impfstoff in den Praxen verfügbar ist, markiert dies den Start der neuen Impfkampagne für Herbst und Winter.

Erst am Dienstag kündigte die Ständige Impfkommission (Stiko) an, ihre Impfempfehlung an die neuen Vakzine anzupassen. Dies betrifft sowohl den an die Varianten BA.4/BA.5- wie auch den an die BA.1-Variante angepassten Impfstoff.

Die Zahl der Impfungen soll so wieder deutlich steigen. Schon seit Monaten geht die Impfkampagne in Deutschland nur langsam voran. Auch, weil viele Deutsche offenbar auf die neuen Impfstoffe gewartet haben. Das Handelsblatt behandelt hier die wichtigsten Fakten zu den neuen Omikron-Impfstoffen:

Zulassung und Lieferung: Wann kommen die neuen Omikron-Impfstoffe?

In den vergangenen zwei Wochen hat Deutschland laut Bundesgesundheitsministerium etwa zehn Millionen Dosen BA.1-Impfstoff von Biontech/Pfizer und etwa vier Millionen Dosen BA.1-Impstoff von Moderna erhalten.

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    Konkret bestellten die niedergelassenen Ärzte in der vorvergangenen Woche 1,6 Millionen Dosen des BA.1-Impfstoffs und in der vergangenen Woche rund 1,2 Millionen des Impfstoffs, den sie in dieser Woche insgesamt von beiden Herstellern erhalten. Das teilte das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) dem Handelsblatt auf Anfrage mit.

    Die Bestellzahlen für den BA.5-Impfstoff waren am Dienstag noch nicht bekannt. Biontech hat laut Bundesgesundheitsministerium am 19. und 20. September aber zwei Millionen Dosen des BA.4/BA.5-Impfstoffs direkt an den pharmazeutischen Großhandel geliefert. Diese Menge steht dann frühstens ab Mitte der Woche den Praxen zur Verfügung.



    Ende dieser Woche werden weitere zwei Millionen Dosen an den pharmazeutischen Großhandel ausgeliefert, die ab dem 26. September zur Verfügung stehen. Weitere 15 Millionen Dosen werden laut Bundesgesundheitsministerium bis zum Monatsende an das zentrale Lager des Bundes geliefert. Bis Anfang Oktober erhält Deutschland also voraussichtlich 19 Millionen Dosen BA.4/BA.5-Impfstoff.

    Generell zugelassen sind die neuen Impfstoffe bereits. So hat die Europäische Kommission vergangene Woche Dienstag den BA.4/5-Impfstoff von Biontech/Pfizer zugelassen. Die BA.1-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna hatten die Zulassung schon kurz davor erhalten.

    Wo kann ich mich mit den neuen Omikron-Impfstoffen impfen lassen?

    Menschen, die die neuen Impfstoffe erhalten wollen, können diese in den Hausarztpraxen, in Impfzentren und bei mobilen Impfteams bekommen.

    Wer sollte sich mit den neuen Omikron-Impfstoffen impfen lassen?

    Die Stiko spricht sich bei Covid-19-Auffrischungsimpfungen für den bevorzugten Einsatz der neuen, an die Omikron-Variante angepassten Präparate aus. Zur Viertimpfung wird aber nach wie vor nur bestimmten Gruppen wie Menschen ab 60 Jahren geraten, wie aus einer Stiko-Mitteilung von Dienstag zu einem Beschlussentwurf hervorgeht. Es handelt sich noch nicht um eine finale Empfehlung.

    Der Entwurf bezieht sich sowohl auf die kürzlich zugelassenen BA.1-Impfstoffe als auch auf ein noch etwas neueres BA.4/BA.5-Vakzin. Beide lösten verglichen mit den bisherigen mRNA-Impfstoffen eine verbesserte Antikörperantwort gegenüber verschiedenen Omikron-Varianten aus, hieß es. Hinzu kämen gleichbleibend gute Antworten gegen die Variante aus der frühen Phase der Pandemie.

    Eine erste Auffrischungsimpfung (dritte Dosis) wird nach wie vor für Menschen ab zwölf Jahren empfohlen – „im Regelfall sechs Monate nach abgeschlossener Grundimmunisierung oder durchgemachter Infektion“. Zu den Gruppen, denen die Stiko schon länger eine zweite Auffrischung (vierte Dosis) empfiehlt, zählen neben Menschen ab 60 Jahren auch Risikopatienten wie Immungeschwächte ab zwölf Jahren, Pflegeheimbewohner und Personal im Gesundheits- und Pflegebereich. Auch hier gilt in der Regel ein Abstand von sechs Monaten zur vorherigen Impfung oder Infektion.

    Bei besonders gefährdeten Menschen wie Hochbetagten und Patienten mit Immunschwäche könne es abhängig von bisherigen Impfungen und Infektionen sinnvoll sein, noch eine fünfte Dosis zu verabreichen, teilte die Stiko weiter mit. Wenn bei Kindern von fünf bis elf Jahren eine besondere Indikation für eine Auffrischungsimpfung bestehe, so sollen laut Stiko-Beschluss weiterhin die bisherigen Impfstoffe verwendet werden, die für diese Altersgruppe empfohlen und zugelassen sind.

    Nach Einschätzung des Expertengremiums dürften insbesondere Menschen, die sich im Zuge der Omikron-Welle seit Ende 2021 nicht mit Sars-CoV-2 angesteckt haben, von einer Auffrischung mit einem fortentwickelten Impfstoff profitieren. Wer aber kürzlich bereits gemäß der bisherigen Empfehlung eine Auffrischungsimpfung mit den herkömmlichen Präparaten erhalten habe, benötige „keine gesonderte Extra-Impfdosis mit einem angepassten Impfstoff“.

    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach Reuters

    Karl Lauterbach

    Der Bundesgesundheitsminister hofft bei der Impfkampagne auf die angepassten Impfstoffe.

    Trotz der begrenzten Studiendaten schätze die Stiko die neuen Präparate als „sicher und gut verträglich“ ein, hieß es. Es gebe eine große Ähnlichkeit zu den bisherigen mRNA-Impfstoffen gegen Covid-19. Betont wurde in der Mitteilung dennoch: „Die Stiko fordert die Impfstoffhersteller ausdrücklich auf, Post-Marketing-Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit der Varianten-adaptierten Impfstoffe zu liefern und zu veröffentlichen.“

    Varianten BA.1 und BA.5: Welchen der angepassten Omikron-Impfstoffe sollte man wählen?

    In Deutschland ist derzeit laut Robert Koch-Institut (RKI) die Omikron-Sublinie BA.5 vorherrschend. Sie macht mittlerweile einen Anteil von mehr als 90 Prozent der Infektionen aus und gilt als noch leichter übertragbar. Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hatte den Herstellern bereits im Juli ein Update ihrer Impfstoffe auf diese Variante empfohlen. Biontech und Moderna haben entsprechend in den USA Notfallzulassungen für jeweils einen bivalenten Coronaimpfstoff beantragt, der sich neben dem Wildtyp (Wuhan-Virus) auch gegen die Varianten BA.4 und BA.5 richtet.

    Nach Studiendaten wirkt allerdings auch der früher verfügbare, an BA.1 angepasste Impfstoff deutlich besser gegen die BA.5-Variante als Impfstoffe der ersten Generation.

    Biontech-Gründer Ugur Sahin sagte dem „Spiegel“, grundsätzlich gebe es zwischen den beiden an die Subvarianten angepassten Impfstoffen seines Unternehmens keinen gewaltigen Unterschied. „Beide haben in Untersuchungen gezeigt, dass sie im Vergleich zum ursprünglichen Impfstoff eine klar überlegene Antikörper­Antwort auf Omikron produzieren.“

    Wie viele Dosen des angepassten Impfstoffs sind nötig?

    Das ZI geht davon aus, dass etwa 20 Millionen Impfdosen für die anstehende Impfsaison gebraucht werden. Die nun angekündigten Lieferungen dürften diesen Bedarf abdecken. Empfehle die Stiko die vierte Impfung auch für Menschen unter 60 Jahren, wären allerdings bis zu 60 Millionen Impfstoffdosen nötig. Derzeit herrscht jedoch weniger die Sorge, dass die Nachfrage nicht bedient werden kann – sondern mehr, dass sich nicht genügend Menschen impfen lassen.

    Kommentare (6)

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    Account gelöscht!

    21.09.2022, 10:23 Uhr

    @ Herrn Peter Michael,

    Lauterbach hat halt viel zu viel Impfstoff bestellt. Was soll er damit machen ? Sondermüll ?

    Das gleiche findet gerade mit den Masken statt. Was ja viele vergessen, anstatt der normalen OP Masken, die die gesamte Pandemie durch ja gereicht haben, sollen in diesen Bereichen FFP2 Masken verpflichtend werden.

    Für diese hat Lauterbach am Anfang von Corona, als es keine Masken gab, etliche deutsche Firmen angehalten, diese zu produzieren, ihnen Zuschüsse gewährt und auch eine Abnahmegarantie gegeben. Was soll er nun machen mit diesen ganzen Masken ? Lagern und nach Ablaufdatum wegwerfen ? Nein, dann macht er lieber eine Verpflichtung, dann fällt die politische Fehlentscheidung nicht auf.

    Ich jedenfalls fahre nicht 5 Stunden mit FFP2 Maske mit dem Zug.

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