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12.06.2019

10:50

Prognose von Mary Meeker

Internet Trends Report: Wie sich das Netz entwickeln wird

Von: Roman Tyborski

Auf 333 Seiten hat die renommierte Analystin Mary Meeker untersucht, welche Trends die Techbranche bestimmen. Das sind die wichtigsten Ergebnisse.

2018 nutzten 3,8 Milliarden Menschen das Internet, circa 51 Prozent der Weltbevölkerung. AFP/Getty Images

Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf der Bühne und auf der Leinwand

2018 nutzten 3,8 Milliarden Menschen das Internet, circa 51 Prozent der Weltbevölkerung.

Düsseldorf In der Tech-Branche gibt es viele selbst ernannte Propheten, die zu wissen glauben, wie sich das Internet entwickeln wird. Oft liegen sie falsch. Mary Meeker hingegen gilt im Gegensatz zu den vielen Wahrsagern des Internetzeitalters als die „Queen of the Internet“.

Meeker, die 2004 als Analystin der US-Bank Morgan Stanley den Börsengang von Google begleitet hat und mittlerweile Partnerin der Risikokapitalgesellschaft Kleiner Perkins Caufield & Byers ist, hat in der Szene den Ruf, Trends zu erkennen, bevor sie zu welchen werden. Jedes Jahr veröffentlicht sie eine Präsentation, in der sie auf die wichtigsten Trends im vergangenen Jahr zurück- und auf die kommenden Innovationen des Internets vorausblickt.

Das Internetportal Vox.com hat ihren „Internet Trends Report 2019“ untersucht, der mit 333 Seiten im Vergleich zu den Vorjahren recht umfangreich ausgefallen ist. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl der Entwicklungen im vergangenen Internetjahr und der wichtigsten Trends im kommenden Jahr:

  • 2018 nutzten 3,8 Milliarden Menschen das Internet, circa 51 Prozent der Weltbevölkerung. Ein Jahr zuvor waren es noch 3,6 Milliarden. Das Wachstum von 2017 auf 2018 ist um sechs Prozent geringer ausgefallen, da der Markt der Internetnutzer beinah gesättigt scheint. Aufgrund der bereits hohen Internetnutzeranzahl wird es immer schwieriger, neue Nutzer zu finden. Auch das immer geringere Wachstum bei den Smartphone-Verkäufen sorgt für eine langsamere Entwicklung bei der Anzahl der Internetnutzer.
  • Sieben der wertvollsten Unternehmen der Welt sind Tech-Konzerne. Gemessen an der Marktkapitalisierung liegt Microsoft auf dem ersten Platz. Danach folgen Amazon, Apple und auf Platz vier Google-Mutter Alphabet. Auf dem fünften Platz landet Berkshire Hathaway, Platz sechs geht an Facebook, Platz sieben belegt der chinesische Versandriese Alibaba, gefolgt von Tencent.
  • 15 Prozent der gesamten Einzelhandelsumsätze entfallen auf E-Commerce. Im Vergleich zum ersten Quartal 2018 hat sich das Wachstum der Einzelhandelsumsätze im E-Commerce zwar etwas verlangsamt. Im Vergleich zum stationären Einzelhandel sind die Wachstumsraten dennoch höher.
  • Die Ausgaben für Internetwerbung steigen weiter. In den USA legten sie im vergangenen Jahr um 22 Prozent zu. Allerdings fließt ein Großteil des Geldes nach wie vor zu den Internetgiganten Google und Facebook. Amazon und Twitter holen in diesem Bereich allerdings auf. 62 Prozent der digitalen Werbeausgaben beziehen sich auf sogenannte „Programmatic Ads“, also dem vollautomatischen und individualisierten Ein- und Verkauf von Werbeflächen in Echtzeit. Meeker geht davon aus, dass dieser Bereich weiter wachsen wird.
  • Eine weitere Entwicklung auf dem Werbemarkt dürfte Unternehmen zunehmend beunruhigen. Für sie werden sich kostendeckende Marketingausgaben immer schwieriger gestalten. Die Ausgaben für Werbung, um neue Kunden zu erreichen, werden die langfristigen Einnahmen, die ein neuer Kunde einbringt, übersteigen. Unternehmen werden sich neue Strategien überlegen müssen, um kostengünstig neue Kunden anzulocken.
  • Das Schalten zielgerichteter Werbung wird im Zuge der Datenschutz-Grundverordnung und anderen regulatorischen Eingriffen für die Tech-Konzerne immer schwieriger. Auch der gesellschaftliche Druck für mehr Privatsphäre im Internet, den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bereits aufgegriffen hat, wird das sogenannte Target-Marketing erschweren.
  • Die zunehmende Bedeutung der Privatsphäre wird dafür sorgen, dass sich immer mehr Internetnutzer für sichere Kommunikationswege interessieren werden. Im ersten Quartal 2018 waren 87 Prozent des weltweiten Internet-Traffics verschlüsselt. Drei Jahre zuvor waren es nur 53 Prozent.
  • Die durchschnittliche Nutzung digitaler Medien ist 2018 in den USA um sieben Prozent gestiegen. Jeden Tag verbringen die Amerikaner 6,3 Stunden im Netz. Das meiste Wachstum stammt von mobilen Anwendungen, während die Nutzung digitaler Medien auf dem Computer abnimmt. Zeitgleich zeigen sich immer mehr Amerikaner darüber besorgt, wie viel Zeit sie online verbringen.
  • Tech-Konzerne außerhalb der USA bleiben innovativ. Vor allem die Bereiche der Lieferdienste und des digitalen Bezahlens sind in Europa und Asien beliebt.
  • Fotos werden im Internet eine immer größere Rolle spielen. Immer schnellere mobile Internetverbindungen und die besser werdenden Smartphone-Kameras sorgen für einen Anstieg von Bild-Aufnahmen. Mehr als 50 Prozent der Twitter-Posts beinhalten Fotos oder Videos.
  • Die Zahl der Computerspieler ist im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf 2,4 Milliarden gestiegen. Interaktive Spiele wie „Fortnite“ entwickeln sich immer mehr zu neuen digitalen Medien, auf denen sich Menschen miteinander vernetzen. Auch die Zahl der Menschen, die Spielern beim Zocken zuschauen, steigt kontinuierlich.
  • Problematische Inhalte im Internet, wie zum Beispiel das Attentats-Video des Christchurch-Terroristen in Neuseeland, werden die Branche weiterhin auf Trab halten. Laut Meeker haben 42 Prozent der Jugendlichen in den USA bereits mit Mobbing im Internet zu tun gehabt, zahlreiche Terroristen wurden über Youtube-Videos radikalisiert. Digitale Medien wie Facebook wiederum sorgen für eine zunehmende politische Polarisierung.

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