Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

Tourismus in Thailand

Seite 2 von 2

Bis 2020 noch einmal 50 Prozent mehr Besucher

Der Tourismusboom kommt nicht zuletzt aus Fernost: Erstmals sollen in diesem Jahr mehr als zehn Millionen Chinesen nach Thailand kommen. Weil chinesische Urlauber wegen der jüngsten Anschläge zunehmend vor Europa-Reisen zurückschrecken, könnte Thailand als Alternative zusätzlich an Bedeutung gewinnen.

Wegen der enormen Bedeutung der Branche wollen Thailands Tourismusverantwortliche den Boom keinesfalls stoppen. Im Gegenteil: Sie sind auf der Suche nach weiteren Wachstumsmärkten. In der Zeitung „Bangkok Post“ kündigten Vertreter des Fremdenverkehrsamtes am Freitag an, besonders Deutschland in den Fokus rücken zu wollen – und anderem mit intensiven Kampagnen in Düsseldorf und Köln. Die Bundesrepublik sehen sie als größten Hoffnungsträger in Europa.

Thailands Infrastruktur hat aber schon jetzt Probleme, mit den vielen Gästen zurechtzukommen. An den Passkontrollen und Taxiständen der internationalen Flughäfen bilden sich regelmäßig lange Warteschlangen. Der Don-Mueang-Flughafen in Bangkok musste erst vergangenes Jahr seinen Plan für verschärfte Sicherheitskontrollen zurücknehmen, weil es für die vielen Passagiere schlichtweg nicht genug Gepäckscanner gab. Auch der Flughafen in Phuket platzt aus allen Nähten: Ausgelegt ist er für 6,5 Millionen Passagiere im Jahr. Fast die doppelte Menge musste zuletzt abgefertigt werden. Nach Verzögerungen soll nun zum Jahresende die Eröffnung eines neuen Terminals Abhilfe schaffen.

Die Entspannung könnte aber nur von kurzer Dauer sein. Die Pacific Asia Travel Association, eine Organisation, die sich für verantwortungsbewussten Tourismus einsetzt, geht davon aus, dass Thailands Besucherzahl bis 2020 auf 50 Millionen wachsen könnte – das wäre ein weiteres Plus um 50 Prozent. „Angesichts dieser Entwicklung muss es darum gehen, die Nachfrage zu lenken, anstatt sie einfach weiter anzufachen“, forderte die Organisation im vergangenen Jahr.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die Kritik an dem Management der Touristenströme teilt auch der Meeresbiologe Thon Thamrongnawasawat. Er zeigte sich jüngst in einem Zeitungsbericht schockiert über die Besuchermassen auf der Insel Koh Phi Phi, die durch den Leonardo-DiCaprio-Film „The Beach“ weltweit bekannt wurde. Auf dem Strand gab es nach seiner Darstellung nur noch Stehplätze. „Die Einnahmen sind zwar hoch“, sagte er nach seiner Rückkehr nach Bangkok. „Aber ich glaube nicht, dass sie es wert sind, wenn man bedenkt, was von den Inseln übrig bleibt.“

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×