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24.01.2019

11:00

Die Energy Awards, die vom Handelsblatt gemeinsam mit Partnern initiiert wurden, ehren Unternehmen und Projekte, die die Energiewende mit Mut und Engagement voranbringen. Nils Bröer für Handelsblatt

Preisträger der Energy Awards

Die Energy Awards, die vom Handelsblatt gemeinsam mit Partnern initiiert wurden, ehren Unternehmen und Projekte, die die Energiewende mit Mut und Engagement voranbringen.

Energy Awards

Streetscooter, Naturwärmespeicher, Fassadeninnovation: Das sind die Energie-Visionäre des Jahres

Von: Jürgen Flauger, Kathrin Witsch

Die Energiewende wird nur mit neuen Technologien und mutigen Unternehmern zum Erfolg. Innovative Projekte und kreative Gründer wurden am Mittwochabend geehrt.

BerlinWenn Frank Thelen zugibt, dass er „ein Greenhorn in der Energiewirtschaft“ ist, dann fragt man sich natürlich, welche Idee den Start-up-Investor zu einem Investment im Energiebereich gebracht hat. Kraftblock heißt das Start-up aus Saarbrücken, dass mit seinem Speicher die Energiewelt revolutionieren will und Thelens Interesse an grünen Innovationen geweckt hat.

„Die einzige Möglichkeit, wie wir die Energiewende schaffen können, sind technologische Durchbrüche wie diese“, sagte Thelen am Mittwochabend in Berlin bei der Verleihung der Energy Awards. Thelen war als Jury-Mitglied an der Auswahl der Preisträger beteiligt.

Bereits zum sechsten Mal wurden die Energy Awards verliehen – zum ersten Mal im Rahmen des Energie-Gipfels des Handelsblatts. Die Energy Awards, die vom Handelsblatt gemeinsam mit Partnern initiiert wurden, ehren Unternehmen und Projekte, die die Energiewende mit Mut und Engagement voranbringen.

Sie werden von der Energy Academy vergeben, einem Thinktank, dem 170 Experten aus dem Energiebereich angehören – von Managern, über Wissenschaftlern bis zu Ingenieuren oder Architekten. 

In diesem Jahr wurde der Preis in fünf Kategorien vergeben: Industrie, Mobilität, Smart Infrastructure, System Stadt und Start-up. Zusätzlich wurde wie in jedem Jahr eine Persönlichkeit als „Energizer des Jahres“ geehrt, der sich besondere für die Energiewende einsetzt.

In der Kategorie wurde wurde der Aachener Professor und Unternehmer Günther Schuh (2. von links) ausgezeichnet, der den Elektrotransporter Streetscooter mitentwickelt und an die Deutsche Post verkauft hat. Nils Bröer für Handelsblatt

„Energizer des Jahres“

In der Kategorie wurde wurde der Aachener Professor und Unternehmer Günther Schuh (2. von links) ausgezeichnet, der den Elektrotransporter Streetscooter mitentwickelt und an die Deutsche Post verkauft hat.

In diesem Jahr wurde der Aachener Professor und Unternehmer Günther Schuh ausgezeichnet, der den Elektrotransporter Streetscooter mit entwickelt und an die Deutsche Post verkauft hat und jetzt neue günstige Elektrofahrzeuge auf den Markt bringt.

Die Preisträger der Kategorie Start-ups wurden vor 450 Gästen im Museum für Kommunikation live gekürt. Die drei Nominierten hatten die Chance, sich vor dem versammelten Publikum jeweils drei Minuten in einem Pitch zu präsentieren.

Das Kassler Unternehmen Air Profile GmbH hat ein neues laserbasiertes System zur Windmessung an abgelegenen Orten entwickelt. Envelio aus Köln bietet eine Softwarelösung für die Digitalisierung der Stromnetze, damit Netzbetreiber grünen Strom effizienter ins Stromnetz einspeisen können. 

Gridhound, ein Spin-Off der RWTH-Aachen und des Eon Energy Research Centers, bietet eine lernende Software für ein Monitoring von Stromverteilnetzen in Echtzeit. Der Preis, an dessen Vergabe sich die Gäste beteiligen konnte, ging an Envelio. 

Auch etablierte Unternehmen sind wichtig

Frank Thelen forderte, Start-ups mehr zu unterstützen: „Speziell im Energiebereich werden oft die Chancen übersehen.“ Uli Hüner, Chief Innovation Officer von EnBW, sieht das genauso. „Wenn ich sehe, mit wie viel Leidenschaft , Risikobereitschaft und persönlichem Engagement, die Start-up-Unternehmer dabei sind, tun wir zu wenig dafür“, sagt das Jury-Mitglied, das seit fünf Jahren für EnBW die Verbindung zu Start-ups herstellt.

„Wir haben kein Mangel an Talenten. Wir müssen nicht neidisch ins Silicon Valley schauen“, stellte Hüner fest. Es müsse aber mehr getan werden, damit junge Talente nicht immer direkt zu klassischen Arbeitgebern gingen, sondern sich auch trauten, unternehmerisch zu agieren. Das gelte für die Universitäten, aber auch für die Unternehmen. „Wir brauchen den Mut um mitzuhelfen, diese Produkte an die Kundenschnittstelle zu bringen, die wir haben.“

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Aber nicht nur Start-ups sind für den Erfolg der Energiewende wichtig, auch etablierte Unternehmen. In der Kategorie Industrie wurden Unternehmen geehrt, die mit effizienten Produktionstechniken oder neuen Produkten überzeugen. Dabei gehe es um messbare Ergebnisse wie die Steigerung der Produktivität, sagte Laudator Wolfgang Dierker, Vorsitzender der Geschäftsführung von GE Deutschland.

Der Preis ging an 2G Energy. Das Unternehmen hat ein Blockheizkraftwerk entwickelt, bei dem fossile Energieträger durch Wasserstoff ersetzt werden, der wiederum mit regenerativen Energien erzeugt wurde.

In der Kategorie Mobilität ging der Preis an die Volabo GmbH, die einen neuartigen, besonders effizienten Elektroantrieb entwickelt hat. Dabei wird die Batteriekapazität besser ausgenutzt.

Den Preis für die beste „Smart Infrastructure“ sicherte sich die Naturspeicher GmbH. Das Unternehmen bietet einen „Naturwärmespeicher“ an, der umweltfreundliche Heizung und Klimaanlage in einem ist.

In der Kategorie „System Stadt“ wurde das Architektur Institut Leipzig geehrt. Es hat federführend mit Partnern eine architektonisch reizvolle und gleichzeitig Energie liefernde Fassadengestaltung entwickelt.

„Wir brauchen Engagement, Mut, Neugierde und Durchhaltevermögen“

„Wir brauchen Inspiration, Ideen, die Freude an Ideen“, sagte Wolfgang Langhoff, Vorsitzender des Vorstands von BP Europe. Denn: „Wir werden Technologiesprünge erleben, die dramatisch sind“, wie Stephan Reimelt sagte, Partner bei Cerberus und gemeinsam mit Hans-Jürgen Jakobs Co-Chairman der Energy Academy. „Wir brauchen Engagement, Mut, Neugierde und Durchhaltevermögen, um das was vor uns liegt durchzuhalten.“

Neben guten Ideen seien aber auch „klare Ansagen“ der Politik gefragt, um die Transformation hinzubekommen.

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„Der Markt wurde zu sehr ein geschränkt, wir müssen wieder mehr zu lassen“, sagte Thomas Bareiß, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. „Wir haben viel zu verengt diskutiert, zu sehr auf wenige Technologien fokussiert. Wir müssen mehr in Forschung und Entwicklung investieren.“

Für ihn ist die Energiewende „der größte Transformationsprozess der Geschichte“ und werde über Jahrzehnte dauern. Und auch für Bareiß steht fest: „Dafür brauchen wir Innovationen.“ Dabei sei die Energiewende eine Chance für die gesamte Volkswirtschaft. „Das Projekt ist vor allem spannend, weil wir nicht nur alleine in Deutschland neue innovative Projekte voran bringen werden, sondern auch helfen weltweit den Energiehunger zu decken.“ Schließlich werde der weltweite Energiebedarf bis 2040 noch einmal um 50 Prozent steigen.

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