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03.04.2017

14:35 Uhr

Argor

Heraeus übernimmt Edelmetallverarbeiter komplett

Heraeus erweitert sein Edelmetall-Geschäft: Der deutsche Konzern übernimmt den Schweizer Gold- und Silber-Verarbeiter Argor-Heraeus nun komplett. Der Wert des Unternehmens wird auf eine halbe Milliarde Franken geschätzt.

Der hessische Konzern übernimmt den im Tessin sitzenden Edelmetall-Verarbeiter Argor-Heraeus komplett. dpa

Gold von Heraeus

Der hessische Konzern übernimmt den im Tessin sitzenden Edelmetall-Verarbeiter Argor-Heraeus komplett.

FrankfurtDer hessische Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus stärkt sein Gold-und-Silber-Geschäft mit einer Übernahme. Das Familienunternehmen übernimmt die restlichen zwei Drittel der Anteile am Schweizer Edelmetall-Verarbeiter Argor-Heraeus, wie Heraeus am Montag in Hanau mitteilte.

„Über alle Edelmetalle hinweg werden wir mit der Akquisition zum weltweit größten Edelmetall-Dienstleister“, sagte Andre Christl, Geschäftsführer der Sparte Heraeus Precious Metals, der Nachrichtenagentur Reuters. Heraeus sei bisher vor allem bei Platin, Palladium und verwandten Edelmetallen stark, das Geschäft mit Gold und Silber werde sich mit dem Zukauf etwa vervierfachen.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

Heraeus zahlt Finanzkreisen zufolge einige hundert Millionen Euro für die restlichen Argor-Anteile. Sie liegen bisher bei der Commerzbank, der Münzprägeanstalt Münze Österreich und dem Management von Argor. Argor-Heraeus stand seit Herbst zum Verkauf, der Firmenwert war damals auf rund eine halbe Milliarde Schweizer Franken veranschlagt worden. Die Commerzbank erklärte am Montag, die Trennung sei Teil ihrer Konzentration auf das Kerngeschäft. „Wir wollten das Geschäft immer weiterentwickeln“, sagte dagegen Christl. In der bisherigen Eigentümerstruktur sei das schwierig gewesen. Er erwarte Synergieeffekte vor allem im Vertrieb. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart.

Argor verarbeitet mit 300 Mitarbeitern Rohmaterial aus Goldminen, aber auch Edelmetall-Schrott von Uhren- und Schmuck-Herstellern oder aus der Industrie zu Feingold, Goldbarren und anderen Gold-Produkten. Die Firma sitzt in Mendrisio im Tessin. Heraeus raffiniert in Hongkong mit 150 Mitarbeitern Gold.

Handelsblatt Energie Briefing

Von

rtr

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