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20.05.2014

16:27 Uhr

Hauptversammlung in Essen

Evonik plant weitere Übernahmen

Durch das gute vergangene Jahr sind die Spielräume für Zukäufe größer geworden. Auf der Hauptversammlung wollte Evonik-Chef Engel aber keine Namen nennen. Die Anleger interessierte indes eher der Aktienkurs.

Evonik-Chef Klaus Engel hat gut lachen. Nach einem guten Jahr plant er Zukäufe. Die Anleger würden lieber einen besseren Aktienkurs sehen. dpa

Evonik-Chef Klaus Engel hat gut lachen. Nach einem guten Jahr plant er Zukäufe. Die Anleger würden lieber einen besseren Aktienkurs sehen.

EssenMit einer prall gefüllten Kasse im Rücken macht sich der Chemieriese Evonik auf die Pirsch nach Zukäufen. „Wir halten Ausschau nach Übernahmezielen, unser Finanzprofil gibt uns die Möglichkeit dazu“, kündigte Vorstandschef Klaus Engel auf der Hauptversammlung am Dienstag in Essen an. Evonik wolle bei der Konsolidierung der Branche „nicht an der Seitenlinie stehen“.

Ein gutes Jahr nach dem Börsengang sei der finanzielle Spielraum für Zukäufe sogar größer geworden. Denn durch den Verkauf von Immobilienbeteiligungen stand zum Jahreswechsel ein Nettofinanzvermögen von 0,6 Milliarden Euro zu Buche. Aktionärsvertreter monierten indes, der Kurs der Evonik-Aktien dümpele deutlich unter der Erstnotiz von 33 Euro im April 2013. Am Dienstag notierten die Anteilsscheine leicht im Plus bei 28,16 Euro.

Engel betonte, mögliche Zukäufe müssten zu Evonik passen und ein „Potenzial zur Wertsteigerung“ bieten. Eine Vorlage bei der Hauptversammlung könnte zudem bei Übernahmen helfen: Diese sah einen Vorratsbeschluss für eine milliardenschwere Kapitalerhöhung vor. Namen möglicher Übernahmekandidaten wolle er aber nicht nennen, sagte Engel auf entsprechende Fragen von Anteilseignern. Diese wollten vor allem wissen, wie der Vorstand dem Aktienkurs auf die Sprünge helfen will. Weite Teile der Frage- und Antwortrunde beherrschte aber ein Aktionär, der sich darüber erregte, ein „Lümmel“ des Sicherheitsdienstes habe ihn zunächst nicht eingelassen.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Evonik habe zu Jahresbeginn „keinen Raketenstart“ hingelegt, räumte Engel ein. Der auch durch seine Partnerschaft mit dem Fußballclub Borussia Dortmund bekannt Chemiekonzern kämpft mit dem Preisverfall bei wichtigen Produkten und hatte deshalb im ersten Quartal deutlich weniger verdient als vor Jahresfrist. 2014 werde „kein einfaches Jahr für Evonik“, bekräftigte Engel. Doch rechne er im Jahresverlauf mit Besserung. Engel erwartet 2014 weiter Umsätze leicht über Vorjahreshöhe und ein bereinigtes Ebitda in einer Spanne zwischen 1,8 und 2,1 Milliarden Euro - 2013 kam der Konzern hier auf zwei Milliarden Euro. Er könne mit dieser Prognose „ruhig schlafen“, betonte der Manager.

Größter Anteilseigner bei Evonik ist die RAG-Stiftung, die rund 68 Prozent der Anteile hält. Sie soll für die Folgekosten des auslaufenden subventionierten Steinkohlebergbaus in Deutschland aufkommen und ist dazu auch auf Dividenden des Essener Chemiekonzerns angewiesen. Für 2013 schüttete Evonik einen Euro je Anteilsschein aus - nach 0,92 Euro für das Jahr davor.

Handelsblatt Energie Briefing

Von

rtr

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