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19.01.2022

21:56

Luftfahrt

5G sorgt für Flugchaos in den USA

Von: Katharina Kort

Fluggesellschaften streichen Flüge und warnen vor Gefahren beim Landen. Auch internationale Airlines wie Emirates canceln ihre Flüge in die USA.

Die Flugaufsicht FAA hat gewarnt, dass die Sicherheit durch die Einführung von 5G gefährdet sein könnte. AP

Ein Dreamliner 787 am Newark Liberty International Airport, New Jersey

Die Flugaufsicht FAA hat gewarnt, dass die Sicherheit durch die Einführung von 5G gefährdet sein könnte.

New York Der erste Tag für die amerikanische 5G-Technologie hat für Chaos an den Flughäfen gesorgt. Weil die Airlines sich um den Funkverkehr ihrer Maschinen sorgen, haben gleich mehrere Fluggesellschaften am Mittwoch reihenweise Flüge gecancelt. Auch internationale Airlines wie Emirates, Japan Airlines und All Nippon Airways haben ihre Flüge in verschiedene US-Städte gestrichen. Lufthansa hat einen Flug nach Miami gecancelt und bei anderen die Maschinen ausgetauscht.

Damit erreicht das seit Wochen andauernde Rangeln um die 5G-Frequenzen in den USA einen neuen Höhepunkt. Vor wenigen Tagen hatten sämtliche CEOs der amerikanischen Fluggesellschaften in einem Schreiben an die Regierung gewarnt, dass die Inbetriebnahme der 5G-Funkmästen „katastrophale Folgen“ für die Reisebranche haben könnte. Sie fürchten, dass ihre Maschinen nicht sicher landen können, weil die Frequenzen für den superschnellen Mobilfunkstandard 5G zu nah an den Funklizenzen für bestimmte Kontrollgeräte wie den Höhenmesser liegen.

Dabei geht es insbesondere um die Boeing-Maschinen 777 und 787. Bei beiden hat auch die Flugaufsicht FAA erst am Freitag gewarnt, dass die Sicherheit dieser Maschinen durch die Einführung von 5G gefährdet sein könnte.

„Wenn unsere wichtigen Hubs nicht zum Fliegen freigegeben sind, wird die große Mehrheit der Reisenden und Waren de facto am Boden bleiben“, hatten die CEOs von American Airlines, Delta Air Lines, United Airlines, Southwest Airlines und anderen gewarnt.

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    Am Mittwoch ist die neue Technologie für Verizon und AT&T dennoch gestartet – wenn auch mit Ausnahmen im Umfeld der Flughäfen, die aber erst im letzten Moment entschieden worden sind. Für die Airlines reichte das nicht, um umzuplanen.

    „Die Lage ist kriminell und absolut verantwortungslos“

    Die Lage sei „kriminell und absolut verantwortungslos“, schimpfte der Chef von Emirates, Tim Clark, im TV-Sender CNN. So etwas habe er in seiner Karriere noch nicht erlebt, empörte er sich.

    Dass die USA größere Schwierigkeiten mit einer Technologie haben, die in Europa schon längst ohne Probleme für die Flugzeuge funktioniert, liegt an den Frequenzen: In den USA haben die Mobilfunkanbieter für rund 80 Milliarden Dollar Frequenzen des sogenannten C-Bandes erworben, die näher an denen liegen, die in der Luftfahrt genutzt werden. C-Band-Frequenzen in den USA liegen bei bis zu 3,98 Gigahertz (Ghz). Die Flugzeuge nutzen 4,2 bis 4,4 Ghz. In Europa nutzen die Mobilfunkanbieter maximal 3,8 Ghz.

    Um Probleme zu verhindern, müssten die Flugzeuge in den USA nun entsprechend umgerüstet werden, um in den USA weiteroperieren zu können. Obwohl die Mobilfunkbetreiber in den USA aufgrund der Bedenken Pufferzonen um rund 50 Flughäfen zunächst für sechs Monate einhalten, gab die FAA fast 1500 Sicherheitshinweise und Restriktionen zu 5G heraus.

    Mehr als 90 Prozent der neuen Funkmasten, die eine deutlich schnellere Datenübertragung ermöglichen, gehen unterdessen wie geplant in den USA in Betrieb. Sie sind weit genug weg von Flughäfen.

    Eine dauerhafte Lösung können die Pufferzonen für die Mobilfunkbetreiber jedoch nicht sein. Auch mit nur wenigen Kilometern erreichen sie dadurch in dicht besiedelten Gegenden, wie etwa bei Flughäfen wie JFK in New York, ganze Stadtteile nicht mit ihrem 5G-Netz.

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