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21.08.2020

13:35

Erneuerbare Energien

Solar-Initiative will mindestens sechs Milliarden Euro in Europa investieren

Von: Kathrin Witsch

Unternehmen und Verbände wollen die bereits tot geglaubte Industrie mit Milliardensummen zu neuem Leben erwecken. Erste Projekte gibt es schon.

Europäische Solarfirmen wollen dafür sorgen, dass die Zukunftsindustrie wieder zurück nach Europa kommt. dpa

Solarpark in Halle

Europäische Solarfirmen wollen dafür sorgen, dass die Zukunftsindustrie wieder zurück nach Europa kommt.

Düsseldorf Der Mittelpunkt der weltweiten Solarindustrie liegt schon lange nicht mehr in Europa, sondern in China. Um das zu ändern, haben sich gleich mehrere Unternehmen und Verbände auf EU-Ebene zusammengetan. Sie wollen die Photovoltaik-Branche (PV) wieder zurück in ihre Ursprungsregion holen. 

Bis zu sechs Milliarden Euro will die Initiative mit dem Namen Solar Manufacturing Accelerator allein mit den ersten zehn Projekten investieren. Das bestätigte der Verband der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) gegenüber dem Handelsblatt. Zuerst hatte zuerst der „Spiegel“ darüber berichtet. 

Damit wollen die europäischen Solarfirmen dafür sorgen, dass die Zukunftsindustrie wieder zurück nach Europa kommt – von der Modulproduktion, über Glasfabriken und bis hin zur Zellherstellung. 

Zuerst hatte das Schweizer Unternehmen Meyer Burger Mitte Juni bekannt gegeben, dass es eine 5-Gigawatt-Modulproduktion in Ostdeutschland, in den ehemaligen Solarworld-Fabriken aufbauen will. Und das ist nicht das einzige Vorhaben, was auf deutschem Boden geplant ist.

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    In Sachsen-Anhalt will das baden-württembergische Unternehmen Nexwafe bald preisgünstig Siliziumwafer herstellen. Mitgründer des Unternehmens ist unter anderem Andreas Bett, Chef des Fraunhofer Instituts für Solare Energieforschung (ISE). Der Solarexperte macht sich schon seit längerem für die Rückkehr der europäischen Photovoltaikindustrie stark. 

    „Heute werden Solarzellen praktisch ausschließlich in Asien gefertigt. Eine komplette Abhängigkeit kann nur verhindert werden, wenn die gesamte PV-Wertschöpfungskette in Europa auf industriellem Niveau vorhanden ist“, mahnte der ISE-Chef kürzlich dem Handelsblatt. Jetzt scheint tatsächlich Bewegung in das Thema zu kommen. 

    Bessere Voraussetzungen

    Auch die Firma Akuo Energy will an ihrem Standort in Mannheim die Glasproduktion für Solarmodule steigern. „Doch es gibt nur ein kleines Zeitfenster, um diesen zu nutzen. Wenn die heimische Industrie im EU-Markt Anteile zurückgewinnen will, dann sollten wir rasch in großem Stil Produktionskapazitäten aufbauen“, sagt Walburga Hemetsberger, die Chefin des europäischen Solardachverbands Solarpower Europe, der die Initiative koordiniert, dem „Spiegel“.  Dafür brauche es aber die Unterstützung von Industrie und Politik, mahnt die Verbandschefin. 

    Die sechs Milliarden Euro sind nämlich noch keinesfalls sicher. „Nicht jedes der angekündigten Projekte wird auch wirklich realisiert werden. Vieles ist Stand jetzt erstmal nur angekündigt“, stellt Bett gegenüber dem Handelsblatt klar. Man sei noch auf der Suche nach Investoren. 

    Es ist nicht der erste Versuch eines Wiederaufbaus. Jetzt seien die Voraussetzungen aber anders, heißt es von den Verbänden. Sie setzen ihre Hoffnung vor allem auf das richtige Timing und Rückenwind durch den Green Deal der EU.

    Auch Bett ist überzeugt, dass eine wirtschaftliche Modulproduktion mittlerweile auch in Europa betrieben werden kann – eben weil sie so billig geworden ist. „Es gibt einen Technologiesprung, gewisse Stabilität plus ein massives Marktwachstum, und die Gesamtkosten sind gegenüber den Logistikkosten niedriger – das ist der Unterschied.“ Außerdem sei der Automatisierungsgrad in der PV-Produktion so hoch, dass Personalkosten so gut wie keine Rolle mehr spielten.

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