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11.09.2019

17:43

IAA Congress

Diese drei Ratschläge gibt die IBM-Chefin der Autoindustrie, um den Umbruch zu meistern

Von: Jens Koenen

Auf dem prominent besetzten IAA-Kongress teilt Ginni Rometty ihre Erfahrungen und diskutiert mit Automanagern über die Transformation der Branche.

Die Experten der Automobil-Industrie beratschlagen, was für den Umbruch der Branche nötig ist. dpa

IAA 2019 - Mercedes

Die Experten der Automobil-Industrie beratschlagen, was für den Umbruch der Branche nötig ist.

Frankfurt Wenige Meter entfernt glänzen die Karossen um die Wette. Drinnen, im Großen Auditorium auf dem Frankfurter Messegelände, geht es um die harte Realität: den Umbruch, vor dem die Automobilbranche steht.

IBM-Chefin Ginni Rometty packte zur Eröffnung der IAA Conference ihren Berater-Werkzeugkasten aus. Sie habe einige der Erfahrungen aus der eigenen Transformation dabei, „und ich hoffe, dass diese auch für die Automobilindustrie hilfreich sind“.

Die IAA Conference ist der Versuch des Veranstalters Verband der Deutschen Autoindustrie (VDA), aus der in die Jahre gekommenen Automesse eine führende Mobilitätskonferenz zu machen. Entsprechend begrüßte VDA-Präsident Bernhard Mattes die Gäste zu Beginn. „Willkommen zur neuen IAA.“ Die Hoffnung des Verbands: Die Vorträge sollen der Branche und Besuchern Mehrwert geben.

Das versuchte IBM-Chefin Rometty von Beginn an. Tipp Nummer eins der Topmanagerin aus den USA: Beim Umbruch offen sein. „Man braucht eine offene Plattform“, sagt Rometty, nicht ohne in einem Nebensatz auf die eigene offene Plattform Red Hat hinzuweisen. Die Fähigkeit zum Wandel und zur Schnelligkeit sei Rometty zufolge nur durch offene Systeme möglich.

Der zweite Tipp der Managerin: Die Art und Weise, wie gearbeitet wird, muss sich radikal ändern. Mit Folgen für die Belegschaft. Die müsse neu sortiert werden, um die richtigen Erfahrungen und das richtige Wissen für den Umbruch aufzubauen. „Das ist eine klare Führungsaufgabe“, sagte die IBM-Chefin.

Ein Hinweis, den Daimler-Chef Ola Källenius bestätigte, allerdings mit einer Ergänzung. „Wir machen diese Erneuerung vor allem mit internen Kräften und ergänzen das mit externem Personal.“

Ein solcher personeller Umbau müsse keineswegs mit dem Aussortieren älterer Arbeitnehmer einhergehen: „Wir haben zum Beispiel festgestellt, dass die meisten der Programmierer, die wir brauchen, über 50 Jahre alt sind.“

Der dritte Tipp der IBM-Chefin lautet – wenig überraschend: Nutzt Künstliche Intelligenz für die Bewältigung des Umbruchs.

Daimler nutzt diese Technologie laut Källenius mittlerweile, um die Fertigung schneller und einfacher zu machen, ebenso beim autonomen Fahren. „Wenn man die dafür notwendigen Daten ohne Künstliche Intelligenz verarbeiten würde, dauert das wahrscheinlich Hunderte Jahre“, so Källenius, warnte allerdings gleichzeitig: „Nutze Künstliche Intelligenz nicht, weil du sie nutzen willst, sondern nutze sie im Sinne des Kunden.“ Der müsse letztlich entscheiden können, welche Angebote er wolle.

Carlos Tavares, Chef der PSA-Gruppe, zu der etwa Opel gehört, hatte mit Blick auf den Umbruch in der Mobilität einen ganz besonderen Hinweis parat. „Wir müssen das aktive Zuhören verbessern“, mahnte er.

Viel zu häufig seien neue und innovative Mobilitätsangebote nicht nachhaltig genug, müssten nach kurzer Zeit Insolvenz anmelden. Urbane Mobilität sei keine Sache der Technologie. Die gebe es längst. „Es ist eine Sache der Koordination und der Begeisterung. Wir müssen mehr aufeinander hören.“

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