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24.10.2019

15:29

Bernhard Günther

Festnahme nach Säureanschlag auf Innogy-Manager

Von: Jürgen Flauger

Der Säureanschlag auf den Innogy-Manager Bernhard Günther ist schon eineinhalb Jahre her – doch nun wurde ein 32-jähriger Verdächtiger festgenommen.

Festnahme nach Säureanschlag auf Innogy-Manager Bernhard Günther dpa

Bernhard Günther

Der Finanzvorstand von Innogy bei einem öffentlichen Auftritt im März dieses Jahres.

Düsseldorf Vor eineinhalb Jahren war Innogy-Finanzvorstand Bernhard Günther Opfer eines heimtückischen Anschlags geworden: Am 4. März 2018, nach einer Joggingrunde, wurde Günther in der Nähe seines Hauses in Haan nahe Düsseldorf überfallen und mit Säure übergossen.

Jetzt meldete die Staatsanwaltschaft Wuppertal überraschend eine Festnahme. Den Durchbruch brachten anonyme Hinweise: „Die Hinweise und die anschließenden Ermittlungen der Kriminalpolizei haben zu einem dringenden Tatverdacht gegen einen 32-jährigen Mann geführt, der am 18. Oktober 2019 im Rahmen einer Sportveranstaltung in Köln festgenommen wurde“, teilte die Behörde mit.

Der Tatverdächtige befinde sich derzeit in Untersuchungshaft. Daneben habe es aber auch gegen „weitere, mutmaßlich an der Tat beteiligte Personen“ Durchsuchungsmaßnahmen in mehreren Städten gegeben. Die umfangreichen Ermittlungen, insbesondere die Auswertung der bei den Durchsuchungen sichergestellten Beweismittel, dauerten an. Weitere Informationen können derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitgeteilt werden.

Tatsächlich hatten die Ermittlungsbehörden kaum noch Hoffnung, Klarheit über Täter und Motiv zu bekommen. Schon vor über einem Jahr hatte die Staatsanwaltschaft Wuppertal die Ermittlungen wegen versuchten Mordes eingestellt. Günther selbst und sein Unternehmen gaben die Hoffnung aber nicht auf. Innogy setzte sogar eine Belohnung von 80.000 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Täter führen.

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    Günther selbst wollte sich auf Anfrage zur Festnahme des Tatverdächtigen nicht äußern. Ein Sprecher verwies auf die Ermittlungsbehörden. Für den 52-Jährigen muss es aber eine enorme Erleichterung sein, schließlich sind die Umstände der Tat bis heute mysteriös.

    „Natürlich ist es besonders schwierig, mit so einer Tat umzugehen, solange sie nicht aufgeklärt ist“, hatte Günther wenige Monate nach der Tat im Interview mit dem Handelsblatt gesagt: „Wenn man nicht weiß, warum sie erfolgt ist. Ist man noch bedroht? Sind andere bedroht?“

    Letztlich hatte Günther, wie er selbst sagt, „Glück im Unglück“. Die Ärzte konnten sein Augenlicht retten. Trotzdem ist die Behandlung langwierig. An der Bilanzpressessekonferenz im März 2019 nahm Günther mit getönter Brille und schwarzem Stirnband teil.

    Seine Arbeit hat der Manager aber längst wieder mit Engagement aufgenommen. Günther ist der einzige Vorstand von Innogy, der nach der inzwischen abgeschlossenen Übernahme durch Eon an Bord geblieben ist. Er soll gemeinsam mit Eon-Vorstand Leonhard Birnbaum gewährleisten, dass die Integration der beiden Unternehmen gelingt. Die beiden hatten schon vor der Freigabe durch die Genehmigungsbehörden die Vorbereitungen für die Fusion geleitet.

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