Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

27.01.2022

11:33

Pharmazulieferer

Dax-Neuling Sartorius mit deutlichem Gewinnsprung – Anleger nehmen Gewinne mit

Von: Maike Telgheder

Das Basisgeschäft und Sondereffekte in der Pandemie sorgen beim Laborausrüster für starke Zahlen. Für 2022 erwartet Sartorius starkes Wachstum, die Aktie fällt dennoch.

Der Dax-Neuling präsentiert starke Zahlen. dpa

Produktion von Laborinstrumenten bei Sartorius

Der Dax-Neuling präsentiert starke Zahlen.

Frankfurt Der Laborausrüster und Pharmazulieferer Sartorius ist im zweiten Coronajahr 2021 noch stärker gewachsen als zuletzt angekündigt. Der Dax-Neuling konnte den Umsatz um 49 Prozent auf rund 3,4 Milliarden Euro steigern. Der um Sondereffekte bereinigte Konzernnettogewinn erhöhte sich um rund 85 Prozent auf 553 Millionen Euro.

Neben einer hohen Nachfrage nach den Produkten im Basisgeschäft sorgten zusätzliche Bestellungen von in der Pandemie stark benötigten Produkten für den Zuwachs. Für das laufende Jahr erwartet Vorstandschef Joachim Kreuzburg ein Wachstum zwischen 14 und 18 Prozent.

Die Börse reagierte mit Gewinnmitnahmen auf die Ankündigungen. Der Kurs der Vorzugsaktien sackte am Donnerstagmorgen im schlechten Börsenumfeld um mehr als fünf Prozent ab. Sartorius ist seit der Leitindex-Erweiterung um September 2021 Mitglied im Dax. Der Aktienkurs hatte in der Folge stark zugelegt, in den vergangenen drei Monaten aber bereits mehr als 20 Prozent wieder eingebüßt.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Das Göttinger Unternehmen, das 1870 als Spezialist für Analysewaagen startete, beliefert Pharmaunternehmen mit Geräten und Materialien zur Herstellung biopharmazeutischer Medikamente und rüstet Labore aus. Das starke Basisgeschäft wurde besonders durch Zulieferungen für Coronaimpfstoffe und Tests ergänzt. Dieser Bereich hat 16 Prozent zum Wachstum beigetragen, Akquisitionen weitere fünf Prozentpunkte.

    Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg 2021 um fast 70 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, womit das Unternehmen sein ausgegebenes Margenziel von 34 Prozent erreichte. Diese soll auch im laufenden Geschäftsjahr gehalten werden. Der Anstieg ist nach Angaben von Sartorius auch auf eine teilweise verzögerte Kostenentwicklung zurückzuführen, etwa infolge der pandemiebedingt geringen Anzahl Geschäftsreisen und verglichen zum Umsatzwachstum verzögerten Neueinstellungen.

    Umsatzprognose bekräftigt, Ebitda-Ziel erhöht

    Sartorius beschäftigt mittlerweile fast 14.000 Mitarbeiter, etwa 30 Prozent mehr als noch Ende 2020. In diesem Jahr werde das Unternehmen diese Zahl voraussichtlich noch einmal um zehn Prozent erhöhen, sagte Vorstandschef Joachim Kreuzburg am Donnerstag in einer Telefonkonferenz.

    Noch bis in das dritte Quartal hat Sartorius einen sehr hohen Auftragseingang verbucht, auch weil einige Kunden ihre Aufträge in der aktuellen Situation weiter im Voraus platzierten als üblich. Im vierten Quartal normalisierte sich die Lage wieder und lag nach Angaben des Unternehmens wieder auf dem Niveau des langjährigen Durchschnitts.

    Auch vor diesem Hintergrund rechnet der Konzern im laufenden Jahr nicht mit so hohen Wachstumsraten wie in den vergangenen zwei Pandemiejahren. Für das pandemiebedingte Geschäft geht das Unternehmen in diesem Jahr von einem Umsatz in etwa auf dem Niveau des Vorjahres aus, was einem Volumen von rund 500 Millionen Euro entspricht.
    Allerdings erhöht der Konzern das Mittelfristziel für die Profitabilität. Die operative Ebitda-Marge soll nun auch im Jahr 2025 bei rund 34 Prozent liegen. Bisher waren 32 Prozent prognostiziert. Das Umsatzziel für 2025 war bereits Anfang 2021 deutlich angehoben worden und liegt unverändert bei rund fünf Milliarden Euro.

    In der Mittelfristprognose sind bereits die Ausgaben enthalten, die das Unternehmen in die eigenen Klimaziele investiert: Sartorius will seine CO2-Emissionsintensität bis 2030 um durchschnittlich rund zehn Prozent pro Jahr reduzieren und dafür perspektivisch jährlich rund ein Prozent seines Umsatzes aufwenden.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×