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07.08.2019

11:11

Blitzanalyse

Eon-Gewinn im Vertrieb hat sich halbiert

Von: Jürgen Flauger

Im ersten Halbjahr hat der Energiekonzern deutlich weniger verdient als vor einem Jahr. Auch die Schulden sind gestiegen. Besonders ein Bereich drückte den Gewinn.

Eon wartet auf die Freigabe der geplanten Innogy-Übernahme durch die EU-Kommission. dpa

Eon

Eon wartet auf die Freigabe der geplanten Innogy-Übernahme durch die EU-Kommission.

Düsseldorf Im September will Eon-Chef Johannes Teyssen die Übernahme von Konkurrent Innogy besiegeln. Noch wartet er aber auf die Freigabe der Transaktion durch die EU-Kommission. Die Zahlen für das erste Halbjahr, die Eon jetzt vorgelegt hat, zeigen, dass der Energiekonzern neues Wachstum gebrauchen kann: Im ersten Halbjahr fielen die Ergebnisse schlechter aus als ein Jahr zuvor.

  • Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um zwölf Prozent auf 1,7 Milliarden Euro.
  • Die Nettoschulden stiegen um 3,6 Milliarden Euro auf 20,2 Milliarden Euro.
  • Eon bestätigt die Prognose für das Gesamtjahr.

Das sind die Gründe

Das Ebit sank um zwölf Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Der Überschuss verringerte sich um 16 Prozent auf 0,9 Milliarden Euro. Eon verwies darauf, dass das erste Halbjahr des Vorjahres sehr gut gewesen sei. Allerdings kämpft der Konzern im Vertrieb auch mit massiven Schwierigkeiten.

Das Ergebnis im Bereich Kundenlösungen sank um 237 Millionen. Es liegt nun bei 240 Millionen Euro. Es halbierte sich also. Eon kämpft insbesondere im britischen Markt mit einem harten Wettbewerb und einer scharfen Regulierung. Die Aufsichtsbehörde hatte dort Preisobergrenzen verhängt. Aber auch im deutschen Markt sank die Marge.

Dagegen liefern die Energienetze mit rund einer Milliarde Euro weiter stabile Gewinne.

Im Geschäftsfeld erneuerbare Energien stieg das Ergebnis leicht um 39 Millionen auf 275 Millionen Euro. Das Geschäft will Eon aber im Zuge der Fusion abgegeben.

Das fällt noch negativ auf

Die wirtschaftliche Nettoverschuldung stieg im ersten Halbjahr verglichen mit dem Jahresende um 3,6 Milliarden Euro auf 20,2 Milliarden Euro. Eon begründete das zum einen mit einem technischen Effekt wegen neuer Rechnungslegungsvorschriften, zum anderen mit dem „noch einmal deutlich“ gesunken Zinsniveau. Eon musste deshalb die Pensionsrückstellungen erhöhen. Der Energiekonzern hat zudem auf dem hart umkämpften britischen Markt weiter Federn lassen müssen. „Wir haben im ersten Halbjahr in Großbritannien rund 400.000 Kunden verloren“, sagte Finanzchef Marc Spieker am Mittwoch in einer Telefonkonferenz.

Was jetzt passiert

Eon wartet auf die Freigabe der geplanten Innogy-Übernahme durch die EU-Kommission. Die Behörde war in eine vertiefte Prüfung eingestiegen, nachdem Wettbewerber Bedenken geäußert hat. Eon hat inzwischen aber einige Zusagen gemacht und ist optimistisch im September die Genehmigung zu erhalten.

Dann beginnt aber der schwierigste Teil der Übernahme: Die Integration von Innogy. In den vergangenen Monaten haben Eon und Innogy in Bereichen, die nicht dem Wettbewerb unterliegen, schon Vorbereitungen getroffen: So wurde beispielsweise für 20 Bereiche die künftigen Chefs bestimmt.

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