MenüZurück
Wird geladen.

06.02.2019

10:04

Energiekonzern

Elliott wird Uniper-Beteiligung wohl ausbauen

Von: Kathrin Witsch

Der US-Hedgefonds will einem Insider zufolge seine Beteiligung an Uniper erhöhen. Schon jetzt hält er 16,5 Prozent an dem Energiekonzern.

Uniper: Elliott wird Beteiligung wohl ausbauen dpa

Uniper

Elliott nimmt den Energiekonzern weiter ins Visier.

FrankfurtBeim Energiekonzern Uniper geht es Schlag auf Schlag. Erst verkündete das Düsseldorfer Unternehmen, sich von Vorstandschef Klaus Schäfer und Finanzvorstand Christopher Delbrück zu trennen, um die Zusammenarbeit mit dem neuen Großaktionär und finnischem Stromversorger Fortum neu aufzusetzen. Nur wenige Stunden später gibt es Hinweise darauf, dass der US-Hedgefonds Elliott sein Engagement bei Uniper deutlich verstärken könnte.

Ein Insider sagte, Elliott werde seine Beteiligung wohl erhöhen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Vom Investor selbst gab es bislang allerdings keine Stellungnahme zu dieser Aussage. Aktuell hält Elliott 16,51 Prozent an Uniper.

Erst im Dezember hatte es Gerüchte gegeben, dass Fortum seinen eigenen Anteil von 49,99 Prozent erhöhen könnte, indem es den Anteil des US-Hedgefonds kaufen würde. Allerdings kann Fortum die 50-Prozent-Schwelle nicht einfach so überspringen.

Eine Auflage aus Russland, wo Uniper im großen Stil Strom produziert, verhindert das aktuell. Fortum-Chef Pekka Lundmark zeigte sich darüber verärgert. Seiner Ansicht nach hätte das Uniper-Management die Bedenken in Russland, die zu der Auflage geführt hatten, leicht aus dem Weg räumen können.

Das verärgert auch Unipers zweiten Großaktionär, Elliott. Auf der letzten Hauptversammlung forderte der Hedgefonds bereits eine Sonderprüfung, die unter anderem das Verhalten des Managements im Genehmigungsverfahren in Russland prüfen soll. Auf der nächsten Hauptversammlung könnten dieser oder andere Anträge auf die Tagesordnung kommen. Elliott dürfte auf eine Komplettübernahme von Uniper durch Fortum und eine entsprechend hohe Abfindung spekulieren.

In ähnlichen Fällen sollen Käufer einen Aufschlag von 15 bis 20 Prozent auf den Aktienkurs der vergangenen drei Monate gezahlt haben. Das ist den Finnen bislang zu viel, heißt aus Branchenkreisen. Die Skandinavier hatten für ihr bisheriges Paket 22 Euro je Aktie gezahlt. Der Konzern könne abwarten und nach und nach eine Mehrheit im Aufsichtsrat von Uniper sichern, um dann durchzugreifen.

Das Uniper-Management unter Klaus Schäfer hatte sich lange gegen den Einstieg des finnischen Energiekonzerns gewehrt – und offenbar bis zuletzt nicht an einer strategischen Partnerschaft mitgearbeitet. Das wurde am vergangenem Freitag bei der Vorlage der Jahresbilanz erneut deutlich.

Man habe eine klare Vorstellung, wie Fortum und Uniper gemeinsam den „Energiekonzern der Zukunft“ aufbauen könnten und wolle dabei mit Uniper zusammenarbeiten. „Zu unserer Enttäuschung sind die Gespräche bislang aber nicht so vorangekommen wie erwartet“, sagte Lundmark.

Handelsblatt Energie Briefing

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×