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05.09.2019

16:13

Soziales Netzwerk

Telefonnummern von rund 420 Millionen Facebook-Nutzern im Netz entdeckt

Von: Larissa Holzki, Katharina Kort

Die Datenbank wurde offenbar aus öffentlich verfügbaren Informationen zusammengestellt. Laut Facebook gibt es keine Hinweise darauf, dass Accounts gehackt wurden.

Die Datei mit den Telefonnummern hatte ein IT-Sicherheitsforscher entdeckt und darauf das Technologieblog „TechCrunch“ hingewiesen. Reuters

Facebook

Die Datei mit den Telefonnummern hatte ein IT-Sicherheitsforscher entdeckt und darauf das Technologieblog „TechCrunch“ hingewiesen.

Berlin, New York Hunderte Millionen Telefonnummern sind zusammen mit den Facebook-Konten von deren Inhabern im Netz gefunden worden. Wie die Technologie-Nachrichten-Seite Techcrunch berichtet, soll es sich um eine Liste mit mehr als 419 Millionen Datensätzen handeln. Facebook bestätigt die Zahl nicht, räumt aber ein, dass es Server mit den Daten gegeben hat, die nicht mit einem Password geschützt worden waren. Der Fall zeigt, dass einmal existierende Sicherheitslücken noch lange Folgen haben können.

Für Facebook kommt die jüngste Datenpanne zu einer heiklen Zeit. Schließlich versucht sich das Unternehmen von Mark Zuckerberg nach der wachsenden Kritik an seinem Umgang mit Daten gerade als Schützer der Privatsphäre neu zu positionieren.
Erst im Frühjahr hatte Facebook zugegeben, dass Millionen verschlüsselte Passwörter der Tochter Instagram als einfache Textdokumente online gespeichert worden waren. Dann kam heraus, dass Kinder mit „Messenger Kids“ ohne Erlaubnis der Eltern auch mit fremden Erwachsenen chatten konnten. Nun sollen Hunderte Millionen Telefonnummern auf ungeschützten Servern gelandet sein.

Facebook beruft sich darauf, dass das Sicherheitsrisiko nicht mehr akut ist: „Der Datensatz ist alt. Die Informationen wurden anscheinend gesammelt, bevor wir im vergangenen Jahr die Option abgestellt haben, Nutzer über ihre Telefonnummer zu finden“, sagt ein Sprecher des Konzerns. Der Datensatz sei aus dem Netz entfernt worden und es gebe keinen Grund anzunehmen, dass Facebook-Konten dadurch beschädigt worden seien.

Gesammelt werden konnten die Daten über das sogenannte Scraping. Der Begriff lässt sich mit „abschaben“ übersetzen. Dabei werden von den Usern zur Verfügung gestellte Informationen in großem Ausmaß abgesaugt. Die Telefonnummern waren zwar nicht für jedermann sichtbar, aber über automatisierte Abfragen zugänglich.

Das Scraping hat Facebook zwar verboten. Verhindert werden konnte es aber nicht. Nachdem Facebook im Frühjahr 2018 eingeräumt hatte, dass die Freunde-Suche per Telefonnummer zum Datensammeln missbraucht wurde, hatte es diese Funktion eingestellt. Momentan scheint es sich ausschließlich um die Daten von Nutzern aus den USA, Großbritannien und Vietnam zu handeln. Das berichtet Techcrunch.

Der Fall zeigt: Daten, die einmal im Netz waren, sind nicht sicher. Rückwirkend kann Facebook nichts tun, um seine Nutzer davor zu schützen, dass ihre Daten im Netz offengelegt werden. Wird also eine Sicherheitslücke offenkundig und Nutzerdaten tauchen im Netz auf, können sich die Betroffenen nie sicher sein, dass ihre Daten nicht doch abgegriffen wurden.

Dass Telefonnummern äußerst brisante Informationen sind, hat jüngst das Beispiel vom Twitter-CEO Jack Dorsey gezeigt: Dessen Twitter-Account wurde gehackt. Vermutlich hatte sich jemand eine Sim-Karte mit seiner Mobilfunk-Nummer besorgt und konnte so auch die Sicherheitsprüfung per Handy bestehen.

Mehr: Freunde sollen künftig nicht mehr Gesichter auf Fotos markieren. Das übernimmt jetzt eine neue Software. Diese ist aber per Voreinstellung ausgeschaltet.

Kommentare (1)

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Herr Mario Wa

05.09.2019, 13:25 Uhr

...Facebook oder Instagram oder... ist so genial...ich suche oder habe eine Telefonnummer...finde den dazu gehörigen Nutzer...habe seinen Fotos, im Profil und seitlich, schön erkennbar, ebenso wenn man dies in Großaufnahme ausdruckt, das Geburtsdatum zu erhalten ist noch unproblematischer, das Telefon zu hacken ebenso kein Problem, eine e.mail adresse auf den Namen anlegen, ein Klacks. Wohnort und schon dank der Bilderdoku zu sehen ob arm, reich, Mittelschicht....den Rest kann man sich dann einfach mal ausspinnen...was alles machbar ist. Für die die meinen es ist alles safe....

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