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08.12.2022

10:30

Energie

Wasserstoffspezialist Sunfire macht Ex-EnBW-Chef Mastiaux zum Beiratsvorsitzenden

Von: Kathrin Witsch

Der erfahrene Energiemanager konzentriert sich nach seinem Abgang bei dem Versorger auf ein neues Geschäftsfeld. Nun soll er Sunfire helfen, im Wettbewerb zu bestehen.

Zehn Jahre lang hat der Manager den Energiekonzern EnBW geleitet. dpa

Frank Mastiaux

Zehn Jahre lang hat der Manager den Energiekonzern EnBW geleitet.

Düsseldorf Nach zehn Jahren Kohle, Erdgas und erneuerbaren Energien widmet sich der ehemalige EnBW-Chef Frank Mastiaux nun dem Thema Wasserstoff. Am Donnerstag wurde der Manager zum neuen Beiratsvorsitzenden des Dresdener Spezialisten Sunfire gewählt. 

Bis Mitte November hat der 58-Jährige noch als Vorstandschef beim baden-württembergischen Versorger EnBW einen der größten Energiekonzerne Deutschlands geleitet. Seinen Vertrag wollte er am Ende nicht noch einmal verlängern.

Stattdessen konzentriert sich Mastiaux jetzt auf grünen Wasserstoff, der durch Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. Sunfire baut die dazu nötigen Elektrolyseure. Dank massiv gestiegener Nachfrage nach dem klimaneutralen Gas ist das Geschäft in den vergangenen Jahren stark gewachsen.

Bereits Anfang November wurde bekannt, dass er außerdem dem Wasserstoff-Start-up Eternal Power als Berater zur Seite stehen wird. Das Hamburger Unternehmen will in Zukunft die gesamte Wertschöpfungskette für die Produktion des nachhaltigen Moleküls abdecken und hofft, dabei von der Erfahrung des studierten Chemikers zu profitieren. 

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    Nach verschiedenen Positionen in der Ölwirtschaft, unter anderem beim BP-Konzern, wandte sich Mastiaux seit 2007 zunehmend erneuerbaren Energien zu. Drei Jahre lang baute er das Geschäft für Eon aus.

    Nachdem er 2012 als Vorstandsvorsitzender zu EnBW wechselte, vollzog der Energiekonzern unter seiner Führung die Wende von Atom und Kohle zu Erdgas, Wind und Sonne. Das Erdgasgeschäft fällt für EnBW mittlerweile in den profitabelsten Geschäftsbereich, der die Hälfte der Gesamtgewinne beisteuert. 40 Prozent stammen dabei aber schon aus erneuerbaren Energien. Vor allem das Windgeschäft baute Mastiaux massiv aus.

    Nun hofft auch Sunfire, von der Erfahrung und dem Netzwerk des Managers zu profitieren. „Der Bedarf für grüne Wasserstoff- und Elektrolysetechnologien ist enorm, um große Industrien in Richtung Klimaneutralität zu verändern. Ich freue mich darauf, Sunfire beim Wachstum zu unterstützen und das industrielle Elektrolysegeschäft voranzutreiben“, sagte Mastiaux. Seine Erfahrung könnte für das Unternehmen auch mit Blick auf den potenziellen Börsengang nützlich sein. 

    Gewichtige Konkurrenz auf dem Wasserstoffmarkt

    Grüner Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende. Es wird erwartet, dass sich die Elektrolysekapazitäten in der Europäischen Union bis 2030 von derzeit 1000 Megawatt auf 40.000 Megawatt vervielfachen werden. Stand jetzt gibt es allerdings nur Pilotprojekte, und Jungunternehmen wie Sunfire haben gewichtige Konkurrenz. 

    Den kommenden Milliardenmarkt haben mittlerweile auch Industriegrößen wie Siemens Energy, Linde oder Air Liquide erkannt und bauen ihre Elektrolyseurfertigungen massiv aus. Thyssen-Krupp treibt den Börsengang seiner Wasserstofftochter Nucera voran.

    Der ehemalige EnBW-Chef Frank Mastiaux soll nun auch Sunfire helfen, neben den etablierten Wettbewerbern zu bestehen. Sein Vorgänger als Beiratsvorsitzender, Gründer Carl Berninghausen, hatte bei Sunfire bis vor zwei Jahren die Geschäfte als Hauptinvestor noch selbst geführt. Seit 2020 übernehmen seine Mitgründer Nils Aldag und Christian von Olshausen diesen Part. 

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