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21.06.2018

11:39

Dieselskandal

Audi-Chef Rupert Stadler bleibt in Haft

Von: René Bender

Die Staatsanwaltschaft ist mit der ersten Vernehmung des Audi-Chefs nicht zufrieden. Im Gefängnis erhält Stadler keine Sonderbehandlung.

Festnahme von Audi-Chef Stadler

Audi-Chef Stadler in Haft – „Endlich wird im Abgasskandal durchgegriffen“

Festnahme von Audi-Chef Stadler: Audi-Chef Stadler in Haft – „Endlich wird im Abgasskandal durchgegriffen“

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DüsseldorfDer seit Montag inhaftierte und inzwischen beurlaubte Audi-Chef Rupert Stadler kann offenbar nicht auf eine schnelle Entlassung aus der Untersuchungshaft hoffen. Nach Handelsblatt-Informationen dauerte schon seine erste Vernehmung in der Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen beinahe einen ganzen Tag.

Stadler wurde im Beisein seines Verteidigers von zwei Staatsanwälten befragt. Trotz der Länge der Vernehmung waren die Ermittler am Ende nicht zufrieden und kündigten weitere Termine an. Stadlers Anwalt hat keine Haftbeschwerde eingelegt. Damit bleibt der Top-Manager, wo er ist: hinter Gittern.

Dort geht es Stadler wie jedem anderen Gefangenen. Die vorgegebene Anstaltskleidung der Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen ist blau. Stadler darf auch zur Vernehmung seinen Manageranzug nur tragen, wenn er vorher einen entsprechenden Antrag stellt. Stadler erhält dasselbe Essen wie die anderen Insassen und hat auch ansonsten keinen Anspruch auf bevorzugte Behandlung.

Audi: Wie Rupert Stadler die Welt jahrelang mit „dem saubersten Diesel der Welt“ narrte

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Fast zehn Jahre trickste Audi bei den Diesel-Abgaswerten. Dabei nutzte Vorstandschef Stadler nicht nur Gesetzeslücken. Die Chronik einer großen Täuschung.

Die Strafverfolger sehen bei Stadler weiter Verdunkelungsgefahr. Ihren Verdacht, er wolle Zeugen beeinflussen, konnte Stadler auch in stundenlangen Gesprächen nicht ausräumen. Im Wesentlichen soll sich die Vernehmung um ein einziges, längeres Telefonat Stadlers gedreht haben. Die Ermittler hatten Stadler dabei abgehört, wie er mit einem Porsche-Mitarbeiter sprach und die mögliche Beurlaubung eines Audi-Mitarbeiters debattierte.

Dieser Mitarbeiter, der entgegen anderer Medienberichte nicht der Audi-Taskforce zur Aufarbeitung des Dieselskandals angehört, soll umfassend ausgesagt und Stadler belastet haben. Dass Stadler deshalb dessen Beurlaubung erwog, ist für die Behörden ein Indiz für seinen Versuch, den Fortgang der Ermittlungen zu behindern.

Nicht klar ist allerdings, warum die Strafverfolger nach dem abgehörten Telefonat eine geraume Zeit warteten und in der vergangenen Woche auch erst noch Stadlers Privathaus durchsuchten, bis sie am frühen Montagmorgen zugriffen und den Audi-Vorstandsvorsitzenden festnahmen.

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt seit Ende Mai wegen Betrugs sowie mittelbarer Falschbeurkundung gegen Stadler sowie ein weiteres Audi-Vorstandsmitglied. Stadler soll seit Jahren von der Manipulation von Dieselmotoren gewusst haben.

Außerdem soll er nach Aufdeckung des Dieselskandals bei der Konzernmutter Volkswagen im Herbst 2015 Hinweise aus dem eigenen Unternehmen erhalten haben, dass auch bei Audi Autos mit manipuliertem Abgassystem gebaut und verkauft wurden. Dennoch habe er den Verkauf solche Fahrzeuge nicht gestoppt, so ein Kernvorwurf.

Kommentare (3)

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Frau Nicole Bartels

21.06.2018, 13:20 Uhr

Ohje - der Krimi geht weiter... Die Konsequenzen aus der Dieselaffaire sollten auch unsere Politiker tragen. Sie haben jahrelang der Deutschen Autoindustrie zugejubelt und selbst wenn erste Vorwürfe aus den USA kamen, alles unter den Tisch gekehrt. Es könnten einige Lobbyisten unter die Räder kommen. Denn Betrügereien auf Kosten der Verbraucher und für die Ewigkeit des Verbrennungsmotors, das war eine mörderische Strategie. Zwingende Gründe zur Umrüstung auf Elektromobilität gibt es spätestens seit den Pariser Klimaabkommen. Alle Beteiligten sollten jetzt die Rote Karte erhalten. Sie haben die Verantwortung finanziell zu tragen, alte Diesel auf ihre Kosten Umzurüsten bzw. parallel ELEKTROMOBILITÄT mit Investitionen voranzubringen und den Verbrauchern Hilfestellung zur Umrüstung zu bieten. In der Politik sollte man die Weichen neu stellen. Auch für die neue Energie der Zukunft - Neutrino-Energy. Die Berliner Neutrino Energy Group und ihr Team an Wissenschaftlern wie ua. PROF.KONSTANTIN MEYL investierten seit 10Jahren in die Forschung einer ganz neuartigen Technologie zur Nutzung von Neutrino-Energy: für die mobile, dezentrale Haushaltsenergie (ein Powercube pro Haushalt 5kw) und für die Elektromobilität. Mit einem ersten Kleinfahrzeug PI, das mit unendlicher Reichweite, quasi "aus der Luft tanken" würde, angetrieben von Tag und Nacht milliardenfach strömenden Neutrinos, welche Energie abgeben, kann ein Meilenstein gesetzt werden. Mit dieser neuen Technologie können weltweit herkömmlichen Material aufwendige Akkus und Batterien abgelöst werden. Es wird entscheidend für die erfolgreiche Umstrukturierung der Gesellschaft sich für diese möglichen Innovation in der Elektromobilität zu öffnen, auch um die Energiewende und den insgesamt gesteigerten Bedarf zu decken. Es fehlte bisher an politischem Willen NEU zu denken. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt das zu tun.

Herr Adon Herst

21.06.2018, 14:17 Uhr

Wann werden deutschen Politiker inhaftiert?

Und das nicht nur auf die Abgasaffären bezogen.

Eine Justiz schützt immer das derzeitige System, weil es ihm zu Diensten ist oder sein muss.

Das war in der DDR der Fall und davor im Dritten Reich. In jedem Staat und System der Welt.

Und heute schützt diese, unsere abhängige Justiz eben wieder Lügner und Betrüger in der Regierung.

Jetzt demonstriert dieser profilierungssüchtige Staatsanwalt Härte.

Auch Hexenjäger haben es in die Moderne überlebt.

Herr Andre Peter

21.06.2018, 14:46 Uhr

@Herr Adon Herst,
ja die Politiker dürfen machen, was sie wollen - sie genießen ja Immunität.
Und nachdem alles immer alternativlos ist, muss auch vorher nicht darüber diskutiert werden. Es wird ideologisch entschieden, dann hat das Volk zu gehorchen! Honecker lässt grüßen!

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