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21.08.2019

08:54

Energiekonzern

Größter Auftrag in Deutschland: EnBW will 14.000 Elektroautos bestellen

Von: Jürgen Flauger

Der Energiekonzern will mit neuen Fahrzeugen seine Beschäftigten motivieren. Für die Autohersteller könnte der Auftrag zur Herausforderung werden.

EnBW will für seine Mitarbeiter 14.000 Elektroautos bestellen dpa

EnBW

Der Energiekonzern vergibt einen großen Auftrag zur Mitarbeitermotivation an die Autohersteller.

Düsseldorf Die Ausschreibung klingt auf den ersten Blick unspektakulär: „Leasing, Miete und/oder Abo-Modelle von vollelektrischen Personenkraftwagen (e-PKW) für Mitarbeiter-Motivation“, hat Energiekonzern EnBW die europaweite Suche nach einem passenden Anbieter überschrieben.

Aus der Ausschreibung könnte sich aber der größte Auftrag für Elektroautos ergeben, den das noch junge Segment bislang in Deutschland gesehen hat. Die EnBW ist bereit, nicht weniger als 14.000 Fahrzeuge zu bestellen. „Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG plant, ihren Mitarbeitern (bis zu 14.000 berechtigten Mitarbeitern im ersten Schritt) zukünftig rein vollelektrische Automobile (KFZ) zur privaten Nutzung zur Verfügung zu stellen“, heißt es in der Ausschreibung.

Dadurch will das Unternehmen nach eigenen Angaben die „unternehmensstrategische Ausrichtung“ hin zu mehr Klimaschutz und eben Elektromobilität unterstützen. Gleichzeitig solle den Mitarbeitern der „Einstieg in die Elektromobilität dauerhaft und attraktiv“ angeboten werden. Über die Ausschreibung hatte zuerst die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet.

Die EnBW, die Jahrzehnte lang mit Atom- und Kohlekraftwerken ihr Geld verdient hat, richtet sich unter Vorstandschef Frank Mastiaux konsequent auf die Energiewende aus. Das Unternehmen investiert hierzu nicht nur im großen Stil in erneuerbare Energien, sondern engagiert sich auch selbst bei der Elektromobilität. Das Unternehmen hat in seinem Versorgungsgebiet und an Autobahnraststätten schon im großen Stil Ladesäulen installiert.

Erst im Mai kündigte der Konzern an, bis Ende 2020 das Netz um bis zu 1.000 Standorte in ganz Deutschland zu erweitern – mit Schnellladetechnik. Für die Autohersteller dürfte der Auftrag aktuell noch zur Herausforderung werden. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden im ersten Halbjahr rund 31.000 Elektroautos neu zugelassen. Das waren zwar 80 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Der Auftrag der EnBW würde aber fast die Hälfte umfassen. Zum Vergleich: Insgesamt betrug die Zahl der Neuzulassungen 1,85 Millionen Autos – überwiegend eben mit Verbrennungsmotor. Ende 2018 waren überhaupt nur etwas mehr als 80.000 Elektroautos zugelassen.

EnBW sucht dabei ausdrücklich keine Fahrzeuge zum Kauf: „Die möglichen Ausgestaltungsvarianten können von Vermittlungs-Leasing, Leasing über Entgeltumwandlung, bis hin zu Miet- und Abonnement-Modelle reichen“, heißt es in der Ausschreibung. Dabei sei der Preis „nicht das einzige Zuschlagskriterium“. Der Vertrag soll im Mai kommenden Jahres beginnen, zunächst drei Jahre laufen – kann aber um zwei Jahre verlängert werden.

EnBW setzt mit der Bestellung ein Zeichen. Der erste Energieversorger, der eine große Bestellung aufgegeben hat, ist der Konzern aber nicht. Konkurrent Vattenfall elektrifiziert bereits seine firmeneigene Fahrzeugflotte – und hatte angekündigt, 3.500 Elektrofahrzeuge anzuschaffen – vom Pkw bis zum Technik- und Wartungsfahrzeug.

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