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30.06.2022

14:57

Energie

Gazprom streicht die Dividende – Aktie bricht ein

Der russische Staatskonzern hatte zuvor eine Rekordausschüttung geplant. Stattdessen erhalten die Aktionäre nichts – viele verkaufen ihre Anteile.

„Die Aktionäre haben entschieden, dass es in der gegenwärtigen Situation nicht sinnvoll ist, Dividenden auf das Ergebnis von 2021 auszuzahlen“, erklärt der Vizechef. AP

Gazprom-Zentrale in St. Petersburg

„Die Aktionäre haben entschieden, dass es in der gegenwärtigen Situation nicht sinnvoll ist, Dividenden auf das Ergebnis von 2021 auszuzahlen“, erklärt der Vizechef.

Moskau Der russische Energieriese Gazprom zahlt für das vergangene Jahr überraschend keine Dividende und ist daraufhin an der Börse abgestürzt. „Die Aktionäre haben entschieden, dass es in der gegenwärtigen Situation nicht sinnvoll ist, Dividenden auf das Ergebnis von 2021 auszuzahlen“, teilte Gazprom-Vizechef Famil Sadygow am Donnerstag über den Telegram-Kanal des Staatskonzerns mit. Für Gazprom seien die Realisierung des Investitionsprogramms mit dem Anschluss der russischen Regionen ans Gasnetz sowie die erhöhten Steuerforderungen der Regierung vorrangig.

Der Gazprom-Vorstand hatte zuvor angesichts des hohen Gewinns im Vorjahr noch eine Rekorddividende von 52,53 Rubel pro Aktie (entspricht derzeit etwa einem Euro) angesetzt. Auf der Hauptversammlung wurde dieser Vorschlag zur Gewinnausschüttung jedoch von den Eignern abgelehnt. Die Anzahl der Gegenstimmen entspricht dabei in etwa der Anzahl der Aktien, die der russische Staat am Konzern hält. Die Prämien für den Vorstand wurden hingegen mit etwa gleicher Stimmenzahl gebilligt.

Gazprom-Aktie verlor in kürzester Zeit mehr als 30 Prozent an Wert

Kleinaktionäre reagierten auf die unerwartete Dividendenstreichung mit erheblichen Verkäufen. Die Aktie verlor innerhalb kürzester Zeit mehr als 30 Prozent an Wert. Die Dividende sei einer der wichtigsten Faktoren für die Attraktivität der Aktie gewesen, hieß es. Es ist das erste Mal seit 1998, dass der Gazprom keine Dividende zahlt.

„Der Verzicht auf die Dividendenzahlung für 2021 nimmt den Investoren nicht nur die Möglichkeit, Auszahlungen für 2021 zu fordern, sondern schafft auch Risiken für zukünftige Dividendenzahlungen“, das sei ein sehr negativer Faktor, kommentierte die russische Investmentbank BKS.

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    Die Entschluss von Gazprom kommt, nachdem die G7-Staaten angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine in den vergangenen Tagen angekündigt hatten, mögliche Preisobergrenzen für russisches Öl und Gas zu prüfen. Damit sollten die Möglichkeiten der russischen Regierung zur Finanzierung ihrer Invasion in der Ukraine eingeschränkt werden. Russland drohte daraufhin mit einer Änderung der Gas-Lieferverträge.

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