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20.12.2021

17:05

Proteinbasierter Impfstoff

Nach der EU-Entscheidung: Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zum Novavax-Impfstoff

Von: Maike Telgheder

Einige noch ungeimpfte Menschen warten auf Alternativen zu den bislang verfügbaren Corona-Vakzinen. Ein solches Mittel dürfte nun bald auf dem Markt sein.

Viele Menschen, die bisher noch keine Impfung haben, warten auf das neue Vakzin. Reuters

Der neue Impfstoff

Viele Menschen, die bisher noch keine Impfung haben, warten auf das neue Vakzin.

Frankfurt Manche Menschen warten für ihre Corona-Immunisierung auf Impfstoffe, die auf anderen Technologien als die bisher verfügbaren Vakzine beruhen. Nun hat der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Novavax die Zulassung in der EU erhalten. Nach einer entsprechenden Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde Ema erteilte die EU-Kommission dem Impfstoff am Montag die bedingte Marktzulassung, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mitteilte.

Der Impfstoff von Novavax ist damit der fünfte in der EU zugelassene Impfstoff, der allerdings mit deutlicher Verspätung kommt. Die Entwicklung dieses Impfstoffs und die Zulassungsverfahren wurden durch Produktionsprobleme erheblich verzögert. Die zuständige Expertenkommission bei der Ema hatte nach einer außerordentlichen Sitzung die Empfehlung ausgesprochen. Die „EU-Kriterien zu Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität“ seien erfüllt, teilte die Ema mit.

Der Novavax-Impfstoff ist bereits in Indonesien und den Philippinen zugelassen. Vergangenen Freitag erteilte die Weltgesundheitsorganisation die Zulassung für den vom Serum Institute of India unter Novavax-Lizenz hergestellten Impfstoff Covovax, der vor allem im asiatisch-pazifischen Raum zum Einsatz kommen soll. Dieser ist stofflich völlig identisch mit dem Novavax-Impfstoff, der in der EU unter der Bezeichnung Nuvaxovid zum Einsatz kommen soll.

Im nächsten Jahr könnten weitere Alternativen zu den bislang vier zugelassenen Impfstoffen folgen. Damit ist auch die Hoffnung verbunden, dass sich manche Menschen dann doch noch impfen lassen. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten:

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    Wie funktioniert der Novavax-Impfstoff?

    Nuvaxovid besteht laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) aus virusähnlichen Partikeln, die das Spike-Protein des Coronavirus enthalten. Die Proteine werden vom Körper als fremd erkannt und das Immunsystem wird hochgefahren – spezifische Antikörper und T-Zellen werden gebildet.

    Damit ist man vor einer echten Infektion besser gewappnet. mRNA-Präparate zum Beispiel funktionieren anders. Hier werden Körperzellen mithilfe von Erbgutschnipseln angeregt, selbst das Spike-Protein herzustellen, um eine Immunantwort auszulösen.

    Wie gut wirkt der neue Impfstoff von Novavax?

    In einer Zulassungsstudie von Novavax lag die Wirksamkeit in Bezug auf Erkrankungen bei 90 Prozent. Das bedeutet, unter den Probanden der geimpften Gruppe traten 90 Prozent weniger Erkrankungen auf als unter den Probanden einer Kontrollgruppe. Es wurden zwei Dosen im Abstand von drei Wochen verabreicht.

    Allerdings beziehen sich die Ergebnisse hauptsächlich auf die Alpha-Variante, die in Deutschland so gut wie vollständig von Delta verdrängt wurde. Bald dürfte Experten zufolge die neue Variante Omikron das Infektionsgeschehen stark beeinflussen. Novavax hat nach eigenen Angaben bereits die Arbeiten an einer Modifikation gestartet, die auf die Omikron-Variante ausgerichtet ist.

    Wann ist der Novavax-Impfstoff in Deutschland verfügbar?

    Das ist noch nicht klar. Die Europäische Kommission hatte im August dieses Jahres einen Liefervertrag mit Novavax geschlossen. Voraussetzung für die Bestellung von zunächst bis zu 100 Millionen Dosen ist die Zulassung des Impfstoffs durch die Europäische Arzneimittelbehörde. Zudem gibt es noch eine Option auf 100 Millionen weitere Dosen, die aktiviert werden kann, womit sich die Lieferungen bis ins Jahr 2023 erstrecken könnten.

    Wieso warten manche Menschen auf bestimmte Impfstoffe?

    Einige scheinen ein größeres Vertrauen in Vakzine zu haben, die nach klassischen Verfahren hergestellt werden. So gibt es bei manchen ein Misstrauen gegenüber der neuen mRNA-Technologie, auf denen die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer beruhen.

    Es gibt die Befürchtung, dass diese bisher unbekannte Langzeitschäden verursachen könnten. Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich (FC Bayern) etwa hatte sein Impfzaudern zunächst mit „ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht“, erklärt. Nach emotionalen Debatten und einer Corona-Infektion kündigte er kürzlich an, sich nun doch impfen zu lassen. Experten halten es für nahezu ausgeschlossen, dass bei den zugelassenen Impfstoffen noch unbekannte Langzeitfolgen auftreten.

    Wenn es um Alternativen zu den zugelassenen Impfstoffen geht, fällt oft der Begriff Totimpfstoff. Was steckt dahinter?

    Totimpfstoffe enthalten laut Bundesforschungsministerium abgetötete, also nicht mehr vermehrungsfähige Krankheitserreger. Sie können auch nur Bestandteile oder einzelne Moleküle dieser Erreger enthalten. Beispiele sind Impfstoffe gegen Hepatitis A und Influenza.

    Der Körper kann dabei den Totimpfstoff nicht vom Erreger unterscheiden und fährt eine gezielte Immunabwehr hoch, die vor einer echten Infektion schützt. Für manche Menschen, die bislang eine Impfung ablehnen, klingt dieser Ansatz „natürlicher“ als beispielsweise der mit mRNA-Impfstoffen.

    Allerdings wird der Begriff nicht einheitlich verwendet. Im engeren Sinne ist Novavax kein Totimpfstoff, da keine echten Virusteile im Impfstoff enthalten sind.

    Welche Impfstoffe gegen Covid-19 könnten noch bald kommen?

    Mehrere Produkte sind im sogenannten Rolling-Review-Verfahren der Ema schon in der Begutachtung, obwohl noch nicht alle Teile des Zulassungsantrags vorliegen. Die Impfstoffe der Hersteller Sinovac und Valneva (Frankreich) enthalten beispielsweise abgetötete Coronaviren.
    Mit Agenturmaterial

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