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15.08.2018

20:00

Kai Beckmann, Mitglied der Geschäftsleitung Merck

„Digitales Lernen ist mehr als die Digitalisierung traditioneller Lehrmittel“

Von: Katja Stricker

Als einen echten Wachstumstreiber sieht Kai Beckmann die digitale Transformation. Und plädiert für deren vermehrten Einsatz in Schulen.

Merck: Kai Beckmann für Digitalisierung bis in die Schulen Bert Bostelmann für Handelsblatt

Kai Beckmann

Das Mitglied der Geschäftsleitung beim Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck, sprach mit Schülern des Leistungskurses Politik & Wirtschaft der 11. Klasse der Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim.

Wie beeinflusst die Digitalisierung Ihr Unternehmen?

Angesichts von Megatrends wie Big Data, Autonomem Fahren oder Künstlicher Intelligenz wird auch zukünftig die Nachfrage nach immer leistungsstärkeren Computerchips steigen. Für unser Unternehmen ist die digitale Transformation daher ein echter Wachstumstreiber.

Zumal wir eine breite Palette an innovativen Materialien und Lösungen anbieten, die unter anderem für die Produktion von Rechen- und Speicherchips, Touchscreens oder Flachbildschirmen benötigt werden. Umgekehrt wirken unsere innovativen Produkte wiederum als Katalysator der Digitalisierung – eine perfekte Symbiose aus wirtschaftlichem Wachstum und technologischem Fortschritt.

Es ist oft zu lesen, dass durch Digitalisierung und Industrie 4.0. viele Millionen Jobs in Deutschland wegfallen werden...

Ich halte solche Aussagen für reine Panikmache. Veränderungen im Berufsleben passieren laufend – auch schon in den vergangenen Jahrzehnten. Bei Merck etwa macht kaum jemand den gleichen Job wie noch vor 20 oder 30 Jahren. Alles ist im Wandel – und natürlich werden Aufgaben wegfallen. Viele Unternehmen beklagen einen Fachkräftemangel – da hilft uns doch die Automatisierung und Digitalisierung sehr. Es ist nur wichtig, die Menschen, deren Jobs nicht mehr gebraucht werden, rechtzeitig weiter zu qualifizieren.

Was muss in Schulen und bei der Bildung passieren, um uns auf die Arbeitswelt der Zukunft vorzubereiten?

Ob in Schule, im Studium oder im Beruf - mit der digitalen Transformation werden IT-Kompetenzen immer wichtiger. Zugleich eröffnen digitale Medien neue Möglichkeiten des digitalen Lernens. Unser Bildungssystem und insbesondere unsere Lern- und Lehrmethoden müssen für das Zeitalter der Digitalisierung fit gemacht werden. Dies gilt für alle Bildungsstufen - von der schulischen über die Berufs- und Hochschulbildung bis hin zur Weiterbildung für Erwachsene.

Digitales Lernen ist mehr als die Digitalisierung traditioneller Lehrmittel. Ob digitale Plattformen, Virtual oder Augmented Reality, Online-Bibliotheken oder Webinare – der Einsatz digitaler Medien ermöglicht vielfältige neue und innovative Formen des Lehrens und Lernens.

Kai Beckmann

Alter

52 Jahre

Job

Mitglied der Geschäftsführung bei Merck

Karriere

Studium der Informatik an der TU Darmstadt, berufsbegleitende Promotion. 1989 Einstieg bei Merck als IT-Systemberater. Danach verschiedene Führungspositionen, unter anderem als Geschäftsführer der Merck-Gesellschaften in Singapur und Malaysia und Leiter der IT-Abteilung. Seit 2011 ist Beckmann Mitglied der Geschäftsführung.

Branche

Chemie- und Pharmaindustrie

Mitarbeiter

53.000 weltweit, davon 10.000 in Deutschland

Berufseinstieg

Berufseinstieg durch diverse Ausbildungsberufe, u.a. Biologie-, Physik- und Chemie-Laboranten, Chemikant, Pharmakant sowie Industriemechaniker und Mechatroniker; vier duale Studiengänge: BWL Industrie und International Business, Wirtschaftsinformatik und Elektrotechnik. Schülerpraktika.

Kontakt

Haben Sie Ihre Karriere geplant?

Nein, überhaupt nicht. Und aus meiner Erfahrung geht das auch gar nicht. Je mehr man sich auf eine Richtung festlegt und womöglich sogar auf eine Wunschposition, umso mehr Frustration werden Sie erleben, wenn es nicht klappt. Viel wichtiger ist: Locker und offen bleiben, immer auch nach rechts und links schauen. Ein blutleerer Vorzeigelebenslauf bringt wenig. Ich kann daher nur jedem raten, einen Studiengang auszuwählen, der einen begeistert und den Sie mit Herzblut und Überzeugung absolvieren.

Was treibt Sie an?

Wer Karriere macht nur wegen Status, Geld oder Ansehen, sollte es lieber lassen. Da kommt man nie ans Ziel und wird nicht glücklich. Mein persönlicher Antrieb war immer, Dinge gestalten zu wollen, Veränderungen anzustoßen, etwas zu verbessern. Wenn Sie dieser Wille antreibt, fallen Ihnen im Joballtag auch eher unangenehme oder nicht so spannende Aufgaben leicht.

Wie gehen Sie mit Streitigkeiten im Job um?

Ich glaube, Konflikte im Job sind unvermeidbar, egal auf welcher Ebene. Und natürlich können die einem auch mal sehr nahe gehen. In solchen Phasen schlafe ich auch mal schlecht, werde um 3 Uhr nachts wach und fange an zu grübeln. Und wenn ich fertig mit Grübeln bin, klingelt auch schon der Wecker. Aber dann muss man sich diesen Konflikten eben auch stellen und versuchen, sie konstruktiv zu lösen.

Lust mitzumachen und einen Chef zu gewinnen? Hier geht es zu den Teilnahmebedingungen.

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