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14.08.2018

07:59

Halbjahreszahlen

RWE in der Blitzanalyse – Stromhandelspreise dämpfen den Gewinn

Von: Jürgen Flauger

Deutschlands größter Stromproduzent erhofft sich vom Verkauf von Innogy neue Perspektiven. Die Gegenwart ist mühsam – die Ergebnisse sinken.

Mit Braunkohle und Kernenergie hat der Konzern im ersten Halbjahr deutlich weniger Gewinn erwirtschaftet. dpa

RWE-Kraftwerk Neurath

Mit Braunkohle und Kernenergie hat der Konzern im ersten Halbjahr deutlich weniger Gewinn erwirtschaftet.

DüsseldorfDer Deal mit Eon zur Zerschlagung von Innogy ist auf dem Weg. Das erste Halbjahr verlief für RWE zwar mäßig, aber im Rahmen der Erwartungen. Trotz trüber Aussichten hält das Management am Plan fest, die reguläre Dividende für 2018 anzuheben. Hier sind die wichtigsten Fakten:

  • Ebitda sinkt um 300 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden Euro
  • Bereinigtes Nettoergebnis verringert sich um 200 Millionen Euro auf 683 Millionen Euro
  • Ausblick für 2018 wird bestätigt
  • Reguläre Dividende soll steigen

Das fällt auf

RWE hat im ersten Halbjahr deutlich weniger verdient als im Jahr zuvor. Das Ergebnis sank vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 1,4 Milliarden auf 1,1 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis verringerte sich im selben Zeitraum von 883 Millionen auf 683 Millionen Euro.

RWE hat dabei die Berichterstattung umgestellt, um sich schon auf die geplante Zerschlagung der Tochter Innogy vorzubereiten. Dabei soll bis Ende 2019 Eon die Sparten Netz und Vertrieb, und damit die größten Teile übernehmen. RWE wird dagegen wieder die operative Führung der erneuerbaren Energien übernehmen.

Deshalb rückt RWE jetzt von der Bilanzierung des konsolidierten Konzerns ab und konzentriert sich auf „RWE stand alone“ („RWE allein“): Die Zahlen umfassen die eigenen operativen Einheiten Braunkohle & Kernenergie, Europäische Stromerzeugung und Energiehandel zuzüglich der Dividende von Innogy.

Die operative Entwicklung

Im Segment Braunkohle & Kernenergie sank das Ebitda um fast 60 Prozent auf 167 (401) Millionen Euro. RWE konnte im Vergleich zum Vorjahr nur niedrigere Strompreise im Großhandel realisieren. Außerdem sank die Stromproduktion, weil ein Block des Kernkraftwerks Gundremmingen Ende 2017 stillgelegt wurde.

In der Sparte Europäische Stromerzeugung, die die Stromproduktion mit Steinkohle und Gas umfasst, sank das Ebitda um zwölf Prozent auf 196 (222) Millionen Euro. Dabei hatte RWE im Vorjahr von Sondereffekten profitiert, beispielsweise aus Buchgewinnen durch Grundstücksverkäufe.

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Im Segment Energiehandel sank das Ebitda um 23 Prozent auf 101 (131) Millionen Euro. Das lag am Gasgeschäft, das im Vorjahr überdurchschnittlich gut gelaufen war.

Von Innogy war RWE im zweiten Quartal – wie im Vorjahr – eine Dividende von 683 Millionen Euro zugeflossen.

Der Ausblick

RWE erwartet für das Gesamtjahr ein Ebitda zwischen 1,4 und 1,7 Milliarden Euro – nach 2,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Das bereinigte Nettoergebnis soll zwischen 500 bis 800 Millionen Euro liegen. Es hatte 2017 eine Milliarde Euro erreicht.

Für dieses Jahr hatte RWE schon frühzeitig eine Delle bei den Ergebnissen angekündigt. Die inzwischen gestiegenen Strompreise im Großhandel kommen noch nicht bei RWE an, weil der Konzern seine Stromproduktion langfristig am Terminmarkt verkauft. Ab dem kommenden Jahr soll es aber deutlich nach oben gehen.

RWE hält deshalb am Plan fest, die reguläre Dividende für 2018 von 50 auf 70 Cent je Aktie anzuheben.

Was jetzt passiert

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz hat vor allem zwei Baustellen. Zum einen muss er an einer reibungslosen Umsetzung der Transaktion mit Eon arbeiten. Es gilt zum einen mögliche Bedenken der Kartellwächter aus dem Weg zu Räumen. Zum anderen muss RWE die Integration von Innogys Geschäft mit den erneuerbaren Energien vorbereiten. Die Sparte soll auf RWE übergehen. Schmitz sieht die Transkation aber auf gutem Weg.

Zudem muss er in Berlin gute Rahmenbedingungen für die Kohlekraftwerke des Konzerns und vor allem die Braunkohleförderung aushandeln. Im Auftrag der Bundesregierung verhandelt eine Kommission über einen geordneten Ausstieg aus der Kohle.

Ausstiegsdatum und Ausstiegspfad werden die künftigen Gewinne des Konzerns maßgeblich beeinflussen.

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