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Aktionärinnen für Chancengleichheit

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Die gläserne Decke einreißen

Aber die Aktionärinnen argumentieren vor allem pochen mit jenen Studien, die zeigen: Gemischte Teams arbeiten ökonomischer, haben ein besseres Risikomanagement, erzeugen langfristig den größeren Profit.
Die Fragen der Frauen bringen auch manche Diskussion über gute Unternehmensführung erst in Gang. Frankreich etwa hat, berichtet die Deutsch-Französin Sylvia Cleff Le Divellec, die sich mittlerweile als Beraterin selbstständig gemacht hat, das wohl strengste Gesetz in Sachen Frauenquote. Derzeit müssen Unternehmen 20 Prozent der Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen, vom kommenden Jahr an 40 Prozent – und Gremien, die das Ziel verfehlen, kann die Vergütung gestrichen werden.

Auch in Frankreich hört Cleff Le Divellec stets das auch in Deutschland bekannte Argument, es gebe schlicht zu wenig kompetente Frauen. „Lange wurden da einfach Männer berufen, keiner hat die Entscheidungen hinterfragt. Aber jetzt, wo es um die Frauen geht, wo alles transparent abläuft, diskutieren wir plötzlich: Welche Kompetenzen muss ein Aufsichtsratsmitglied denn vorweisen?“ Eine Diskussion, die in Deutschland womöglich gerade hochkocht, denn wie in Frankreich fragen hierzulande erstmals Investoren danach: Wie viele Mandate sind eigentlich für einen einzigen Menschen machbar?

Frankreich hat das wohl strengste Gesetz in Sachen Frauenquote. Michael Chia

Sylvia Cleff Le Divellec

Frankreich hat das wohl strengste Gesetz in Sachen Frauenquote.

Erstaunlich ist, wie persönlich nach wie vor manche Konzernlenker die Fragen nach den Frauen nehmen. Wie jener britische CEO, der die Aktionärin Jackie Jones vor Publikum eine „Nervensäge“ schimpfte – immerhin ist Jones Professorin des University of West England und befasst sich seit mehr als 20 Jahren wissenschaftlich mit Fragen der Gleichstellung.

Jones hat allerdings in Großbritannien und Irland auch die Erfahrung gemacht, dass Aktionäre bei ihren Fragen und Anregungen sehr aufgeschlossen reagieren – vor allem Väter mit Töchtern, die hervorragende Abschlüsse gemacht haben und feststellen, dass ihre Karriere trotz bester Leistungen ins Stocken gerät, während die Männer weiterziehen. „Diese Väter sehen nun: Es gibt sie doch, die gläserne Decke“, sagt Jones. „Jetzt müssen sie nur noch begreifen, dass sie es in der Hand haben, diese Decke jetzt einzureißen.“

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Angela Kolb-Janssen, Justizministerin Sachsen-Anhalt und damit quasi Hausherrin an diesem Tag in Brüssel, setzt lieber auf gesetzliche Regeln: Frankreich mit seinen strikten Gesetzen sieht sie als großes Vorbild. „Ein Jahr nach Einführung der Quote dort habe ich auf einer Reise gemerkt, wie sehr sich die Stimmung schon verändert ha. Und das ist das Wesentliche“.

Die SPD-Politikerin, die das Aktionärinnen-Bündnis im vorigen Jahr auf den Hauptversammlungen von Daimler und Deutscher Telekom vertreten hat, beschwört denn auch die deutsch-französische Freundschaft. Denn während die Quote ist Deutschland längst beschlossen ist, blockiert Deutschland die entsprechende EU-Richtlinie über eine Frauenquote. „Aber vielleicht kann ja Präsident François Hollande Angela Merkel doch noch überzeugen, die deutschen Regeln auf die europäische Ebene zu übertragen.“

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