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04.05.2018

09:39

Anklage

Diese VW-Manager sind neben Winterkorn im Visier der US-Justiz

Außer dem früheren Konzernchef Martin Winterkorn stehen fünf weitere hochrangige Volkswagen-Manager im Visier der US-Justiz. Ein Überblick.

VW: Diese Manager sind neben Martin Winterkorn angeklagt dpa

Heinz-Jakob Neußer

Der Manager, hier im März 2015, war als VW-Markenvorstand zuständig für die Entwicklungsabteilung der Kernmarke.

DüsseldorfDas US-Justizministerium will nun auch den früheren VW-Konzernchef Martin Winterkorn und fünf weitere Manager wegen angeblicher Mittäterschaft beim Abgas-Skandal strafrechtlich belangen. Ihnen werden Betrug sowie Verschwörung zum Verstoß gegen Umweltgesetze und zur Täuschung der Behörden vorgeworfen.

Die US-Justizbehörden hatten zuvor bereits Strafanzeigen gegen acht derzeitige und frühere Mitarbeiter des VW-Konzerns gestellt. Zwei von ihnen, der Ingenieur James Liang und der Manager Oliver Schmidt, wurden im August beziehungsweise im Dezember 2017 zu mehrjährigen Haftstrafen und hohen Geldbußen verurteilt. Es handelte sich um das gleiche Verfahren, das sich auch gegen Winterkorn richtet.

Der für die bisherigen Urteile zuständige Richter Sean Cox gilt als knallhart und ging in seinen Schuldsprüchen über die bei Deals mit den Angeklagten ausgehandelten Forderungen der Staatsanwälte hinaus.

VW erklärte, weiter vollumfänglich mit dem US-Justizministerium zu kooperieren. Allerdings sei es unangemessen, zu individuellen Verfahren Stellung zu nehmen, hieß es in einer Stellungnahme.

Diese Manager stehen nun neben Winterkorn im Visier der US-Justiz:

Richard Dorenkamp

Dorenkamp war von 2003 bis 2013 in der VW-Motorenentwicklung in Wolfsburg für die Abgasnachbehandlung zuständig. Unter seiner Führung wurde der Dieselmotor EA 189 – beworben als „Clean Diesel“ – entwickelt, der die strengen Abgasregeln in den USA einhalten sollte.

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Der promovierte Maschinenbau-Ingenieur war seit 2011 Leiter der Aggregateentwicklung bei Volkswagen. Ab Juli 2013 war er als VW-Markenvorstand zuständig für die Entwicklungsabteilung der Kernmarke. Im Zuge der Dieselaffäre wurde er im September 2015 beurlaubt.

Ihm wird vorgeworfen, VW-Ingenieure ab 2012 dazu angehalten zu haben, den Betrug bei den Abgasmessungen zu verschleiern. Erst 2015 soll Neußer auf einer Sitzung des Volkswagen-Markenvorstands vom Einbau der Schummel-Software in US-Modellen berichtet haben.

Zwischenzeitlich sorgte auch ein Streit über millionenschwere Bonuszahlungen für Aufsehen. Neußer hatte das Unternehmen auf die Nachzahlung von rund 1,4 Millionen Euro für das Jahr 2015 verklagt. Im Juli 2017 einigten sich beide Seiten gütlich.

Jens Hadler

Hadler war von 2007 bis 2011 Leiter der VW-Aggregateentwicklung in Wolfsburg. Zuvor war er unter anderem in der Entwicklung von Dieselmotoren tätig. Hadler verließ VW im Jahr 2012 und ging als Geschäftsführer zur APL Prüftechnik nach Landau.

Bernd Gottweis

Von 2007 bis Oktober 2014 war Gottweis bei VW tätig und leitete den Ausschuss für Produktsicherheit. Nach Handelsblatt-Informationen informierte er bereits im Frühjahr 2014 seinen Vorgesetzen Frank Tuch über Verstöße gegen die US-Abgasvorschriften. Diese wurden an den damaligen Konzernchef Winterkorn weitergeleitet.

Jürgen Peter

Peter arbeitet seit 1990 für Volkswagen in der Qualitätskontrolle und ist laut Anklageschrift noch immer für den Konzern tätig. Im Jahr 2015 war er für mehrere Monate für die Beziehungen zu den US-Aufsichtsbehörden zuständig.

Kommentare (5)

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Herr Toni Ebert

04.05.2018, 10:33 Uhr

Man fragt sich natürlich, warum kein EU-Gericht, die Verantwortlichen der Finanzkrise 2007 anklagt. Diese Verbrecher aus den US-Banken haben fast ganze Staaten ruiniert und der Schaden ging in die xx-Billionen. Aber keiner klagt sie an.

Der brutale Überfall in Syrien, verübt durch Verbrecher, die das Völkerrecht gebrochen haben (Trump, Mini-Napoleon, May) , wo bleiben die Anklagen? Aber das ist typisch, die kleinen hängt man, die großen Verbrecher ehrt man.

Herr Esboern Schmidt

04.05.2018, 10:57 Uhr

Die US-Justitz sollte das gesamte Deutsche Automobilkartell u. die Unterstützer des Abgasbetruges aus Politik u. Wirtschaft unter Anklage stellen, in Guantanamo sind noch Zellen frei.

Herr Peter Spiegel

04.05.2018, 11:06 Uhr

So 25 Jahre sind das Strafmaß, für Verschwörer, liest man. Die deutsche Lösung, runder Tisch mit Frau Kanzler, wichtige Software aufspielen zum weiter stinken, Lichterkette für Schrottmotoren u.s.w. scheint nicht überall anzukommen

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