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09.08.2019

08:04

Energiekonzern

Britische Tochter N-Power belastet Innogy – die Blitzanalyse

Von: Jürgen Flauger

Das operative Ergebnis des Energiekonzerns ist im ersten Halbjahr deutlich gesunken. Den Ausblick bestätigt der Eon-Konkurrent jedoch.

 Innogy: Britische Tochter N-Power belastet den Energiekonzern dpa

Innogy

Das operatives Ergebnis des Energiekonzerns ist im ersten Halbjahr deutlich gesunken.

Düsseldorf Der Energiekonzern Innogy steht unmittelbar vor der Übernahme durch seinen Konkurrenten Eon. Kurz bevor der Zusammenschluss besiegelt werden soll, legte Innogy den Zwischenbericht für das erste Halbjahr vor. Der zeigt, dass Innogy ein großes Problem in das neue Unternehmen mit einbringen wird: Die britische Tochter N-Power. Das sind die wichtigsten Fakten.

  • Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um 16 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.
  • Im britischen Vertriebsgeschäft war das Ebit mit 81 Millionen Euro in der Verlustzone.
  • Der Ausblick für 2019 wurde bestätigt.

Das fällt auf

Innogy musste im ersten Halbjahr deutliche Einbußen hinnehmen. Das um Sondereffekte bereinigte Ebit sank um 15,9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Das bereinigte Konzernergebnis verringerte sich um 26,3 Prozent auf 488 Millionen Euro.

Innogy begründete das vor allem mit dem schwierigen Vertriebsgeschäft in Großbritannien. Aber auch der Verkauf des tschechischen Gasnetzes habe das Ergebnis belastet.

Das fällt negativ auf

Schon Konkurrent Eon, der Innogy übernehmen will, hat am vergangenen Mittwoch über Rückgänge im Vertrieb berichtet – vor allem in Großbritannien. Dort ist der Wettbewerb hart und die Regulierung scharf. Die Aufsichtsbehörde hat Preisobergrenzen eingeführt.

Bei Innogy sind die Probleme dabei noch größer. Die Tochter N-Power ist schon seit längerem in der Verlustzone und baute den Fehlbetrag beim Ebit im ersten Halbjahr noch aus: von 18 Millionen auf 81 Millionen Euro.

Aber auch in Deutschland, Osteuropa und den Niederlanden verringerten sich die Ergebnisse deutlich. Insgesamt sank das Ebit der Vertriebssparte um 38,7 Prozent auf 291 Millionen Euro. Sogar in der Netzsparte sank das Ebit: um 8,5 Prozent auf 970 Millionen Euro.

Das fällt positiv auf

Die Sparte erneuerbare Energien legte beim Ebit um 43,1 Prozent auf 239 Millionen Euro zu. Innogy begründete das mit höheren Marktpreisen und einer guten Witterung. Das Geschäft wird allerdings nicht mit Innogy zu Eon gehen. Es bleibt bei Mutterkonzern RWE.

Ausblick

Innogy hatte die Rückgänge schon weitgehend erwartet. Für das Gesamtjahr hält das Unternehmen die Prognose aufrecht. Das bereinigte Ebit soll weiterhin bei rund 2,3 Milliarden Euro liegen und das bereinigte Konzernergebnis bei 850 Millionen Euro.

Was jetzt passiert

Im September will Eon die letzte Hürde bei der Übernahme überspringen und erwartet die Freigabe durch die EU-Kommission, wenn auch unter Auflagen. Danach beginnt die Verschmelzung, die sich weit ins kommende Jahr ziehen dürfte.

Offen ist, was Eon mit Innogys Problemtochter N-Power machen wird. Eigentlich hatte Innogy selbst vor sich von der Tochter zu trennen, musste die Pläne aber Ende vergangenen Jahres aufgeben.

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