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27.10.2019

15:52

Bernhard Günther

Persönlicher Konkurrent soll Säure-Attentat auf Innogy-Finanzchef in Auftrag gegeben haben

Von: Jürgen Flauger

Bernhard Günther kann auf Aufklärung hoffen. Das mögliche Motiv schockiert aber: Auftraggeber soll ein persönlicher Konkurrent gewesen sein.

Der Innogy-Manager wurde Opfer eines Säureangriffs. Reuters

Bernhard Günther

Der Innogy-Manager wurde Opfer eines Säureangriffs.

Düsseldorf Eigentlich ist es eine gute Nachricht, die die Staatsanwaltschaft Wuppertal in der vergangenen Woche bekanntgegeben hat: Eineinhalb Jahre nach dem Säureattentat auf den Finanzvorstand von Innogy, Bernhard Günther, gibt es doch noch die Aussicht auf eine Aufklärung der Tat. Seit einer guten Woche sitzt ein Verdächtiger in Haft, ein 32-jähriger Serbe. Das Mitglied der Hells Angels soll gemeinsam mit einem noch nicht inhaftierten Komplizen an der Tat beteiligt gewesen sein.

Trotzdem steht die Belegschaft von Innogy und die des ehemaligen Mutterkonzerns RWE unter Schock. Grund sind die Spekulationen über das Motiv für die Tat. Es soll im beruflichen Umfeld Günthers liegen. Ein ehemaliger Strommanager, ein Konkurrent Günthers, soll die Tat in Auftrag gegeben haben.

Die Staatsanwaltschaft selbst hält sich zum Motiv bislang bedeckt. Sie hat nur bestätigt, dass der Tatverdächtige am 18. Oktober bei einer Sportveranstaltung festgenommen worden war. Der Serbe war für eine Ringsportveranstaltung nach Köln gekommen. Die Ermittlungsbehörden nutzten die Gelegenheit zur Festnahme, nachdem sich ein Hinweisgeber bei ihnen gemeldet hatte. Zudem gab es nach Angaben der Staatsanwaltschaft in mehreren Städten Durchsuchungen bei weiteren Verdächtigen.

Günther war Anfang März 2018 nach einer Joggingrunde in der Nähe seines Hauses in Haan bei Düsseldorf von zwei Männern überfallen und mit Säure übergossen worden. Dabei sei es, wie die Staatsanwaltschaft jetzt erklärte, darum gegangen, den Manager zu entstellen. Nachdem zunächst wegen des Verdachts des versuchten Mordes ermittelt worden war, lautet jetzt der Vorwurf schwere Körperverletzung.

Die Ermittlungsbehörden hatten die Hoffnungen auf eine Klärung des Falls eigentlich aufgegeben und die Ermittlungen schon vor gut einem Jahr eingestellt. Innogy schaltete aber eine Privatdetektei ein und setzte eine Belohnung aus.

Günther selbst hatte eine Theorie, wie er einige Monate nach der Tat im Handelsblatt-Interview sagte: „Die will ich aber für mich behalten“, sagte er. Die Tat hat den 52-Jährigen zwar gezeichnet, und die Behandlung ist aufwendig. An der Bilanzpressekonferenz im März 2019, seinem ersten Gang vor die Kameras, nahm er mit getönter Brille und schwarzem Stirnband teil. Von seiner Arbeit konnten ihn die Täter aber nicht abhalten. Die hat er längst mit hohem Engagement wieder aufgenommen.

Ebenso wie schon die Tat – eine Woche später wurden die Pläne zur Übernahme durch Eon bekannt – kommen die neuen Spekulationen über die Motive für die Mitarbeiter in einer ohnehin schwierigen Zeit. Nachdem Eon Mitte September die letzte Genehmigung für die Übernahme von Innogy erhalten hat, läuft jetzt die Integration des Konkurrenten an.

Dafür ist unter anderem Günther zuständig. Er ist als einziger der Innogy-Vorstände im Amt geblieben und hat zusätzlich zum Finanzressort den Posten des Personalvorstands übernommen.

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