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15.05.2019

18:31

Aufzugssparte

Kone spielt Einstieg bei Thyssen-Aufzugsgeschäft durch

Insidern zufolge lotet Kone eine Offerte für Thyssen-Krupp Elevator aus. Der finnische Konkurrent müsste sich finanziell sehr strecken.

Möglich sei eine Kone-Offerte, bei der neben einer Barkomponente auch eigene Aktien angeboten würden. AP

Aufzug von Thyssen-Krupp Elevator

Möglich sei eine Kone-Offerte, bei der neben einer Barkomponente auch eigene Aktien angeboten würden.

Frankfurt, DüsseldorfNach dem angekündigten Teilbörsengang der Thyssen-Krupp-Aufzugssparte nimmt der finnische Konkurrent Kone Insidern zufolge die begehrte Sparte erneut ins Visier. Kone lote eine Offerte für Thyssen-Krupp Elevator aus, sagten am Mittwoch mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Kone arbeite dabei mit der Bank of America Merrill Lynch zusammen. „Es ist doch klar, dass Kone sich das jetzt anschaut“, sagte ein Insider. Kones Überlegungen müssten nicht zwingend in ein Übernahmeangebot münden. Die Finnen müssten sich finanziell schon sehr strecken. Möglich sei eine Offerte, bei der neben einer Barkomponente auch eigene Aktien angeboten würden.

Ein Thyssen-Krupp-Sprecher verwies auf Aussagen von Guido Kerkhoff, wonach der Börsengang der Aufzugssparte der Stärkung der Kapitaldecke dienen soll. Bank of America Merrill Lynch lehnte einen Kommentar ab.

Kones Großaktionär Antti Herlin war 2016 mit dem Fusionswünschen an Thyssen-Krupp herangetreten. Eine Kone-Sprecherin sagte nun zu einem erneuten Interesse, derartige Spekulationen kommentiere der Konzern grundsätzlich nicht. „Wir sagen seit Jahren, dass eine Konsolidierung notwendig ist. Daran hat sich nichts geändert.“

Kone hat einen Börsenwert von 22,2 Milliarden Euro. Den Wert von Thyssen-Krupp Elevator schätzen Experten auf 14 bis 15 Milliarden Euro – damit wäre die Ertragsperle von Thyssen-Krupp etwa doppelt soviel wert wie der Mutterkonzern. Den Insidern zufolge könnte auch der Schweizer Aufzugsriese Schindler seinen Hut in den Ring werfen.

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Thyssen-Krupp-Chef Kerkhoff muss die Stahlfusion und die Aufspaltung abblasen. Mit Teilverkäufen will er den Konzern stabilisieren und auf Stahl fokussieren.

Konzernchef Kerkhoff hatte am Freitag die Pläne für ein Stahl-Joint-Venture und eine Konzernaufspaltung aufgegeben. Stattdessen will er einen Teil der Aufzugssparte an die Börse bringen. Von Seiten der Arbeitnehmervertreter wird er bei den IPO-Plänen unterstützt. Eine Offerte, bei der etwa Aktien statt Geld angeboten wird, käme für sie wohl kaum infrage.

„Das Geld, das ein möglicher Börsengang der Aufzugssparte in die Kasse von Thyssen-Krupp spült, muss für die Stabilisierung des Konzerns eingesetzt werden“, hatte der nordrhein-westfälische IG Metallchef und stellvertretende Aufsichtsratschef von Elevator, Knut Giesler, gesagt. „Uns geht es darum, eine Lösung zu finden, die dem Konzern gut tut, finanziell, aber noch wichtiger, die nachher auch die Beschäftigung im Elevator-Bereich absichert.“

Kerkhoff hat in anderen Bereichen die Suche nach Partnern angekündigt, die auch Mehrheitsbeteiligungen erwerben könnten. Bei der Anlagenbau-Tochter Industrial Solutions seien Zusammenschlüsse mit Linde möglich, sagten die Insider. Vor zwei Jahren habe es Gespräche zwischen den Unternehmen über eine Fusion in diesem Bereich gegeben. Diese seien zwar ergebnislos geblieben, könnten aber jederzeit wieder aufgenommen werden. Die Konzerne wollten sich dazu nicht äußern.

Von

rtr

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