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28.06.2022

14:54

Autobauer

VW-Chef Diess: „Tesla schwächelt – diese Chance müssen wir nutzen“

Der Volkswagen-Chef will die Probleme von Tesla beim Hochfahren neuer Werke ausnutzen. Für ein Verbrennerverbot in der EU sieht Diess seinen Konzern gerüstet.

Der VW-Chef sieht Tesla weiterhin als größten Konkurrenten. dpa

Herbert Diess

Der VW-Chef sieht Tesla weiterhin als größten Konkurrenten.

Wolfsburg VW-Chef Herbert Diess glaubt, den US-Erzrivalen Tesla bald einholen zu können. Die Firma von Elon Musk bleibe größter Konkurrent – doch man sehe etwa an der Komplexität der neuen Fabriken in Grünheide bei Berlin oder in Austin (USA), dass auch dort nicht alles von selbst laufe. „Tesla schwächelt“, sagte der Vorstandschef am Dienstag bei einer Betriebsversammlung in Wolfsburg. „Diese Chance müssen wir nutzen und schnell aufholen – 2025 können wir in Führung gehen.“

Noch im laufenden Jahr könne der Abstand geringer werden, VW dürfe ihn zumindest „nicht noch größer werden lassen“. Bald folgen weitere E-Modelle: Ab 2023 kommt der ID.3 auch nach Wolfsburg, 2026 soll der Trinity auf einer neuen Plattform mit hausgemachter Software starten.

Die aktuelle Geschäftslage bei Volkswagen sieht Diess sehr positiv. „Wir verdienen so viel wie nie – trotz Halbleitermangel und stockenden Lieferketten“, sagte der Manager. Der seit vielen Monaten anhaltende Engpass an elektronischen Bauteilen entspanne sich endlich. „Wir fahren unsere Volumen hoch, nicht nur in Deutschland, sondern vor allem auch in China.“

Angesichts der Unsicherheit durch den Ukrainekrieg und den Sorgen vor einer Wirtschaftskrise werde der Konzern die Produktion aber vorsichtig wieder steigern, „nicht blind auf 100 Prozent Auslastung gehen“.

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    Volkswagen sehe sich auch gut vorbereitet für das auf europäischer Ebene diskutierte Aus von Autos mit Verbrennungsmotoren ab 2035. „Es kann kommen – wir sind am besten vorbereitet“, sagte Diess. Die Wolfsburger haben nach dem Dieselskandal vor bald sieben Jahren als einer der ersten traditionellen Autobauer mit dem Schwenk in die Elektromobilität begonnen und investieren dafür viele Milliarden Euro. Ziel ist ein Konzern, der neben dem Verkauf von Autos in einigen Jahren sein Geld vor allem mit Mobilitätsdienstleistungen verdient.

    Nach abermals heftigen Verstimmungen mit der Belegschaftsvertretung wegen möglicher Sparpläne für die VW-Zentrale sieht Diess nun mehr Einigkeit: „Es freut mich besonders, dass Daniela Cavallo und der Betriebsrat diese Transformation in so einem engen Schulterschluss wettbewerbsorientiert mit vorantreiben. Sie ist notwendig, um Wolfsburg zukunftssicher zu machen und langfristig Jobs zu sichern. Wolfsburg kann im Wettbewerb gegen Grünheide bestehen.“

    Schwierig bleibt das Thema Software. Beim Ausbau der konzerninternen IT-Tochter Cariad soll es größere Verzögerungen geben – unter der Regie der Einzelmarken Audi und VW soll die Entwicklung für bestimmte Assistenzsysteme daher nun doch einige Jahre noch parallel laufen.

    Diess warb erneut für Verständnis. Es gehe um ein Langzeitprojekt: „Keiner sonst traut es sich zu, alle Software-Fähigkeiten zu bündeln. Dass es dabei zu einigen Herausforderungen kommt, war von vornherein allen klar. Das heißt aber nicht, dass die Cariad gescheitert ist.“

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