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19.06.2022

10:41

Energie

Gasspeicher-Füllstand: Wie lange reichen gut 56 Prozent?

Russland reduziert die Gasmenge, die nach Deutschland exportiert wird. Die deutschen Gasspeicher sind aber bereits halb voll. Reicht das für den Winter?

Importiertes Gas wird unterirdisch gespeichert. dpa

Gasspeicher

Importiertes Gas wird unterirdisch gespeichert.

Berlin Die Gasspeicher in Deutschland sind zu gut 56 Prozent gefüllt. Doch was bedeutet das?

Laut Branchenverband Ines können die Speicher in Deutschland insgesamt Gas mit einem Energiegehalt von maximal rund 256 Terawattstunden speichern. Das entspricht etwa einem Viertel des jährlichen Gasverbrauchs in Deutschland (rund 1000 Terawattstunden).

„Dieses Speichervolumen alleine kann Deutschland zwei bis drei durchschnittlich kalte Wintermonate mit Gas versorgen“, sagt die Bundesregierung. Gut 56 Prozent dieses Volumens würden im Winter also gut ein bis anderthalb Monate reichen bei unverändertem Verbrauch – wohlgemerkt theoretisch.

Denn es ist zu beachten, dass genau dieser Verbrauch bei einer sogenannten Gasmangellage noch deutlich sinken würde. Schon jetzt ist der Gasverbrauch in Deutschland infolge der stark gestiegenen Preise deutlich zurückgegangen.

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    Hinzu kommt, dass bei einem Wegfall russischer Gaslieferungen weiterhin Pipeline-Gas etwa aus Norwegen und den Niederlanden fließen dürfte. Außerdem wird damit gerechnet, dass Deutschland über Anlandeterminals im Ausland dann weiterhin verflüssigtes Erdgas (LNG) erhält. Schließlich wird in Deutschland auch Erdgas gefördert. Die Frage, wie lange wir mit dem aktuell gespeicherten Erdgas hinkämen, ist also nur näherungsweise zu beantworten.

    Ein neues Gasspeichergesetz soll dafür sorgen, dass die Speicher zum Beginn des Winters ausreichend gefüllt sind. Es schreibt einen Füllstand von 80 Prozent zum 1. Oktober, von 90 Prozent zum 1. November und von 40 Prozent zum 1. Februar vor. Mit dem Gesetz werden die Speicherbetreiber in Deutschland verpflichtet, ihre Speicher schrittweise zu füllen. Es könne im Saldo weiterhin Gas eingespeichert werden, hieß es am Samstag von der Bundesnetzagentur.

    Von

    dpa

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