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Erneuerbare Energien

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Neue Kooperationen geplant

In Linz baut Voestalpine die weltgrößte Wasserstoff-Pilotanlage. Voestalpine

Wasserstoff zu Stahl

In Linz baut Voestalpine die weltgrößte Wasserstoff-Pilotanlage.

In Linz bauen der Stahlkonzern Voestalpine, Verbund und Siemens eine Pilotanlage zur kohlendioxidfreien Wasserstoffherstellung in der Stahlproduktion. Mit der 18 Millionen Euro teuren Anlage, die von der EU mit zwölf Millionen Euro gefördert wird, soll der Einsatz von Wasserstoff für die Stahlerzeugung erprobt werden.

Denn bislang ist der Voestalpine der Konzern mit den höchsten CO2-Emissionen in Österreich. Wasserstoff soll einen stückweisen Abschied von der Kohle ermöglichen. „Unsere Pilotanlage zusammen mit Siemens bei der Voestalpine wird gegen Ende des Jahres den Betrieb aufnehmen“, sagt Verbund-Chef Anzengruber.

In Zukunft soll es mehr solcher Projekte geben. „Wir wollen mit anderen Unternehmen beim Thema Wasserstoff noch stärker kooperieren. Wir konzentrieren uns auf die Verwendung in der Industrie und bis zu einem gewissen Grad in der Mobilität und in der Speicherung“, kündigt Anzengruber an. 

Derzeit führt der Verbund nach eigenen Angaben Gespräche über mögliche Kooperationen beim Thema Wasserstoff mit Unternehmen beispielsweise aus der Chemie- und Zementindustrie.

Auch die Politik will den Umbau Österreichs zur Wasserstoff-Nation fördern. Der frühere Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte das Thema zuletzt im österreichischen Wahlkampf auf die Agenda gesetzt. Sein ist es, Österreich zum Wasserstoff-Zentrum Europas zu machen. Bei einem Besuch beim beim Autozulieferer Magna in Graz betonte er: „Wasserstoff ist eine große Chance für Österreich.“

Magna-Chef Günther Apfalter präsentierte dem Kanzlerkandidaten den Prototyp eines Wasserstoff-Autos. „Schon jetzt zeigen österreichische Unternehmen, wie man Wasserstofftechnologien in der Mobilität einsetzen kann, um die CO2-Emissionen zu reduzieren“, schwärmte Kurz, der den Klimaschutz als politisches Thema stärker besetzen will.

Der Verbund-Chef freut sich über die politische Aufmerksamkeit. „Es ist grundsätzlich gut, dass das Thema grüner Wasserstoff aufgegriffen wird, und Österreich das Wasserstoff-Zentrum Europas werden soll – auch wenn Deutschland das Gleiche sagt. Man braucht ehrgeizige Ziele“, sagt Anzengruber. Europa habe beim Wasserstoff eine große Chance, nachdem die USA das Thema bisher eher verschlafen hätten. Daher sei es richtig, wenn Österreich und Deutschland darauf einen Schwerpunkt legen.

Staat soll den Ausbau fördern

Derzeit arbeitet Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) eine Energie- und Klimaschutzstrategie aus, bei der Wasserstoff eine Schlüsselrolle spielen soll. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bei einer Visite des Wasserstoff-Innovationszentrum in Görlitz die Wichtigkeit des Themas unterstrichen.

Stromkonzerne wie der Verbund, der als börsennotiertes Unternehmen mehrheitlich in Staatsbesitz ist, setzen stark auf die Unterstützung der neuen Regierung, die nach den Wahlen Ende September in Österreich gebildet wird. „Wenn man die Wasserstoff-Technologie beschleunigen will, wird der Staat um Förderungen nicht herumkommen“, sagt Anzengruber.

Die Energiezukunft werde teurer. Es sei nur die Frage, wie teuer. Damit sich Unternehmen und Bürger anpassen können, müsse der Staat die richtigen Voraussetzungen schaffen.

Hier beobachtet Österreich gerade die deutsche Energiepolitik mit großer Aufmerksamkeit. „In der Wasserkraft sind wir stark, doch wir müssen sie weiter ausbauen. Aber um das Ziel zu erreichen, werden wir künftig auch stark in Photovoltaik investieren. Österreich hat hier im Vergleich zu Deutschland noch Nachholbedarf. Das liegt auch an der bisherigen Förderpolitik“, ist Anzengruber überzeugt.

Österreich hat zwar bereits ein Gesetz für erneuerbare Energie auf den Weg gebracht. Doch seine Verabschiedung verzögert sich durch den Regierungswechsel. Derzeit wird das Land von einer Beamtenregierung geführt. Markteilnehmer gehen davon aus, dass die Umsetzung des neuen Gesetzes erst Mitte 2020 erfolgen wird.

Anzengruber geht das Gesetz außerdem nicht weit genug. Eines der größten Hindernisse für grünen Wasserstoff sieht er in dem niedrigen CO2-Preis. Hier setzt der Verbund-CEO auf die Politik. Statt einer CO2-Steuer, plädiert er für einen sukzessiv ansteigenden CO2-Preis. „Unser Vorschlag ist ein CO2-Mindestpreis, der jährlich steigt.

Der CO2-Preis kann aus unserer Sicht durchaus beispielsweise bei 30 Euro pro Tonne beginnen und sich jährlich um rund fünf Euro steigern. Wenn der Zertifikatspreis den Mindestpreis irgendwann schneidet, dann ist der Mindestpreis weg“, sagt der Chef des Energieunternehmens. „Aus unserer Sicht soll der EU- Zertifikatshandel weiterhin das zentrale Instrument der CO2-Bepreisung sein.“

Der Konzernchef schlägt vor, den Zertifikatshandel deutlich auszuweiten. Derzeit sind mit Energie und Industrie zwei Branchen für 40 Prozent der Emissionen verantwortlich. Künftig solle der Zertifikatshandel auch auf Branchen wie Mobilität und Gebäude mit ihrer Wärme- und Kältetechnik erweitert werden. Die Einnahmen daraus könnten in Form von Förderungen und Investitionen in Forschung und Entwicklung in der Industrie fließen.

Außerdem müsse der Strompreis deutlich steigen. Als Zahl nennt der Konzern 60 Euro pro Megawattstunde, damit Investitionen in Erneuerbare wirtschaftlich machbar seien. Das wäre eine Preissteigerung um 50 Prozent. Der Meinungsumschwung gerade in der jungen Generation helfe der Branche. „Wir haben nicht mehr viel Zeit. Zehn Jahre sind in der Energiewirtschaft nicht viel, um komplett auf erneuerbaren Strom umzusteuern und die Versorgungssicherheit dabei weiterhin zu garantieren“, warnt der Strommanager.

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Kommentare (4)

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Herr Vincenz Schmidberger

12.08.2019, 15:29 Uhr

Solche Bestrebungen würde ich mir in Deutschland auch wünschen.
Wasserstoff sollte definitiv mehr gefördert werden, um nicht schon wieder den Anschluss an Japan bzw eben Österreich zu verpassen.

Herr Christian Wollny

12.08.2019, 15:50 Uhr

Sehr wichtig ist das die Medien das Thema in die Schlagzeilen bringen. Die meisten Bürger haben davon noch nichts gehört. Bei VW auch die Vorstände nicht. Der Kostennachteil wird sich schnell relativieren wenn die Produktion steigt. Die Elektro Mobilität wird sicher zum Chaos führen.

Herr Christian Trüe

12.08.2019, 16:34 Uhr

Zum Chaos wird die Elektromobilität nicht gleich führen, aber zur Verschiebung der Umweltverschmutzung. Das Ziel die Umweltverschmutzung zu reduzieren wird dadurch sicher nicht erreicht.
Das Unwort des Jahres 2019 "CO2-Reduzierung" will ich hier erst gar nicht weiter in den "Mund" nehmen.

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