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14.05.2022

12:12

Trade and Technology Council

Angst vor neuem Chipmangel: EU und USA wollen Lieferketten genau überwachen

Von: Christoph Herwartz

Alle zwei Wochen sollen sich Experten von beiden Seiten des Atlantiks zusammenschalten, um einen Chip-Engpass wie zu Corona-Zeiten zu vermeiden. Die Gefahr ist noch nicht gebannt.

Engpässe sollen vermieden werden. REUTERS

Halbleiterproduktion

Engpässe sollen vermieden werden.

Brüssel Die US-Regierung und die Europäische Kommission wollen einen engmaschigen Überwachungsmechanismus einsetzen, um einen Mangel an Halbleitern früh zu erkennen. Alle zwei Wochen sollen Experten beider Seiten gemeinsam tagen und Informationen über mögliche Risiken austauschen. Das geht aus den Abschlussdokumenten der TTC-Arbeitsgruppen hervor, die an diesem Sonntag und Montag in Paris zusammenkommen.

Im transatlantischen Rat für Handel und Technologie (Trade and Technology Council, kurz TTC) tauschen sich EU und USA über gemeinsame Handelsinteressen aus. Den Vorsitz haben drei EU-Kommissare und drei US-Minister. Außerdem gibt es zehn Arbeitsgruppen mit Fachexperten.

Die Arbeitsgruppe zu Halbleitern wird einen zweimonatige Testphase für einen Überwachungsmechanismus beschließen. Anschließend soll es Empfehlungen geben, ob und wie dieser Mechanismus fortgesetzt werden kann.

Die Maßnahme zeigt, wie ernst beide Seiten die Gefahr von Chip-Knappheiten noch immer nehmen. „Wir teilen die Ansicht, dass das anhaltende Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage in naher Zukunft nicht abnehmen wird“, heißt es in ihrem gemeinsamen Dokument. Drastisch verschärft hatte sich die Knappheit während der Corona-Krise. Aber auch weiterhin drohten Engpässe bei Produktionskapazitäten, Rohstoffen und bei Montage-, Test- und Verpackungskapazitäten.

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    Sowohl in den USA wie in der EU werden gerade Milliardeninvestitionen in eigene Chip-Produktionen gefördert. Dass soll das Risiko für die Lieferketten senken und gleichzeitig die strategische Abhängigkeit vom Lieferanten China verringern.

    Der TTC wird auch festhalten, dass es dabei nicht zu einem Subventionswettlauf kommen darf, bei dem die Firmen immer höhere Zuschüsse verlangen. Darum wollen sich die Partner gegenseitig über gewährte Subventionen informieren und sich über Zweck, Form, Höhe und Empfänger der Gelder austauschen.

    „Der Frühwarnmechanismus für die nunmehr ja auf beiden Seiten des Atlantiks mit staatlichen Subventionen hergestellten Chips, kann ein Beitrag dazu sein Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden und gleichzeitig die Förderung wirklich effektiv zu machen“, sagt der Europaabgeordnete Andreas Schwab (CDU). „Damit kann auch die strategische Unabhängigkeit des Westens schneller erreicht werden.“

    Künstliche Intelligenz gemeinsam regulieren

    Weitere Fortschritte gibt es in der TTC-Arbeitsgruppe zu technischen Standards. Viele der neuen Technologien rund um künstliche Intelligenz werden in Asien entwickelt. Der Westen will aufholen und braucht dazu möglichst einheitliche Regeln.

    „Wir arbeiten an der Entwicklung gemeinsamer Metriken und Methoden zur Messung der Vertrauenswürdigkeit von KI und der KI-Risiken“, heißt es darum im Abschlussdokument. Ein Fahrplan dazu soll bis zum nächsten Treffen fertig sein.

    Beide Seiten arbeiten an Definitionen, welche Formen Künstlicher Intelligenz als risikoreich anzusehen sind, bislang gehen sie dabei aber unabhängig von einander vor. Künftig wollen sie sich dabei eng abstimmen.

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